Es wird auch in Dietikon wärmer: Der Stadtrat verweist in seiner Antwort auf eine entsprechende Interpellation des Grünen-Gemeinderates Andreas Wolf auf die Publikationen der kantonalen Baudirektion und die Klimaszenarien des Kantons Zürich. Zu erwarten sind demnach «heissere Sommer, Trockenperioden, Starkniederschläge und Hochwasser». Der Klimawandel, schreibt der Stadtrat, stelle eine grosse Herausforderung dar.

Gab es in der Periode von 1960 bis 1991 durchschnittlich 14 Hitzetage pro Jahr, waren es 2018 gemäss Wetterstation Schlieren 28 Tage, wie der Stadtrat weiter festhält. «Die Wärmebelastung nimmt insbesondere im Wirtschaftsgebiet Silbern sehr stark und im dicht bebauten Zentrum von Dietikon stark zu.» Gemäss Angaben des Kantons müsse in den nächsten 20 Jahren mit durchschnittlich 30 bis 40 Hitzetagen und im Gebiet Silbern lokal mit bis zu 50 Hitzetagen (und über 20 Tropennächten, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad fällt) gerechnet werden.

Kaltströme und Grünflächen

Doch was plant die Stadt, um die Ursachen und Symptome des Klimawandels zu bekämpfen, hatte Wolf in seiner Interpellation gefragt. Die Massnahmen müssten natürlich koordiniert von Bund, Kanton und Gemeinden erfolgen, hält der Stadtrat in seiner Antwort fest. Für die Stadt Dietikon listet er elf «eingeleitete Massnahmen und Handlungsfelder» auf.

Um die Wärmebelastung im Stadtgebiet tief zu halten, müssten beispielsweise die Kaltluftströme berücksichtigt werden, führt der Stadtrat aus. Denn diese leisten einen wichtigen Beitrag, damit sich der Stadtkörper während der Nacht abkühlen kann. «Mit dem Hochhauskonzept hat die Stadt deshalb bewusst eine Positivplanung umgesetzt und die geeigneten Hochhausstandorte definiert, damit diese Luftströme nicht beeinträchtigt werden.»

Zudem stehe die Revision der Bau- und Zonenordnung an. «Auch dort werden spezifische Massnahmen im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung geprüft.» Denkbar sind diesbezüglich zusätzliche Grünbereiche.

Auch bei den stadteigenen Strassen und Plätzen wird der Versuch unternommen, mit geeigneten Begrünungs- und Beschattungsmassnahmen einer übermässigen Erwärmung vorzubeugen. Aus diesem Grund – sowie aus weiteren ökologischen Überlegungen – wird auch das gesamte Eigentrassee der geplanten Limmattalbahn in Dietikon grün bleiben.

Mit dem Leitfaden «Natur im Siedlungsraum» werden private Grundeigentümer ebenfalls für dieses Thema sensibilisiert: Ihnen werden darin auch konkrete Vorschläge gemacht: Dazu gehören unter anderem «die Begrünung von Dächern und Fassaden» und «die Neuschaffung von Stillgewässern und Versickerungsanlagen sowie der Einsatz von hitzeresistenten Pflanzen».

Weitere Anstrengungen gehen gemäss der Antwort des Stadtrates in Richtung einer Verminderung des CO2-Ausstosses. Er verweist auf den Bau der Limmattalbahn, den stetigen Ausbau des Busangebotes, die Verbesserung des Verkehrsnetzes für Fussgänger und Velofahrer sowie die Förderung von Ladestationen für E-Autos.

Trockenheitstolerante Bäume

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, stehen unter anderem in der Fortswirtschaft «trockenheitstolerante Baumarten» im Fokus, im Bereich der Naturgefahren werden gemeinsam mit dem Kanton Hochwasserschutzmassnahmen an der Reppisch geprüft und zur Unterstützung von erneuerbaren Energien und Beratungsleistungen soll die Verordnung Förderbeiträge überprüft und aktualisiert werden.

Welche Kosten der Klimawandel der Stadt Dietikon verursachen wird, kann der Stadtrat in seiner Interpellation nicht beziffern. Dies sei letztlich auch von den Anstrengungen anderer abhängig: So sei unklar, welche Massnahmen wie schnell gesamtschweizerisch oder europaweit umgesetzt würden. Und auch die Bewohner und das Gewerbe von Dietikon könnten mit ihrem Verhalten die Treibhausgasemissionen beeinflussen, indem sie beispielsweise mit Bus oder Velo fahren, die Sonnenstoren effizient nutzen oder ihr Konsumverhalten anpassen würden, schreibt der Stadtrat. Er selber ist gewillt, «bei Planungs- und Auswahlverfahren die Auswirkungen auf den Klimawandel zu berücksichtigen».