Squash
Schlieren trauert der Chance auf den Titel nach

Schlieren hoffte vergeblich, im heimischen Center den zweiten Interclub-Meistertitel zu gewinnen. Die Limmattaler blieben bei ihrem Heimspiel ohne Chance auf den begehrten Kübel.

Pius Rüegger
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Vitis Schlieren verpasst den Meistertitel
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Pausenbesprechung Schlieren John Williams (links), André Holderegger (Mitte), Manuel Wanner (rechts)
Duell der Nummern 1 zwischen Schlierens Mark Krajcsak und Borja Golan
Schlierens Julien Balbo (Vitis) gegen Davide Bianchetti

Vitis Schlieren verpasst den Meistertitel

Christian Boss

An einem Satzgewinn im letzten Spiel hing es, ob Vitis Schlieren im NLA-Final gegen Vaduz den Heimvorteil nützen und den zweiten Schweizer-Meister-Titel nach 2007 feiern könnte. Von den vier Partien gewannen Limmattaler und Liechtensteiner je zwei: 2:2. Entscheiden mussten die Gewinnsätze. Das Pendel schlug im emotionalen Ausstich zwischen dem für die Gastgeber kämpfenden Franzosen Julien Balbo und dem Vaduzer Spielertrainer Davide Bianchetti - Italiens Nummer1 - zugunsten des «Ländle»-Quartetts aus. Den ersten Satz gewann Bianchetti, der vor einigen Jahren für Schlieren lizenziert war, 11:9. Im zweiten Umgang glich Balbo mit einem 11:6 aus.
Weil die drei anderen Vergleiche bereits beendet waren, kam diesem dritten Satz die entscheidende Bedeutung zu. Der Franzose unterlag dem Italiener deutlich 5:11. Der Schlusssatz (2:11) war nur noch Formsache und Vaduz zum zweiten Mal nach 2004 Schweizer Meister. «Balbo klagte über eine im dritten Satz aufgebrochene Fussverletzung. Für mich gibt es keine Ausreden, in so wichtigen Spielen muss man sich durchkämpfen», verbarg der Schlieremer Spielertrainer John Williams seine Enttäuschung nicht.
Holderegger siegt «zu tief»
Das Unheil für die Limmattaler begann trotz Sieg von Lokalmatador André Holderegger über Michel Haug im Duell der Nummern 4. Holderegger gewann nur 3:2. «Diese zwei Satzabgaben haben uns den Schweizer Meister gekostet», sagte Williams. Der frühere Schweizer Einzel-Meister Holderegger ersetzte Manuel Wanner. Der 17-Jährige zog sich vor drei Wochen einen Ermüdungsbruch im rechten Mittelfuss zu. «Holderegger hatte vorher nicht trainiert und rechnete nicht mit einem Einsatz», erklärte Williams. «Für mich ist es ein komisches Gefühl, denn 2004 beim ersten Titel der Vaduzer war ich dort Spielertrainer», schob der Australier nach.
Williams gewann in drei Sätzen gegen Roger Baumann. «Im Halbfinal gegen Panthers Kriens hatte ich selbst Mühe», sagte der 39-Jährige zum 4:0-Erfolg. Vaduz, erst im letzten Moment auf Kosten von Uster in die Playoffs aufgerückt, eliminierte im Halbfinal Titelverteidiger Grasshoppers ebenfalls nach einem 2:2 dank 8:7-Satzgewinns. Im Finalduell der Topspieler gewann Vaduz' Golan Borja, Spaniens Nummer 1, gegen Schlierens Mark Krajcsak, Ungarns Nummer 1, mit 11:8 und zweimal 11:6. «Wir geben nicht auf, das sind wir Vitis-Besitzer Kurt Locher schuldig», gibt sich Williams für die Zukunft kämpferisch.