Spiel des Lebens
Schluss mit Weltmeister – endlich Cupsieger

FCZ-Profi Oliver Buff aus Geroldswil erzählt vom Schweizer Cupfinal 2014 gegen Basel und der anschliessenden Feier.

Aufgezeichnet von: Fabian Sanginés
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Oliver Buff auf der Allmend Brunau mit dem gewonnenen Cup.

Oliver Buff auf der Allmend Brunau mit dem gewonnenen Cup.

Fabian Sanginés

«Das ganze Team bejubelte unseren Torschützen Mario Gavranovic und mir wurde sofort klar: Diesen Sieg heute lassen wir uns nicht mehr nehmen!

Es war der 21. April 2014. Zum ersten Mal in meiner Profi-Laufbahn stand ich in einem Cupfinal. Überhaupt war es nach dem U17-Weltmeistertitel die erste Gelegenheit, im ‹Erwachsenen-Fussball› einen wichtigen Titel zu gewinnen.

Bereits Tage vor dem Duell mit dem FC Basel war die Anspannung in der Mannschaft spürbar. Alle waren fokussiert und hatten das Ziel, den Pott nach Zürich zu holen.

Auch auf dem Feld war dieser unbändige Wille sofort zu sehen. Eine bezeichnende Szene nach rund 25 Minuten: Yassine Chikhaoui verliert in der Vorwärtsbewegung den Ball an Basels Serey Die. Dieser will sofort einen Konter lancieren, doch in diesem Moment rausche ich heran und grätsche den Ball ins Seitenaus.

Immer wieder heftige Schmerzen

Während wir auf dem Platz präsent und hungrig waren, machte mir der FC Basel eher einen etwas müden Eindruck. Das motivierte mich umso mehr. Ich dachte mir: wenn nicht heute, dann nie. Nach 86 Minuten musste ich dann verletzt ausgewechselt werden. Bereits im Vorfeld war ich am Oberschenkel angeschlagen und konnte nur dank einer Spritze, die mir eine Woche vor dem Spiel verabreicht wurde, spielen.

Während der Partie habe ich dann noch einen Schlag auf den Knöchel bekommen – mit zunehmender Dauer spürte ich an beiden Stellen immer heftigere Schmerzen. Dennoch bin ich froh, dass ich so lange durchhalten konnte beziehungsweise überhaupt spielen durfte.

Von der Bank aus habe ich dann mitverfolgt, wie Gavranovic in der Verlängerung erst das 1:0 für uns erzielte und eine Viertelstunde später nachdoppelte. Dem hatte Basel nichts mehr entgegenzusetzen. Im Nachhinein wurde viel über die zwei roten Karten gegen den FCB diskutiert. Ich bin der Meinung, auch ohne diese Platzverweise hätten wir uns den Cup geholt. Zu gross waren unser Kampfgeist und unsere Laufbereitschaft. Zu gross der Glaube an den Erfolg.

Party im Anschluss

Das Gefühl, das mich übermannte, als wir endlich den Cup in die Höhe stemmen durften, ist unbeschreiblich. Es war eine Mischung aus Stolz, Freude und Erleichterung. Klar war auch der WM-Titel eine tolle Erfahrung, aber im Profifussball eine Trophäe zu gewinnen, ist nochmals eine andere Dimension. Dementsprechend war auch die Party im Anschluss – leider weiss ich nicht mehr viel davon. Spass beiseite, der Abend war vor allem so schön, weil wir nicht übertrieben haben. Ich konnte jede Minute geniessen und dachte: Jetzt bin ich nicht mehr der U17-Weltmeister, sondern der Schweizer Cupsieger.»

In der Rubrik «Spiel des Lebens» erzählen Persönlichkeiten aus der regionalen Sportszene von ihrem denkwürdigsten Sportereignis. Heute: Oliver Buff (22) vom FC Zürich, ehemaliger Junior des FC Oetwil-Geroldswil.