Limmattal
So urchig schön feierte das Limmattal den 1. August: die besten Bilder aus den Gemeinden

Hopp Schwiiz: Zu Ehren der Schweiz zogen viele Limmattalerinnen und Limmattaler am Dienstag das rot-weisse Tenue an und sangen die Nationalhymne. Wir zeigen, wer wo mit wem feierte und wie schön es war.

Bettina Hamilton-Irvine, Anina Gepp, David Egger, Fabienne Eisenring, Tobias Bolli und Zoé Iten
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Hereinspaziert! ...in die Aescher Waldhütte, wo das Dorf den 1. August feiert...
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Als Festredner agierte Diego Bonato (SVP), Gemeinderat und Kantonsrat. Er plädierte dafür, mit mehr Mut aufzutreten, insbesondere gegenüber Europa. Der heutige Bundesrat könne sich eine Scheibe abschneiden von den alten Tagsatzungen, so Bonato.
Auch in Aesch wurde ein Höhenfeuer vorbereitet.
Zum dritten Mal an diesem 1. August: Die Harmonie Birmensdorf spielt die Nationalhymne in Aesch, nachdem sie schon in Uitikon und Birmensdorf aufgetreten ist.
Da singen natürlich alle mit.
Schon zuvor wurde für Stimmung gesorgt: Alpenflieger Rolf heizte der Aescher Waldhütte ein.
Für die Festwirtschaft sorgte der Knabenverein Aesch, unter anderem mit feinem Grillgut (siehe links im Bild).
Über das Engagement der "Knaben" war man dankbar: Gemeinderätin Janine Vannaz applaudiert dem Knabenverein.
Und für den Umzug der Kinder wurden schöne Lampions vorbereitet.
Die Oetwiler Gemeinderätin Rahel von Planta sprach abends um 21 Uhr zu den Oetwilerinnen und Oetwilern
Feierliche Stimmung in Oetwil
In Oetwil sass die Festgemeinde noch spät zusammen und feierte die Schweiz
Gemütliches Beisammensein in Oetwil
Der neu gewählte Statthalter des Bezirks, Simon Hofmann, sprach in Schlieren.
Sonja Gehrig, GLP-Kantonsrätin aus Urdorf, sprach in ihrer eigenen Gemeinde
Der Dietiker EVP-Stadtrat war auf die ander Seite der Limmat gereist, um in Oberengstringen zu sprechen
Die Harmonie Birmensdorf spielte insgesamt in drei Limmattaler Gemeinden - hier im eigenen Dorf
Ständerat Peter Föhn (SVP) aus Muotathal spricht in Birmensdorf
Ein Heimspiel - Hanspeter Haug, Gemeindepräsident von Weiningen, spricht in seiner Gemeinde und auf seinem Hof
In Weiningen trat die Alphorngruppe Türlersee vor verregneter Kulisse auf
Wolkenbruchartiger Regen in Weiningen
Die Stadtjodler von Dietikon im Einsatz in Geroldswil
Roger Bachmann hält seine Ansprache
Zwischenzeitlich wurde die Veranstaltung von Sturmwinden heimgesucht
Die Gästeschar in Geroldswil, die sich trotz drohendem Sturm an die Bundesfeier gewagt hatte
Einige freiweillige Helfer sorgen für das leibliche Wohl
Für eine Erinnerungshilfe war gesorgt
In Unterengstringen fanden sich 200 Personen auf dem Dorfplatz zur Bundesfeier ein
Rolf Wyssling, Präsident der SVP Unterengstringen, hält seine allererste 1. August-Rede
Die Trachtentanzgruppe Schlieren sorgt mit beschwingten Tanzeinlagen für die Unterhaltung auf dem Dorfplatz.
In ihren schönen Trachten war die Trachtentanzgruppe Schlieren eine Augenweide
Die Trachtentanzgruppe Schlieren weiss, wie Choreografien gehen
Oskar Müller bewirtet am Getränkestand die von der Hitze ausgetrockneten Gäste.
Die kleine Nora fühlt sich auf Mamis Schoss und im Schweizer Tenue pudelwohl.
Der in Uitikon aufgewachsene Zürcher Stadtrat Andres Türler (FDP) hielt am 1. August in Uitikon ein Plädoyer für das Schweizer Milizsystem.
Für die Musik war die Harmonie Birmensdorf zuständig, die heute ein dicht gedrängtes Programm hat: Sie spielt in Uitikon, Birmensdorf und Aesch. Da ist der Applaus umso verdienter.
So schön ist der 1. August im Limmattal
Von der Uitiker Bundesfeier nicht mehr wegzudenken ist die traditionelle Verpflegung. Heisser Schinken von Edi's Metzgerei...
...dazu gibts feinen Kartoffelsalat von den "Pfanne-Manne".
Zur Festwirtschaft gehören natürlich auch die Getränke, serviert vom Uitiker Feuerwehrverein. An der Uitiker Bundesfeier ein Muss ist natürlich ein Gläschen Gätterewy, dem Riesling-Sylvaner aus dem eigenen Dorf.
Wer ihn noch nicht kennt: So sieht die Flasche aus.
Begrüsst wurde die Festgesellschaft vom Uitiker Tiefbauvorstand Markus Stäheli (SVP).
In Dietikon hielt dieses Jahr das Ehepaar Ruth Meier...
... und Andrea Kopp die Rede zum Nationalfeiertag
Die beiden wohnen im Limmatfeld
Moderiert wurde der Morgen von Stadtpräsident Otto Müller (FDP)
Wie immer wurde auch die Nationalhymne gesungen. Nicht alle konnten den Text auswendig
Zur Begleitung war die Stadtmusik Dietikon augeboten worden
Die Bevölkerung fand Gefallen an der Rede
Die Fahne der Stadtmusik
Die Bundesfeier in Dietikon fand in der Markthalle auf dem Kirchplatz statt
Verschiedene Besucherinnen und Besucher hatten sich der Schweiz zuliebe passend hergerichtet
Hopp Schwiiz!
Gut besuchte Veranstaltung in Dietikon

