Übersicht

So viele städtische Angestellte wohnen in Dietikon

Auch wer nicht in Dietikon wohnt, kann ein Herz für die Stadt haben.

Der Dietiker Gemeinderat Beat Hess (Grüne) hatte nachgefragt, wie viele der Angestellten der Stadt in Dietikon wohnhaft sind. Nun hat der Stadtrat geantwortet.

Dem Gemeinderat Beat Hess (Grüne) ist es ein grosses Anliegen, dass die Angestellten der Stadt Dietikon mit ihrem Arbeitsort verbunden sind. Denn wessen Herz für Dietikon schlägt, der oder die leistet potenziell bessere Arbeit.

Vor diesem Hintergrund hatte Hess im Februar einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht. Er fragte, wie gross der Anteil an städtischen Angestellten ist, die in Dietikon wohnen. Seine Interpellation unterzeichnet hatten auch die Gemeinderatsmitglieder Patrick Gäumann (SP), Christiane Ilg-Lutz (EVP) und Manuela Ehmann (EVP).

Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Total liegt der Anteil an städtischen Angestellten, die in Dietikon wohnen, bei rund einem Drittel.

Anteilsmässig am wenigsten einheimische Mitarbeiter zählt die Sozialabteilung. Lediglich 10,9 Prozent der dort Angestellten wohnen in Dietikon. Hess liegt es fern, das zu kritisieren. «Als Polizist oder Sozialarbeiter möchte ich auch nicht am Arbeitsort wohnen», sagt er. Denn Angestellte in diesen Gebieten haben auch unerfreuliche Kontakte mit Klienten, denen man nicht unbedingt auch noch in der Freizeit begegnen möchte.

In absoluten Zahlen den höchsten Anteil an Dietiker Mitarbeitenden hat das Alters- und Gesundheitszentrum. Hier arbeiten 63 in der Stadt wohnhafte Personen. Das entspricht 36,6 Prozent. «Das ist ein recht hoher Anteil, das finde ich schön», sagt Hess.

Besonders einheimisch ist die Infrastrukturabteilung

Noch höhere Anteile weisen nur die Hochbauabteilung mit 44,4 Prozent und die Infrastrukturabteilung mit 47,2 Prozent auf. Dass letztere relativ gesehen die Spitzenreiterin ist, verwundert nicht. «In allen Bereichen mit Pikett-Verpflichtung ist die Wohnsitzpflicht in Dietikon oder einer nahe gelegenen Gemeinde nach wie vor eine Anstellungsbedingung, da sonst zum Beispiel die Winterdiensteinsätze gar nicht gewährleistet werden können», schreibt der Stadtrat in seiner Interpellationsantwort.

Gemeinderat Hess zieht eine positive Bilanz. «Diese Zahlen, die der Stadtrat nun nennt, sind recht erfreulich. Daraus folgend sehe ich auch keinen grossen Handlungsbedarf. Aber es hat sich gelohnt, diese Zahlen zu erfahren und herauszuspüren, was der Stadtrat zu dieser Frage denkt», sagt Hess. Auch Mitunterzeichnerin Ehmann sieht das so. «30 Prozent sind eine schöne Zahl, das muss man zuerst einmal schaffen», hält sie auf Anfrage fest.

Neben den Zahlen wollte Hess auch noch weitere Fragen beantwortet wissen. Zum Beispiel in welchen Bereichen der Stadtrat eine lokale Verwurzelung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als vorteilhaft beziehungsweise wünschenswert erachtet. Hier verweist der Stadtrat auf die erwähnten Pikettdienste. Weiter auf die Äste hinauslehnen will er sich nicht. «In vielen anderen Bereichen wird ein Dietiker Wohnsitz zwar begrüsst, eine generelle Wohnsitzpflicht besteht allerdings nicht, zumal diese nur dann eingefordert werden kann, wenn wichtige dienstliche Gründe dies erfordern», schreibt er. «Die Antworten sind zuweilen recht formal und etwas mager», sagt Hess dazu. Das sieht auch Ehmann so: «Diese Antwort ist sehr kurz, da hätte ich mir auch etwas mehr Fleisch am Knochen erhofft. Aber auf die andere Seite wäre es problematisch, wenn der Stadtrat sagen würde, dass Dietikerinnen und Dietiker per se mehr wert wären oder ähnlich. Sondern die Qualifikation muss passen.»

«Viele identifizieren sich sehr stark mit Dietikon»

Denn auch wer nicht in Dietikon wohnt, kann ein Herz für die Stadt haben. So schreibt der Stadtrat: «Es zeigt sich immer wieder, dass die Verbundenheit und Loyalität zum Arbeitgeber nichts mit dem Wohnort zu tun hat. Viele Mitarbeitende identifizieren sich sehr stark mit Dietikon, auch wenn sie nicht in Dietikon wohnhaft sind.» Zudem würden die Angestellten die Stadt grundsätzlich sehr gut kennen. Als Beispiel für die starke Identifikation mit der Stadt nennt der Stadtrat das Stadtfest 2018: Mitarbeitende hatten aus eigenem Antrieb eine Kaffee-Bar organisiert und standen das ganze Stadtfest hindurch bis in die frühen Morgenstunden hinein für die Bevölkerung im Einsatz. «Das fand ich auch toll», sagt Hess.

Hinsichtlich der Rekrutierung von Mitarbeitenden hält der Stadtrat fest, dass die fachliche und dem Anforderungsprofil entsprechende Qualifikation klar im Zentrum stünde. Denn auf dem Personalmarkt befinde sich die Stadt in einem sehr kompetitiven Umfeld. Bei zwei gleichwertigen Bewerbungen erhalte aber jene aus Dietikon oder einer nahen Gemeinde den Vorzug. Zum einen aus ökologischen Gründen, zum anderen weil sich lange Arbeitswege oft als Kündigungsgrund entpuppen würden.

Neue Mitarbeitende werden zudem im Zuge eines Einführungsprogramms während zweier Nachmittage in die Strukturen und Gepflogenheiten der Stadtverwaltung sowie in die Geschichte und örtlichen Gegebenheiten der Stadt Dietikon eingeführt. Hierzu entdecken sie Dietikon zusammen mit einer Stadtführerin. Diese Einführung würden die neuen Mitarbeitenden sehr schätzen. «Sie trägt dazu bei, dass sie sich nicht nur mit ihrer Tätigkeit, sondern auch mit Dietikon verbunden fühlen und sich für ihren Arbeitsort einsetzen», schreibt der Stadtrat weiter.

Für Gemeinderat Hess gibt es noch einen weiteren Faktor: «Viel hängt auch von den Vorgesetzten ab. Wenn Stadträte und Abteilungsleiter mit viel Engagement vorausgehen, färbt das auf die Angestellten ab.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1