Fussball
Schlieren hofft auf Wettswil und die Vernunft der Italien-Fans

Nach dem FC Dietikon (in die 1. Liga) könnte am Sonntag der nächste Limmattaler Verein über einen Aufstieg jubeln. In der 3. Liga geht das epische Duell zwischen Schlieren und Birmensdorf in die zweitletzte Runde.

Raphael Biermayr
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Für wen läuft der Ball am Sonntag: Schlieren (in Gelb) oder Birmensdorf?

Für wen läuft der Ball am Sonntag: Schlieren (in Gelb) oder Birmensdorf?

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Während der FCS in seinem letzten Derby der Saison auf Oetwil-Geroldswil trifft (10.15 Uhr, Zelgli), gastiert der FCB beim benachbarten Wettswil-Bonstetten (10.30 Uhr, Moos).

Zwei Punkte trennen die Kontrahenten - eigentlich: In Anbetracht der deutlich weniger kassierten Strafpunkte sind die Schlieremer sozusagen noch einen weiteren Zähler im Vorteil.

Mit anderen Worten: Vier Punkte aus den letzten zwei Matches reichen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, damit die erste 2.-Liga-Zugehörigkeit seit 1987 aus eigener Kraft erreicht wird.

Ausgerechnet Wettswil-Bonstetten

Schlieren könnte bereits am kommenden Sonntag jubeln. Dazu muss es mindestens einen Punkt holen, und auf einen Sieg respektive ein Remis von Wettswil-Bonstetten gegen Birmensdorf hoffen.

Ausgerechnet, denn die Konstellation zwischen den beiden Limmattaler Vereinen und WB gilt als delikat. Es geht dabei seit Jahren in erster Linie um Vorhaltungen seitens der Schlieremer, die Säuliämtler würden gegen sie extra mehr Spieler aus der ersten Mannschaft (1. Liga) einsetzen und einen grösseren Effort an den Tag legen im Vergleich zu den Partien gegen andere Teams, und so die Meisterschaft verfälschen.

Aktuell würde nach ihrer Ansicht eben Birmensdorf bevorzugt. In der laufenden Rückrunde hat die Brisanz zugenommen, nachdem es Wirrungen um die Ansetzung der Begegnung zwischen Schlieren und Wettswil gegeben hatte. Hinter vorgehaltener Hand warf der FCB dem Rivalen versuchten Betrug vor.

Birmensdorfs Bitterkeit

Für Birmensdorf-Trainer Fabio Stiz sind diese Themen erledigt - wie auch das Thema Aufstieg, kann man den Eindruck erhalten, wenn man ihm zuhört. «Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Schlieren noch zweimal verliert», sagt er.

Dass die Partie des Tabellenführers gegen Oetwil-Geroldswil kein Selbstläufer wird, zeigt das Remis des FCOG in der letzten Runde - gegen Birmensdorf. Erst in der Nachspielzeit traf der in arge Nöte geratene Favorit zum 2:2. Andernfalls wäre die Meisterschaft wahrscheinlich bereits entschieden gewesen.

Schlierens Rechnung

Mit dem Abschneiden von Birmensdorf will sich FCS-Trainer Antonio Caputo nicht lange aufhalten («Ich glaube nicht, dass Wettswil uns einen Gefallen tut»), sondern sich auf sein Team konzentrieren.

Die Ausgangslage für diese zweitletzte Runde ist nach seiner Prognose hopp oder top: «Wenn wir gewinnen, bleibt alles offen; wenn wir verlieren, ist die Saison gelaufen. Im zweiten Fall würde Birmensdorf aufsteigen.»

Wann gehen die Spieler ins Bett?

Dazu gesellt sich für Caputo ein Gegner aus dem fernen Brasilien: Italien trifft an der Weltmeisterschaft in der Nacht auf Sonntag ab 0 Uhr im ersten Gruppenspiel auf England.

«Wir haben einige Tschinggeli im Team. Denen muss ich klarmachen, dass sie nicht an die Langstrasse feiern gehen sollen - es wird sowieso nur einen mickrigen 1:0-Sieg geben», sagt der Italiener Caputo lachend.