Hereinspaziert! ...in die Aescher Waldhütte, wo das Dorf den 1. August feiert...

David Egger

Bratwürste, Lampions, Schweizerkreuze, Rivella, Bier und Schweisstropfen: An den Feiern zu Ehren der Schweiz ging es am 1. August bunt und fröhlich zu und her.

Traditionsgemäss machte Dietikon den Anfang. Dort trafen die ersten Gäste schon am Morgen ein. Die Rede zum Bundesfeiertag hielt im Bezirkshauptort dieses Jahr für einmal kein Vertreter aus der Politik, sondern zwei Bewohner des neuen Stadtteils Limmatfeld. Das Ehepaar Ruth Meier und Andrea Kopp erzählte, was für sie Heimat bedeutet und warum sie diese in Dietikon finden. Moderiert wurde der Morgen von Stadtpräsident Otto Müller.

Im Anschluss an die beiden Reden sangen die Gäste auf dem Kirchplatz gemeinsam in Begleitung der Stadtmusik Dietikon die Schweizer Nationalhymne.

Heisser Schinken und Gätterewy in Uitikon

Gleichzeitig mit Dietikon startete auch in Uitikon um 11 Uhr die Bundesfeier. Dort hielt der Zürcher FDP-Stadtrat Andres Türler die Rede: ein Plädoyer für das Schweizer Milizsystem. Für die Musik sorgte traditionsgemäss der Musikverein Harmonie Birmensdorf, mit dessen Begleitung die vielen Gäste dann auch den Schweizerpsalm sangen. Danach gab es wie immer an der Uitiker Bundesfeier die gewohnte Verpflegung: Heisser Schinken mit Kartoffelsalat, dazu mindestens ein Gläschen vom Üdiker Gätterewy, dem heimischen Riesling-Sylvaner. Begrüsst auf dem Hof der Familie Bosshard an der Zopfstrasse im Ortsteil Ringlikon wurde die Festgesellschaft vom Uitiker Tiefbauvorstand Markus Stäheli (SVP). Der Musikverein Harmonie Birmensdorf hat heute ein dichtes Programm: Er spielt heute Abend auch noch in Birmensdorf und in Aesch. Ach ja: zum Dessert gabs in Uitikon feine Meringues.

