Dietikon

Sexueller Übergriff auf Rentnerin: Tatverdächtiger wurde in eine Klinik gebracht

Der Angeklagte muss sich Mitte Juni vor dem Bezirksgericht in Dietikon verantworten. (Archivbild)

Der Angeklagte muss sich Mitte Juni vor dem Bezirksgericht in Dietikon verantworten. (Archivbild)

Diesen Monat soll das Bezirksgericht über einen mutmasslichen Räuber urteilen, dessen Methoden besonders skrupellos gewesen sein sollen.

Mitte Juni muss sich vor dem Bezirksgericht Dietikon ein 56-jähriger Schweizer verantworten, dem die Straftatbestände qualifizierter Raub, mehrfache und teilweise qualifizierte sexuelle Nötigung, schwere Freiheitsberaubung und mehrfacher Diebstahl vorgeworfen werden. Die kantonale Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte hat im September letzten Jahres Anklage gegen den Mann erhoben.

Nachdem er Anfang Mai 2017 verhaftet wurde, sass er bis Anfang November 2017 in Haft, dann trat er den vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzug in einer psychiatrischen Klinik an, steht in der Anklage.

Brutal gefesselt

Weiter schreibt die kantonale Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte, was sie dem Mann vorwirft. Im Limmattal soll er eine Frau weit über dem Pensionsalter überwältigt haben. Er soll dafür auch ein Messer zu Hilfe genommen und die Hände der Frau auf schmerzhafte Art und Weise auf dem Rücken zusammengebunden haben. Dann soll er sich sexuell an ihr vergangen haben. Er soll sie auch mit dem Tod bedroht haben. So steht in der Anklageschrift, dass er ein Kissen zur Hand genommen haben und ihr sinngemäss zu verstehen gegeben haben soll, dass er ihr das Kissen aufs Gesicht halte, wenn sie nicht ruhig sei.

Danach soll er in der Wohnung der älteren Frau nach Sachen von Wert gesucht haben. Dabei soll er aber dadurch unterbrochen worden sein, dass sich die Frau von den Fesseln befreien konnte. Mittels einer improvisierten Vorrichtung aus Möbeln, Textilien und einem mitgebrachten Seil soll er sie nun erneut gefesselt haben, und zwar dergestalt, dass er sie in Todesgefahr gebracht haben soll. Eine falsche Bewegung, und es hätte sich eine Schlinge um den Hals zugezogen.

Danach soll der Mann in der Wohnung unter anderem Schmuck, Bargeld und Lebensmittel behändigt haben. Der Wert davon wird auf einen vierstelligen Betrag beziffert. Danach soll der Mann die Wohnung verlassen haben. «Er nahm dabei selbst ihren Tod billigend in Kauf», schlussfolgert die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. Stunden später wurde die Frau aufgefunden und gerettet.

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft hält zudem weitere Taten fest. Ebenfalls im Limmattal soll der Mann in einem Warenhaus verschiedene Textilien im Wert von 840 Franken und ein Töffli von einer Drittperson geklaut haben.

Weiter schreibt die Staatsanwaltschaft, dass der Mann in einem anderen Kanton eine Prostituierte aufgesucht habe, deren Dienste er früher in Anspruch genommen habe, und wirft ihm vor, dass er gegen ihren ausdrücklichen Protest auch auf sie einen gewaltsamen sexuellen Übergriff verübt haben soll.

Nach dem Überfall im Limmattal wurde nach dem mutmasslichen Täter gefahndet, der womöglich eine Waffe auf sich trug. Wenige Tage später konnte er in der Ostschweiz nahe der Landesgrenze gefasst werden – offenbar während eines Diebstahlversuchs. Welches Strafmass die Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte beantragt, wird sich an der Gerichtsverhandlung Mitte Juni zeigen.

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