Ihr erstes Wohltätigkeitsprojekt organisierte Tamara Matovic mit 14 Jahren. Nun ist sie 16 und bereits an ihrem dritten karitativen Projekt dran. Somit ist sie fast schon ein «alter Hase» im Geld sammeln für den guten Zweck. Dieses Projekt realisiert sie gemeinsam mit Kollegin Noela Nyarko(15) und der Unterstützung von neun Mitschülerinnen. Ihre Idee heisst «Abschlussball» und wird als diesjähriger Sieger des Jugendprojekt-Wettbewerbs der Stadt Dietikon mit 2500 Franken finanziell unterstützt.

Schulzeit feiern und Geld sammeln

Da die Schulzeit sich dem Ende zuneigt, ist sie mit einer Gruppe von zehn Mitschülerinnen auf die Idee des Abschlussballs gekommen. «Damit wollen wir die schönen Erinnerungen unserer Schulzeit feiern», erzählt Noela Nyarko. Das Motto des Balls lautet deshalb «Glamour».

Es soll aber nicht nur gefeiert werden. Der Abschlussball soll auch dazu dienen, Geld für einen wohltätigen Zweck zu sammeln. Der Erlös wird nämlich einer Kindertagesstätte in Dietikon gespendet. Möglichst viel Geld wollen die jungen Frauen wie folgt sammeln: Für den Eintritt und die Getränke soll ein symbolischer Preis verlangt werden. Zudem werden professionell Porträtfotografien vor Ort aufgenommen und verkauft. Obwohl die Preise tief sein werden, wird auf eine ansehnliche Summe gehofft. Erwartet werden nämlich 200 bis 300 Jugendliche, sprich alle diesjährigen Schulabgänger der Stadt Dietikon. Das Fest findet am 6.Juli im Pfarreizentrum St. Agatha statt.

Damit genügend Jugendliche angesprochen sind, werden die Eintrittstickets im Voraus verkauft. Dabei erhält jeder 3. Sekundarschüler zum gekauften Billett ein Freiticket dazu, um auch auswärtige Freunde einladen zu können.

Zeit, das passende Kleid für den Abschlussball zu finden, hatten die beiden Initiantinnen aufgrund der aufwendigen Vorbereitungen jedoch noch nicht. «In der Schule reden alle nur noch über die Wahl ihrer Garderobe. Wir sind aber organisatorisch noch ganz andersweitig beschäftigt», so Noela Nyarko.

Das erste und zweite Projekt

In den letzten zwei Jahren hat Tamara Matovic gemeinsam mit einer Freundin und der Unterstützung des Roten Kreuzes zwei Wohltätigkeitsfeste organisiert: Die insgesamt gesammelten 3500 Franken wurden an ein Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer in Bern gespendet. Zu ihrer Motivation sagt sie: «Man sieht viel Schlechtes in der Welt und uns in der Schweiz geht es so gut. Es ist schön, wenn man jemandem helfen kann.» Die Reaktionen auf die grosszügige Spendeaktion seien ausschliesslich positiv gewesen, erzählt sie stolz. Darum wollte sie unbedingt wieder etwas in dieser Art anreissen. Da kam der diesjährige Jugendprojekt-Wettbewerb der Stadt Dietikon wie gerufen.

Unterstützung von der Stadt

Mit diesem alljährlichen Wettbewerb möchte Armin Strässle, von der Jugend & Freizeit Dietikon, den Heranwachsenden die Möglichkeit und den finanziellen Rückhalt für eigene Projekte ermöglichen, wie er sagt. «Wir wollen die Bedürfnisse der Jugendlichen direkt am Puls erfahren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen und begleiten.»

Beim «Abschlussball»-Projekt gefalle der fünfköpfigen Jury besonders gut, dass so viele Personen davon angesprochen werden: Nicht nur die Schüler, sondern auch die Kindertagesstätte sollen profitieren und daran Freude haben.