Urdorf
Sofas, Töggeli-Kasten und Sandwich-Toaster: So sieht der neue Jugendtreff aus

Ramona Hochrainer und Benjamin Timischl betreuen die neue Anlage hinter dem Embri-Schulhaus. Mit der Eröffnung des Jugendtreffs Anfang November starteten sie auch die Jugendarbeit im Dorf.

Sibylle Egloff
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Freuen sich auf die Arbeit mit den Urdorfer Jugendlichen: Benjamin Timischl und Ramona Hochrainer. Auch im Bild ist der zuständige Sozialvorstand Olivier Buchs (FDP).
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Der Aufenthaltsraum des Jugendtreffs ist 75 Quadratmeter gross.
Eine Box zum Musik hören.
Die meisten Möbel und Utensilien wurden von der Urdorfer Bevölkerung gespendet.
Zwei Herdplatten, ein Waschbecken, eine Mikrowelle und ein Sandwichtoaster stehen den Jugendlichen in der Küche im Aufenthaltsraum bereit.
Beim Eingang steht ein Tisch mit Masken, Desinfektionsmitteln und einer Liste für das Contact Tracing.
Der Jugendtreff besteht aus 9 Containern und ist insgesamt 135 Quadratmeter gross.
Der Jugendtreff befindet sich hinter dem Embri-Schulhaus bei der Skateranlage.

Freuen sich auf die Arbeit mit den Urdorfer Jugendlichen: Benjamin Timischl und Ramona Hochrainer. Auch im Bild ist der zuständige Sozialvorstand Olivier Buchs (FDP).

Severin Bigler

Der Blick fällt auf den Töggeli-Kasten und auf die Sofas, die vor dem Fernseher zum Sitzen einladen. Auf der anderen Seite des Raums stehen zwei Esstische, ein Herd, ein Lavabo und Geschirrschränke. Das warme Licht der Lampen schafft eine heimelige Atmosphäre. «Gestern war es hier sehr belebt. 35 Jugendliche kamen vorbei. Weil wir wegen Corona aufs Mal nur 25 Mittelstufenschüler empfangen dürfen, haben viele draussen gewartet, bis es wieder genug Platz gab», sagt Benjamin Timischl. Er und seine Kollegin Ramona Hochrainer vom Verein für Jugend und Freizeit aus Wohlen leiten den neuen Urdorfer Jugendtreff.

Anfang November haben die Jugendarbeiter den Treffpunkt hinter dem Embri-Schulhaus bei der Skateranlage eröffnet. Das Angebot richtet sich an 12- bis 17-Jährige. Am Mittwochnachmittag steht der Treff Jugendlichen der Mittelstufe offen, am Freitagabend Jugendlichen ab der Oberstufe. Am Donnerstag beantworten Timischl und Hochrainer Fragen und Anliegen von Jugendlichen, Eltern und weiteren Interessierten aus Urdorf.

Jugendstrategie ist mit neuem Angebot abgeschlossen

Mit der Eröffnung des Jugendtreffs ist die Umsetzung der Ende 2019 beschlossenen Jugendstrategie des Gemeinderats abgeschlossen. «Aufgrund von Analysen und Gesprächen mit Eltern, Jugendlichen, Lehrpersonen und Schulsozialarbeitern wurde deutlich, dass es in Urdorf ein breites Angebot für die Jugend braucht und dass dafür ein Raum ganz wichtig ist», sag Sozialvorstand Olivier Buchs (FDP). Der Treff biete einen niederschwelligen Zugang und auch die Möglichkeit, Anlässe und Projekte durchzuführen. «Wir haben uns für einen externen Anbieter entschieden, weil dieser viel Erfahrung, aber beispielsweise auch einen Materialpool für Anlässe mitbringt», sagt Buchs. Die Leistungsvereinbarung gilt vorerst ein Jahr. «Danach werden wir die Erkenntnisse auswerten und schauen, wie es weitergeht», so Buchs. Die jährlichen Kosten der Jugendarbeit betragen insgesamt 276 000 Franken, 50 000 Franken davon werden 2020 mit einem Teil der Jubiläumsdividende der Zürcher Kantonalbank gedeckt.

In den neun Containern befinden sich nicht nur der Aufenthaltsraum, sondern auch Büros und eine WC-Anlage. Im Eingang steht ein Tisch mit Masken, Desinfektionsmittel und einer Liste für das Contact Tracing. «Die Massnahmen erschweren den Start. Aber wir sind froh, dass wir überhaupt aufmachen dürfen», sagt Hochrainer.

Sie wollen eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen

Sie und Timischl werden nicht nur den Jugendtreff betreuen, sondern auch mobile und aufsuchende Jugendarbeit betreiben. «Wir werden Jugendliche an Orten, an denen sie sich gerne aufhalten, besuchen, und zum Beispiel auch Anlässe im öffentlichen Raum für sie veranstalten», erklärt Hochrainer. In der Anfangsphase sei es wichtig, die Jugendlichen kennen zu lernen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. «Wir wollen herausfinden, was sie interessiert und welche Bedürfnisse sie haben. Das hilft uns, um gemeinsam mit ihnen weitere Angebote zu realisieren wie etwa Discos oder Kochabende», so Timischl. Dazu hätten sie extra T-Shirts und Pullover mit einem Logo der Jugendarbeit Urdorf drucken lassen. «Wir ziehen diese an, wenn wir im Dorf und in der Schule unterwegs sind. So erkennt man uns sofort», sagt Hochrainer. Auch digital ist die Jugendarbeit unterwegs: auf jugendarbeit-urdorf.ch, Instagram und Facebook.

Der Treff kommt gut an. «Die Jugendlichen finden es cool, dass sie einen Ort haben, an dem sie sich aufhalten können und sich zum Beispiel nicht mehr in Bushäuschen treffen müssen», sagt Timischl. Er und seine Kollegin freuen sich auf die Arbeit mit den Urdorfer Jugendlichen. «Es ist schön, dass wir ihre Entwicklung begleiten und ihr Sprachrohr sein können.»