Polizei-Grosseinsatz
Schüsse mitten in Zürich: Mann (38) tötet Frau (35) und richtet sich anschliessend selber

Vor einem Haus an der Lagerstrasse sind am Freitagnachmittag kurz nach 14:30 Uhr mehrere Schüsse abgegeben worden. Zwei Personen sind dabei ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um ein Beziehungsdelikt.

Lina Giusto
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Augenzeugen berichteten von drei bis fünf Schüssen kurz nach 14.30 Uhr vor der UBS-Filiale an der Europaallee im Zürcher Kreis 4. Eine Gruppe von fünf Rekruten sass zum Zeitpunkt der Tat im gegenüberliegenden Restaurant und eilte sofort zu Hilfe, als sie die Schüsse hörten. «Wir fanden zwei Personen mittleren Alters, vielleicht zwischen dreissig und vierzig Jahren, vor. Am Boden waren dicke Blutspuren sichtbar», sagte einer der Rekruten. Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen und habe sie dann weggeschickt.

Sie traf mit einem Grossaufgebot und rund zehn Polizeifahrzeugen vor Ort ein und hat anschliessend den Tatort grossräumig abgesperrt. Vor der UBS-Filiale errichteten die Einsatzkräfte ein gelbes und weisses Zelt. Diesen näherte sich ein Mann, auf dessen Jacke auf dem Rücken die Aufschrift «Forensik» prangte.

Die ausgerückten Rettungskräfte trafen vor Ort auf eine tote und eine schwer verletzte Person, die später auch ihren Verletzungen erlag. Zum Geschlecht, zur Identität der Personen sowie zu den Hintergründen der Tat konnte die Stadtpolizei zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. «Für die Bevölkerung besteht aber keine Gefahr», sagte die Sprecherin der Stadtpolizei Zürich, Judith Hödl, die ebenfalls vor Ort war.

Die Lage an der Europaallee rund eine Stunde nach der Schiesserei war ruhig. Vereinzelte Passanten standen auf dem Trottoir und beobachteten die Szenerie.

Schüler der Baugewerblichen Berufsschule Zürich hatten die Schüsse ebenfalls gehört. Dann seien unzählige Polizeiwagen durch die Strassen gefahren, berichteten diese. Mehr konnten sie zum Vorfall allerdings nicht sagen. Sie seien hier, weil sie sehen wollten, was los sei.

Weitere Bilder vom Tatort in Zürich:

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Lina Giusto

Am frühen Freitagabend stand dann fest: Es handelt sich laut Stadtpolizei um ein Beziehungsdelikt. Dabei schoss ein 38-jähriger Mann mehrmals auf eine 35-jährige Frau und richtete sich danach selbst.

Grosse Betroffenheit

Wie die Stadtpolizei am Abend auf Nachfrage bekannt gab, handelte es sich bei beiden Personen um italienische Staatsbürger. In einem internen Schreiben von UBS-Schweiz-Chef Axel Lehmann, das der «Blick» publizierte, heisst es: «Wir trauern um eine Mitarbeiterin der UBS, die heute im Rahmen einer privaten Auseinandersetzung vor unserem Gebäude Europaallee 21 in Zürich zu Tode kam.»

Neben der Stadtpolizei und der Kantonspolizei war auch die Zürcher Staatsanwaltschaft IV für Gewaltdelikte im Einsatz. Unterstützt wurden sie vom Forensischen Institut Zürich sowie der Rechtsmedizin. Die Sanität von Schutz & Rettung Zürich war mit insgesamt vier Rettungswagen und zwei Notärzten im Einsatz. Die genauen Hintergründe und der Tathergang seien Gegenstand der laufenden Abklärungen, sagte Hödl weiter. Die weiteren Ermittlungen werden durch die Staatsanwaltschaft IV für Gewaltdelikte und die Kantonspolizei Zürich geführt.