Unterengstringen: «Sind liäb mitenand»

Um halb zwölf Uhr zog die Gemeinde Unterengstringen nach. Auf dem Dorfplatz vor dem Feuerwehrdepot fanden sich über 200 Festbesucher ein, viele davon in rot-weissem Tenue. Unter den in den Farben der Gemeinde (rot-weiss-gelb) geschmückten Baldachinen war es drückend heiss. Wer keinen Fächer dabei hatte, behalf sich mit einem der aufliegenden Schweizerpsalm-Blätter. Zu Beginn der Feier wurde die inoffizielle Hymne der Stadt Zürich, der Sechseläutenmarsch, abgespielt. Danach hielt Rolf Wyssling, der im März gewählte SVP-Ortspräsident, die erste 1. August-Rede seines Lebens. Er betonte die Wichtigkeit von gegenseitigem Respekt und schloss mit den durch «Stapi» Emil Landolt berühmt gewordenen Worten: «Sind liäb mitenand». Als Verpflegung gab es einen Gratisumtrunk sowie Würste vom Grill. Moderiert wurde der Morgen traditionsgemäss von Thomas Wirz, dem Präsident des Bürgerlichen Gemeindevereins (BGV). Die Trachtentanzgruppe Schlieren umrahmte das Programm mit beschwingten Tanzeinlagen. Heute Abend um 19 Uhr unterhält sie noch an einer anderen Zürcher Bundesfeier, jener der Gemeinde Bachs. Hoffentlich bei etwas milderen Temperaturen.

Geroldswil: Eigene Identität bewahren

In Geroldswil hielt der Dietiker SVP-Stadtrat Roger Bachmann am späteren Nachmittag die Ansprache zur Bundesfeier auf dem Festplatz Werd. Seine Hauptthemen waren die individuelle Eigenverantwortung und die Wichtigkeit eines angemessenen Nationalstolzes. Die eigene Identität müsse zumal in Zeiten der Globalisierung bewahrt und verteidigt werden. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Stadtjodler von Dietikon.

Weiningen: Regen und leuchtendes Vaterland

In Weiningen wurde die Festgemeinde von einem wolkenbruchartigen Regen überrascht. Das tat der Festfreude aber keinen Abbruch. Hanspeter Haug (SVP), Weininger Gemeindepräsident, Festredner und Gastgeber in einem, verschob seine Rede kurzerhand von 18 Uhr auf 19 Uhr, später nochmals nach hinten. Man nehme das nicht so streng, sagte er. Die Gäste begrüsste er dann, als die Sonne schon wieder schien, offiziell mit den Worten: «Sie sind Patrioten, dass Sie Ihre Ferien so gelegt haben, um an unserer Bundesfeier dabei zu sein.» In der dritten 1.-August-Rede seiner Karriere plädierte Haug für Fairness in der Politik und für mehr «Grüezis» auf der Strasse. Und er bedankte sich bei der engagierten Dorfbevölkerung: «Im Kleinen muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.»

Schlieren: Mit dem Bus in den Fluegarten

Schlieren war es gelungen, den neu gewählten Statthalter Simon Hofmann für eine Rede zu gewinnen. Hofmann, der sein Amt im Herbst antreten wird, sprach auf dem Fest im Fluegarten, wo die Schlieremer Feier traditionsgemäss stattfindet. Neu war dieses Jahr aber, dass ein Shuttlebus die Besucher zu den Feierlichkeiten brachte. Den ersten Stopp riss das Gefährt im Alterszentrum Sandbühl, sodass die dortigen Bewohner auch die Möglichkeit erhielten, an der Feier teilzunehmen. Hofmann sagte in seiner Festansprache, Schlieren sei vorne mit dabei, wenn es um die Zukunftsgestaltung der Schweiz gehe. Beispiele dafür sei die tolle Start-up-Szene oder der Bio-Technopark.

