Es regnet. Und es ist kühl an diesem Dienstagabend im März, fast winterlich kalt. Eigentlich kein Wetter, bei dem man an Fussball denkt. Doch die Spieler des FC Schlieren müssen trotz der garstigen Bedingungen ihre Trainingseinheit auf dem Kunstrasenplatz im Zelgli absolvieren. «Es gibt noch viel zu tun», sagt der Schlieremer Trainer Besnik Ramadani.

Am Sonntag um 13 Uhr beginnt für die Schlieremer bereits die Rückrunde. Dann empfangen sie den FC Männedorf. Eine wichtige Partie für die Limmattaler, die mit elf Punkten aus 13 Spielen den vorletzten Tabellenplatz belegen und damit abstiegsgefährdet sind. «Ich habe den Spielern vom ersten Tag an gesagt, dass es ein Kampf wird», sagt Ramadani. «Ihnen ist bewusst, worum es geht.»

Ramadani hat die Mannschaft erst im Dezember übernommen, als bereits die Winterpause begonnen hatte. Inzwischen konnte er mit seinen Spielern intensiv arbeiten. «Es war eine anstrengende Zeit», sagt er. «Aber sie machen grosse Fortschritte.»

Verjüngung der Mannschaft

In der Winterpause hat ein halbes Dutzend Spieler den Verein verlassen. So geht beispielsweise Stürmer Eros Pajaziti neu für den FC Urdorf auf Torejagd. Doch auch routinierte Spieler sind gegangen, beispielsweise wie Torhüter Marco Amore. Für sie hat Ramadani viele junge, teils sehr junge Spieler mit den Jahrgängen 2000 und 2001 nach Schlieren geholt, die er noch aus früheren FC-Zürich-Zeiten kennt. Der Schlieren-Trainer geht davon aus, dass die jüngeren den älteren Spielern «ein bisschen Druck» machen werden. «Denn sie wollen etwas erreichen, eventuell mal in einer höheren Liga spielen», sagt Ramadani.

Doch geht durch die Verjüngung innerhalb der Mannschaft nicht auch viel Erfahrung verloren? «Wir haben noch genug ältere Spieler», sagt Ramadani. «Diese sollen Verantwortung übernehmen und die Jüngeren führen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das funktioniert.»

Urdorf mit sechs Neuen

Auch beim Limmattaler Ligakonkurrenten Urdorf ist das Kader breiter geworden. Zwei Abgänge mussten die Urdorfer verkraften, ein halbes Dutzend Spieler ist neu zur Mannschaft gestossen. «Unser Ziel war es, jede Position doppelt zu besetzen», sagt Urdorf-Trainer Gianni Musumeci. «So können wir manchen Spielern auch mal eine Pause geben. Ausserdem wollten wir mehr Stabilität im Kader haben, denn wir hatten in der Hinrunde auch Verletzungspech.» So war der vom FC Dietikon verpflichtete Zivko Cajic oft nicht einsatzfähig. «Dabei bringt er uns offensiv so viel», sagt Musumeci. Nun stehen mit dem Ex-Schlieremer Pajaziti und Marco Popp, der von Affoltern am Albis gekommen ist, gleich zwei neue Stürmer bereit, sollte Cajic ausfallen.

Doch auch defensiv haben sich die Urdorfer verstärkt. So haben sie unter anderem Verteidiger Orhan Cavgin von Regensdorf geholt. «Er ist ein sehr erfahrener Spieler und hat Leaderqualitäten», sagt Musumeci. «Vor allem ist er ein ruhiger Pol.» Genau das, was den Urdorfern guttun würde, sind sie in der Hinrunde doch vor allem durch ihre hohe Zahl an Strafpunkten aufgefallen. 68 haben sie bisher gesammelt und damit so viele wie kein anderes Team in ihrer Gruppe.

Schwieriger Start

Für den Aufsteiger war insbesondere der Start in der 2. Liga schwierig, als sie die ersten drei Partien verloren hatten, auch jene gegen die Schlieremer. «Danach habe ich die Zahl der Trainingseinheiten erhöht», sagt Musumeci, «und es ging besser.» Tatsächlich sind die Urdorfer mittlerweile in der 2. Liga angekommen und stehen mit 17 Punkten derzeit auf Platz 9 der Tabelle. Drei Punkte fehlen ihnen zu Rang 5. Daher ist Musumeci mit der Vorrunde insgesamt zufrieden.

Die Rangliste ist jedoch trügerisch. Die Urdorfer haben nämlich auch nur fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Daher möchte Musumeci möglichst schnell aus dieser Tabellenregion wegkommen. «Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben», sagt der Urdorf-Trainer. «Und wir sind auch keine Abstiegsmannschaft. Wir haben genügend Qualität, um in dieser Liga zu bleiben.» Allerdings sei die Gruppe sehr ausgeglichen. «Jeder kann jeden schlagen», sagt Musumeci. «Es kann sehr schnell gehen, und man ist oben oder unten in der Tabelle. Es wird auf jeden Fall ein spannender Kampf werden, wer am Schluss die Klasse halten kann.»

Einen ersten Schritt in Richtung Ligaerhalt könnten die Urdorfer am übernächsten Sonntag machen, wenn sie um 14 Uhr auswärts gegen Regensdorf antreten. «Die Regensdorfer sind zu Hause stark», sagt Musumeci, aber wir müssen uns nicht verstecken. Wir werden dagegenhalten.» Der Urdorfer Trainer erwartet gegen die Unterländer ein «Kampfspiel».

Derby am 14. April

Auch Ramadani geht bei der ersten Partie der Rückrunde davon aus, dass seine Mannschaft wird kämpfen müssen. «Es wird hektisch werden», sagt er. Angesichts der Tabellensituation wäre für ihn und sein Team ein Sieg natürlich noch wichtiger als für Musumeci und die Urdorfer. «Es sind noch 36 Punkte zu vergeben», so Ramadani. «Aber ich bin überzeugt, dass wir das packen. Denn die Mentalität stimmt.»

Was das direkte Duell zwischen Schlieren und Urdorf angeht, könnte der 14. April wegweisend werden. Dann kommt es zum Derby der beiden Limmattaler Teams.