Fussball
Schlierens «Sorry» an die Adresse von Wettswil-Bonstetten

Die 3.-Liga-Partie zwischen dem FCS und WB stand wegen einer verwirrenden Verlegung und Rückverlegung des Austragungsdatums unter einem besonderen Stern. Die Wogen sind mittlerweile offenkundig geglättet.

Raphael Biermayr
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Umstrittene Partie zwischen Schlieren und WB – nicht nur auf dem Platz.

Umstrittene Partie zwischen Schlieren und WB – nicht nur auf dem Platz.

Screenshot FVRZ

Es war ein Match, das schon vor seiner Austragung für Diskussionen sorgte. Schlieren wollte die Begegnung mit Wettswil-Bonstetten in der vergangenen Runde auf Samstag vorverlegen. Schliesslich fand sie doch am Sonntag statt, weil kein Einverständnis der Säuliämtler für eine Änderung vorgelegen hatte.

Daraufhin machten Verschwörungstheorien die Runde, die im Zusammenhang mit dem Aufstiegsrennen zwischen Schlieren und Birmensdorf stehen. Allem Anschein nach handelt es sich aber um eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Seit der laufenden Saison können die Vereine im neuen Computersystem «Clubcorner» Verschiebungen selbst erfassen. Wie früher gilt allerdings die Weisung des Zürcher Fussballverbands FVRZ, dass man das Einverständnis des Gegners dafür haben muss.

Votta übt Selbstkritik

Schlierens Sportchef Gianni Votta trug nach eigener Auskunft die Verschiebung ein, nachdem Trainer Antonio Caputo ihn über einen Geschäftstermin am Sonntag orientiert gehabt hätte.

Die ganze Tragweite dieser Handlung habe er nicht abschätzen können, wie er ausführt: «Zwar wurde ich kurz im Clubcorner geschult, habe das aber offensichtlich nicht richtig gecheckt. Ich wollte nur eine Anfrage an den Verband stellen.»

Die erforderliche Anfrage an Wettswil-Bonstetten habe er frühzeitig per E-Mail geschrieben. Doch waren die Adressaten, Sportchef Stephan Zollinger und Trainer Carsten Bellis (der lange in Schlieren spielte und coachte), zu diesem Zeitpunkt in den Ferien.

Bei WB um Verzeihung gebeten

Das wird auf Anfrage bestätigt. So wurde die Verschiebung in den Spielplan eingetragen, während der Gegner noch nichts davon wusste. «Das Ganze tut mir leid», bekennt Votta, der sein Bedauern mittlerweile mehrfach persönlich gegenüber WB-Exponenten kundgetan hat.

Bleibt die Frage nach allfälligen Sanktionen. Denn nach Auskunft des FVRZ würden bei Missbrauchsfällen wegen des entstehenden administrativen Mehraufwands sogenannte Umtriebsgebühren erhoben, de facto also eine Geldstrafe. Über Details im «Fall Schlieren» schweigt sich der Verband aus.

Schlieren kann Busse abwenden

Sportchef Votta hingegen spricht offen von einer «angedrohten Busse». Die habe Vereinspräsident Mauro Fulginei in einem klärenden Gespräch mit dem Verband abwenden können, wie Votta darlegt.

Der FVRZ teilt allgemein im Zusammenhang mit einseitigen Spielverschiebungen mit, dass seit der Einführung von «Clubcorner» ein paar solche Fälle vorgekommen seien. Geschehen diese irrtümlich oder wider besseres Wissen, wie von Schlieren vorgebracht, begegne man dem fehlbaren Verein mit Kulanz.