Urdorf: Lob der Gemeinschaft

Fast gleichzeitig, etwa um 20 Uhr, fand die Festrede in Urdorf auf dem Embri-Areal statt. Sonja Gehrig, GLP-Kantonsrätin aus der eigenen Gemeinde, sprach darin über gemeinsame Aktivitäten zur Förderung des Allgemeinwohls. Im Alleingang, so Gehrig, könne man nicht ans Ziel kommen. Die Schweiz sei angewiesen auf Freiwillige, die sich ehrenamtlich für die Gesellschaft einsetzen und so den Zusammenhalt und die Sicherheit des Landes garantieren. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom Verein Harmonie Urdorf.

Birmensdorf: Die Schweiz ist ein Haus

Ebenfalls am Abend feierte man in Birmensdorf. Während Nachbargemeinden auf lokale Politiker als Festredner setzen, geht Birmensdorf einen exotischeren Weg. Es ist zur Tradition geworden, dass die Gemeinde zur Bundesfeier jedes Jahr einen Gastkanton einlädt. Letztjährig war etwa der Kanton Luzern dran, zuvor Appenzell Ausserrhoden. Dieses Jahr war der Kanton Schwyz in die Kränze gekommen. Für die Ansprache hatte passenderweise der Ständerat Peter Föhn (SVP) aus Muotathal gewonnen werden können. Der Möbelunternehmer verglich die Schweiz mit einem Haus. Das Fundament sei die direkte Demokratie, die Wände Freiheit, Sicherheit und Föderalismus, das Dach der Herrgott selbst. Sein Fazit: «Zu einem schönen Haus muss man Sorge tragen.»

Oberengstringen: Gemeinsam geht es ringer

Um die Wichtigkeit von Solidarität ging es in der Rede von EVP-Stadtrat Heinz Illi aus Dietikon. Er war über den Fluss gereist, um in Oberengstringen zur Festgemeinde zu sprechen. «Wir müssen wieder mehr aufeinander zugehen, Vertrauen zueinander haben», sagte Illi. Auch müsse man Argumente prüfen und den Konsens suchen, wo immer es gehe. «Gemeinsam können wir Dinge wenden, wir bestimmen in unserer Demokratie, wo es langgehen soll.»

Aesch: Nur Mut

Der Aescher Gemeinderat und Kantonsrat Diego Bonato (SVP) hielt die Festrede in der eigenen Gemeinde. Dabei wandte er sich einer Besonderheit der Schweizer Geschichte zu: den Tagsatzungen, zu denen sich die Kantone trafen, als es noch keinen Bundesrat oder dergleichen gab. 1734 lehnte die Tagsatzung einen Vertrag mit dem österreichischen Kaiser ab, um Freiheit und Neutralität zu wahren. «Von diesem Mut könnten sich der Bundesrat und die Mehrheit des Nationalrats eine Scheibe abschneiden», sagte Bonato. Die Einwanderung – «80 000 pro Jahr sind beunruhigend» – sei wieder selber zu kontrollieren und Verträge seien zu künden, wenn sie sich als Knebelverträge entpuppen. Bonatos Verweis auf die Geschichte kam nicht von ungefähr: «Um der Zukunft willen soll man die Vergangenheit hochhalten», zitierte er Jeremias Gotthelf in der Aescher Waldhütte, wo sodann Alpenflieger Rolf und der Musikverein Harmonie Birmensdorf für die Musik und der Aescher Knabenverein für die Festwirtschaft sorgten.

Oetwil: Wenn die Hymne an Ferien erinnert

Den Schluss machte Oetwil, wo die eigene FDP-Gemeinderätin Rahel von Planta erst um 21 Uhr ihren grossen Auftritt auf dem Festgelände an der Übersetzstelle an der Limmat hatte. Sie nahm in ihrer Rede diverse Nationalhymnen unter die Lupe. Der Schweizer Psalm erinnere sie mit seinem «Sternenheer und Abendglühn» mehr an stimmungsvolle Ferienszenen als an eine heldenhafte Schlacht, sagte sie. Dem «deutschen Vaterland» gestand Planta zwar zu «im Glanze seines Glücks» gedeihen zu dürfen. Doch solle in der Schweiz weiterhin «parkiert»– nicht geparkt – und «grilliert» – nicht gegrillt – werden dürfen.