Geroldswil

Schlüsselübergabe auf dem Baufeld Ost: Jetzt darf sich Coop in der «Huebegg» einrichten

Die Gemeinde Geroldswil übergab die Ladenlokale des Baufeld Ost an die Mieter Coop und die Apotheke Pill. Der Grossist will die Filiale im Spätsommer eröffnen.

Die grosse Halle ist in Dunst gehüllt. Ein Handwerker in weissem Overall sprayt graue Grundierungsfarbe auf Decke und Wände. Ein Grüppchen schlendert durch das Parterre der Zentrumsüberbauung «Huebegg» in Geroldswil. Es besteht aus Liegenschaftenvorstand Peter Christen (FDP), Hochbauvorstand Peter Vogel (FDP), Gemeindeschreiber Gregor Jurt, Mirko Schlemminger und Roger Frick vom Architekturbüro Baumberger und Stegmeier sowie Eva Walker, Bauprojektleiterin der Coop Genossenschaft.

Anwesend ist zudem Immobilien-Treuhänder Fabian Peverelli. Er berät die Gemeinde Geroldswil bei mietrechtlichen Angelegenheiten und hat die Mietverträge mit Grossverteiler Coop und der Apotheke Pill aufgesetzt. Beim Rundgang auf der Baustelle notiert er die Arbeiten, die das Architekturbüro den Mietern noch nachliefern muss. An diesem Montagmorgen geht die Übergabe der beiden Ladenlokale vonstatten. Ein weiterer Schritt Richtung Vollendung des Baufeld Ost ist damit getan.

Coop liess sich von Architekten zu Eckfenster überreden

Die Mieter können den Innenausbau ihrer Geschäfte nun selbst an die Hand nehmen. Sie wurden aber bereits davor in die Planung miteinbezogen. «So gut wie hier in Geroldswil funktioniert die Zusammenarbeit bei Bauprojekten selten. Oftmals wollen die Architekten stur ihre Ideen durchsetzen», sagt Eva Walker von Coop bei der Begehung der Räume gestern Montag. Man sei vom ersten Tag an gemeinsam an den Tisch gesessen und habe geplant. Coop ist sogar einen Kompromiss eingegangen. «Es wird darauf geachtet, möglichst viel Platz für Regale und Kühlmöbel zu schaffen, Fenster gibt es in Filialen normalerweise höchstens an der Decke. Die Architekten konnten uns aber von einem Eckfenster gegen die Gemeindehausstrasse überzeugen», sagt Walker.

Freude an diesem Detail hat Projektleiter Mirko Schlemminger. «Es ist schön, dass uns Coop entgegengekommen ist.» Er ist zufrieden mit dem Verlauf der Arbeiten. «Es gab jedoch einige Herausforderungen. So zum Beispiel bei der Festlegung der Standorte für die Haustechnik oder die Anlieferung», sagt Schlemminger. Der Grossist hat nun noch ein paar Monate Zeit, die 1000 Quadratmeter grosse Ladenfläche, Lager, Aufenthaltsraum sowie mehrere Technikräume einzurichten. Im Spätsommer soll die Filiale für die Kundschaft bereitstehen.

Erfreut zeigt sich auch Hochbauvorstand Peter Vogel bei der Übergabe. «Es ist ein spezieller Tag für uns, weil er einen wichtigen Zwischenschritt markiert», sagt er. Coop und die Apotheke Pill würden die eigenen Projekte nun weiterverfolgen, während die Gemeinde sich der Fertigstellung der 27 Mietwohnungen widme. «Wir können kaum mehr warten, bis das Projekt beendet ist.» Bisher habe das Coronavirus den Baufortschritt glücklicherweise kaum tangiert. «Nur die Platten aus Italien für die Treppenhäuser konnten aufgrund der Krise noch nicht geliefert werden», so Vogel. Überdies statte die Kantonspolizei den Handwerkern immer wieder einen Besuch auf der Baustelle ab, um sicher zu gehen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. «Bisher gab es keine Beanstandungen», versichert Vogel.

Gemeinde konnte noch keine 5,5-Zimmerwohnung vermieten

Das Virus sorgt jedoch dafür, dass die Eröffnungsfeier der 35 Millionen Franken teuren Überbauung Huebegg wohl erst im Frühling 2021 begangen werden kann. «Wir rechnen mit 400 bis 500 Personen. Deshalb können wir das Fest dieses Jahr nicht durchführen», sagt Liegenschaftenvorstand Peter Christen. «Das gibt uns mehr Zeit, um uns um die Vermietung der Wohnungen zu kümmern», fügt sein Gemeinderatskollege Vogel an. Da müsse nämlich noch einiges gehen. Bisher konnten erst 10 der insgesamt 27 Wohnungen vermietet werden, 7 davon sind 3,5-Zimmerwohnungen und 3 davon sind 4,5-Zimmerwohnungen. «5,5-Zimmerwohnungen scheinen nicht so beliebt zu sein. Das hat wohl auch mit dem Preissegment zu tun», so Vogel.

Die Familiengrösse sei das Problem, erklärt sich Christen die fehlende Nachfrage. «Heutzutage gibt es nur noch wenig Grossfamilien. Am häufigsten sind Zwei- bis Dreipersonenhaushalte.» Man werde sich bemühen, die Vermarktung zu intensivieren. Christen bleibt jedoch zuversichtlich: «Es kommt selten vor, dass alle Wohnungen bei Neubauprojekten gleich zu Beginn schon vergeben sind.» Wenn die Gemeinde bis Oktober 90 Prozent vermietet habe, könne man auf jeden Fall sehr zufrieden sein.

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Autor

Sibylle Egloff

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