Im Laden Marta im Zürcher Kreis 4 werden gebrauchte oder handgefertigte Waren angeboten. Das permanente Flohmarkt vermietet seine Ladenregale wochenweise. Einmieten können sich private Verkäufer und junge Designer.

Damit orientiert sich das Konzept am Shop-in-Shop-System, welches vor allem Warenhäuser nutzen. Dort bieten verschiedene Nutzer einzelne Teile oder auch das gesamte Sortiment in sichtbar abgegrenzten Bereichen und zum Verkauf an. Beim klassischen Shop-in-Shop-System fliesst für die Nutzung der Fläche eine Miete und pro verkauftem Warenstück eine Provision an den Ladenbetreiber.

Darin unterscheidet sich das Zürcher Konzept: «Bei Marta geht es darum, jedem zu jeder Zeit die Möglichkeit zu bieten, seinen kleinen eigenen Laden für eine beliebige Zeit zu haben. Völlig flexibel und unkompliziert», sagt Daniele Albertinelli, der Marta zusammen mit seiner Partnerin Myrielle Hambrecht im vergangenen November eröffnet hat. Der Laden finanziert sich vollständig über die Regalmiete. Der Erlös aus dem Verkauf geht provisionsfrei an die Mieter der Regale. Diese setzen ihre Verkaufspreise unabhängig fest.

Im Kreislauf behalten

Inspiriert wurden die Marta-Betreiber nicht vom Warenhaus-System, sondern von finnischen Flohmärkten. Dort können in den bis zu 1000 Quadratmeter grossen Hallen Regale gemietet werden, um gebrauchte Waren von Werkzeugen über Kinderspielzeug hin zu Porzellan und Geschirr sowie Kleider zu verkaufen. Das ausgeprägte Bewusstsein der Finnen für die Wiederverwertung von Gegenständen hat die beiden beeindruckt. Dennoch setzt Marta auf eine Mischung von neu und alt.

Weil sich Albertinelli und Hambrecht für nachhaltigeren Konsum sowie die Wertschätzung von Handwerksarbeit einsetzen möchten, sollen bei Marta hauptsächlich vorhandene Dinge von Privatpersonen wieder in den Konsumkreislauf gebracht werden.

Aber auch neu gefertigte Ware von jungen Designlabels, die keinen eigenen Laden haben, werden angeboten. «Unser Angebot ist dynamisch. Der Laden sieht jede Woche anders aus», sagt Albertinelli. Derzeit gibt es neben Secondhandkleidern, Sonnenbrillen und Schmuck auch DVDs und selbstentworfene Stücke im Lukashof nahe der Bäckeranlage zu kaufen.

Für die sechstägige Nutzung von Kleiderständer sowie zwei Tablaren oder einer Vitrine bezahlen die Verkäufer 75 Franken. Die Mieter stammen aus der Region und der ganzen Schweiz. Wer nicht selber regelmässig den Verkauf vor Ort überwachen kann, tut dies über das ladeneigene Online-Tool. Darüber können die Verkäufer die Preise festlegen und während der Mietdauer den Verkaufsverlauf verfolgen. Stücke, die besonders gut laufen, können so im Verlaufe der Woche wieder nachgefüllt werden. Solche die weniger gut laufen, können entfernt oder aber zu einem reduzierten Preis weiterhin angeboten werden.