Projektwettbewerb
So sieht der neue kantonale Werkhof in Birmensdorf aus

Der kantonale Gewässerunterhalt braucht einen grösseren Werkhof. Deshalb werden die Standorte Obfelden und Dietikon neu in Birmensdorf im Industriegebiet Ristet zusammengelegt. Wenn alles gut geht, ist das neue Gebäude 2021 bezugsbereit.

Bettina Hamilton-Irvine
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Werkhof

Werkhof

zvg visualisierung

Birmensdorf bekommt einen neuen Werkhof – aber keinen gemeindeeigenen. Auftraggeber ist der Kanton. Genauer gesagt: der kantonale Gewässerunterhalt des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Dieser ist verantwortlich für den Unterhalt und die ökologische Pflege von mehr als 3600 Kilometern an Bächen und Flüssen sowie für sämtliche Seen des Kantons.

Aktuell verfügt der Unterhaltsdienst über einen Werkhof in Obfelden und ein Materiallager in Dietikon. Weil die Logistiksituation aber ungünstig und die Platzverhältnisse zu eng sind, werden die beiden Standorte nun zusammengelegt. Das Awel suchte und fand ein neues Zuhause für den Werkhof: Das Industriegebiet Ristet in Birmensdorf habe sich dafür als ideal erwiesen, heisst es in einer Medienmitteilung von gestern. Die Parzelle, die bereits dem Kanton gehört, wird bisher als Lagerplatz genutzt. Das dreiseitig von Wald umgeben Grundstück ist relativ flach und sei daher für die Realisierung eines Werkhofs sehr gut geeignet.

«Äusserst stimmig»

Um das beste Projekt zu finden, führte das Hochbauamt einen Projektwettbewerb durch. Verlangt war ein Werkhof mit Einstellhalle, Werkstätten sowie Dienst- und Lagerräumen. Nun steht der Sieger fest: Von den 74 beurteilten Projekten wählte die Jury «Rubik» von den Zürcher Architekten Raumbureau aus. Das Siegerprojekt habe die Jury «durch seine Klarheit und Kompaktheit» überzeugt, heisst es in der Medienmitteilung. Die Einstellhalle, die Werkstätten sowie die Dienst- und Lagerräume sind in einem quadratischen Bau untergebracht. Die Anordnung der Räume sei zweckmässig organisiert, das äussere Erscheinungsbild bewusst reduziert und zurückhaltend, heisst es in der Mitteilung: «Einzig auf der Zugangsseite stechen ein grosszügiges Vordach und die verglasten Tore der Einstellhalle ins Auge.»

Die Jury schwärmt im begleitenden Bericht vom «äusserst stimmigen Vorschlag», der den Vorstellungen der künftigen Nutzer sowohl betrieblich als auch architektonisch «beinahe ideal» entspreche. Den Architekten gelinge es, mit einem klaren Konzept, einer kohärenten Materialisierung und einer ansprechenden Gestaltung die Anforderungen der Bauherrschaft zu erfüllen. Hier bekomme man wirklich das, was man sehe, findet die Jury. Zudem würden auch die prognostizierten Erstellungskosten für den Werkhof im Vergleich mit anderen Vorschlägen «relativ tief» ausfallen, heisst es im Jurybericht. Mit rund 8 Millionen Franken sei aufgrund der Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie zu rechnen, sagte ein Sprecher der Baudirektion gestern.

Ziel: Bezug Ende 2021

Das Projekt wird nun unter der Leitung des Hochbauamtes und in Zusammenarbeit mit den Nutzern weiterentwickelt. Dazu gehört auch eine detaillierte Ausarbeitung der Kosten und Termine. Das Ziel ist aber, dem Regierungsrat und dem Kantonsrat bis Herbst 2018 ein bewilligungsfähiges Projekt vorzulegen. Stimmen diese dem Projekt zu und erfolgen keine Rekurse, sollte der Neubau Ende 2021 bezugsbereit sein.

Was danach mit dem heutigen Materiallager in Dietikon geschieht, ist noch nicht klar, wie Markus Pfanner, Sprecher der Zürcher Baudirektion, auf Anfrage sagt. Bis der neue Werkhof in Birmensdorf steht, wird das Grundstück, welches sich zwischen Limmat, Überlandstrasse und Autobahnbrücke befindet, weiterhin primär für das Deponieren von Fahrzeugen und Maschinen gebraucht.