René Eberle (SVP) und Markus Fuchs (SP) ziehen ihre Kandidaturen für das Urdorfer Schulpräsidium zurück. Gestern teilten beide Ortsparteien mit, dass ihre Anwärter auf den zweiten Wahlgang am 22. April verzichten. Dieser wurde notwendig, weil am Abstimmungssonntag vor gut einer Woche keiner der drei Kandidierenden das absolute Mehr von 892 Stimmen erreichte. Allerdings distanzierte Irmgard Struchen, die 658 Stimmen erhielt, ihre Konkurrenten deutlich. Eberle (445 Stimmen) fehlten 213 zur Führenden, Fuchs landete mit 412 Stimmen auf dem letzten Platz.

«Ich erachte es als unrealistisch, den Rückstand zu Irmgard Struchen aufzuholen», sagt Eberle auf Anfrage. Traurig, nicht mehr im Rennen zu sein, sei er aber nicht. «Die Welt geht nicht unter. Ich wurde erneut in die Schulpflege gewählt. Ich konzentriere mich nun auf diese Aufgabe.»

Ähnlich klingt es bei der SP. «Die Stimmenverteilung für die Wahl als Präsident hat mir gezeigt, dass meine Chancen hier weniger gut stehen», lässt sich Fuchs in der Mitteilung der SP zitieren. Deshalb fokussiere er sich nun lieber auf sein Amt als Schulpfleger.

Hohe Wahlbeteiligung erhofft

Mit dem Ausscheiden von Eberle und Fuchs bleibt Struchen als einzige Kandidatin übrig. Trotz fehlender Kontrahenten sieht sie sich noch nicht als neue Urdorfer Schulpräsidentin. «Gewonnen habe ich dadurch noch nicht.» Sie warte den zweiten Wahlgang ab. Nichtsdestotrotz ist sie zuversichtlich: «Der Verzicht der beiden erleichtert mir natürlich die Wahl.» Sie hoffe dennoch auf eine hohe Wahlbeteiligung, um klare Verhältnisse zu schaffen.

Die derzeitige Schulfinanzvorsteherin versteht die Entscheidung ihrer Gegner. «Mein Vorsprung ist deutlich, ich hätte an ihrer Stelle wohl gleich reagiert.» Egal wie die Wahl ausgehe, freue sie sich auf die Zusammenarbeit mit Eberle und Fuchs sowie den anderen wiedergewählten und den neuen Schulpflegern. Ob sie sich nun Stimmen von den anderen Parteien erhoffen könne, wisse sie nicht. «Ich wäre jedenfalls dankbar», sagt Struchen. Sie sei guter Dinge, dass sie noch vereinzelte Stimmen von links und rechts erhalten werde. Ob sie offiziell auf die Unterstützung von der SVP setzen kann, wird die Volkspartei am Freitag an ihrer Mitgliederversammlung entscheiden, wie Eberle sagt. Die SP Urdorf hat für den zweiten Wahlgang Stimmfreigabe beschlossen, wie ihrer Mitteilung zu entnehmen ist.

CVP weiter auf Stimmenfang

Auch wenn die Chancen für Struchen sehr gut stehen, will die CVP Urdorf die Kampagne für den zweiten Wahlgang weiterführen. «Wir werden Plakate aufhängen und Flyer verteilen, um die Wähler zu mobilisieren», sagt Marc Joye, Präsident der Ortspartei. Sein Ziel: «Ich möchte, dass sie sehr gut gewählt wird. Das ist eine wichtige Bestätigung.»