Eishockey
Schweizer Meister Baltisberger im Tarnanzug

Chris Baltisberger aus Oberengstringen geht die letzten Wochen seiner Spitzensportler-Rekrutenschule an. Der 22-jährige Stürmer von den ZSC Lions ist froh, wenn er sich wieder das Eishockeytrikot überstreifen kann.

Chantal Fimian
Merken
Drucken
Teilen
Chris Baltisberger im Vierfruchtanzug.

Chris Baltisberger im Vierfruchtanzug.

cfi

Das Trikot mit dem Tarnanzug getauscht, die Militärtreter ersetzen die Schlittschuhe und geschossen wird nicht mehr auf das gegnerische Tor, sondern auf einige Meter entfernte Zielscheiben - Alltag für Chris Baltisberger, den Spieler der NLA-Mannschaft der ZSC Lions.

Noch im April feierte der 22-Jährige den zweiten Meistertitel mit den Zürchern, danach folgte die fünfwöchige Grundausbildung der Spitzensport-Rekrutenschule in der Kaserne Lyss. «Mir geht es sehr gut. Wir treffen hier auf optimale Trainingsbedingungen», freut sich der ehemalige Junior des EHC Urdorf.

Gemeinsam mit zehn weiteren Eishockeyspielern und anderen Spitzenathleten aus den Bereichen Radsport, Ski Alpin und Ski Langlauf erlernt Baltisberger das Militär-ABC. «Am Anfang war das schon gewöhnungsbedürftig. Nach zwei Wochen hat man sich daran gewöhnt und hat sich eingelebt», so der Stürmer.

Zwei Trainings pro Tag

Doch mit der Trefferquote am Schiessstand hapert es noch ein wenig: «Auf dem Eis bin ich treffsicherer. Zum Glück ist das so.» Mittlerweile dislozierten die zu Soldaten beförderten Athleten nach Magglingen, wo sie die verbleibenden Wochen der Rekrutenschule verbringen. Zwei Mal pro Tag wird in der jeweiligen Sportart trainiert.

Daneben werden Baltisberger und Co. in Sachen Ernährung, Karriereplanung und Medienumgang geschult und schliessen unter anderem eine dreiwöchige Sportleiterausbildung ab. Dass Baltisberger anstatt in die wohlverdienten Sommerferien, direkt nach der Meisterfeier in den «grünen Urlaub» einrücken musste, ist für ihn kein Problem: «Wir haben gewusst, dass wir nach Saisonschluss ins Militär gehen. Ferien werden wir in den kommenden zwei Monaten noch haben - das reicht.»

Mit schmerzenden Zehen hatte der Limmattaler nach dem Meistertitel zu kämpfen. An die Militärschuhe hat er sich anscheinend schnell gewöhnt. «Nur Blasen haben mich gequält», so Baltisberger. Kleine Tipps holte sich der 22-Jährige bei seinen Teamkollegen der ZSC Lions: «Ich habe ein wenig mit Lukas Flüeler gesprochen. Er hat mir erzählt, was mich in etwa erwartet, aber es waren keine grossen Tipps dabei.»

Bald vorbei

Schon bald wird Baltisberger das Tenü grün gegen sein weiss-blaues Trikot tauschen. Am 11. Juli sind die 18 Wochen der Rekrutenschule vorbei. Anschliessend bleibt etwas Zeit, bevor er Ende Juli mit den ZSC Lions die Saisonvorbereitung beginnen wird. Die Nummer 14 freut sich auf den Szenenwechsel: «Klar trage ich lieber das ZSC-Trikot als den Tarnanzug - das ist keine Frage. Aber ich muss sagen, dass ich die Militärzeit als angenehm empfinde.»