Limmattalbahn
Schlieremer Bauvorstand Markus Bärtschiger: «Mischverkehr heisst mehr Beton und mehr Teer»

Das Parlament belässt das Postulat, das für die Limmattalbahn den Mischverkehr an der Spitalstrasse verlangt, auf der Pendenzenliste der Exekutive. Die Einwohner des Quartiers sind mit dem geplanten Eigentrassee nicht einverstanden.

Alex Rudolf
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Markus Bärtschiger

Markus Bärtschiger

zvg

Die Limmattalbahn bleibt auf der Pendenzenliste des Schlieremer Stadtrates. Dies entschied das Stadtparlament an seiner Sitzung vom Montag, als es das Postulat «Mischverkehr an der Spitalstrasse» von Thomas Grädel (SVP) mit 25 zu 8 Stimmen nicht abschrieb. Im Vorstoss bittet Grädel die Exekutive darum, sich dafür einzusetzen, dass die Limmattalbahn im Raum Spitalquartier nicht wie bis anhin geplant auf einem Eigentrassee, sondern im Mischverkehr mit Höchsttempo 30 verkehren soll. Diese Variante sei günstiger, führe zu weniger Enteignungen, zahlreiche Bäume könnten stehengelassen werden und auch aus Sicherheitsüberlegungen sei Mischverkehr die bessere Lösung.

Mit Verweis darauf, dass das Bundesamt für Verkehr die Pläne für die Variante Eigentrassee bereits genehmigte und diese auf den Ergebnissen von Diskussionen am Runden Tisch mit zahlreichen Beteiligen basieren, beantragte die Exekutive die Abschreibung des Postulats. Auch könne die Sicherheit mit einem Eigentrassee am besten gewährleistet werden und die Bahn-Kapazität werde nicht eingeschränkt.

«Wirklich schlechte Antwort»

Grädel war damit gar nicht zufrieden: «Die Antwort der Exekutive ist wirklich schlecht», sagte er am Montag. Nicht nur er, sondern auch die Anwohner der Spitalstrasse seien dieser Ansicht. Dabei fokussierte er in seinem Votum auf den Sicherheitsaspekt. «Würde ein Autofahrer wie dereinst die Bahn mit einem Tempo von 60 Kilometern pro Stunde durch das Quartier fahren, würde er als Raser bezeichnet», sagt er.

Zwar wirke ein Eigentrassee auf den ersten Blick sicherer, so Grädel. «Die Ereignisse bei der Glattalbahn zeigen aber, dass dem nicht so ist. So wird das Trassee lediglich mit einer Hecke abgetrennt, was auch bei der Glattalbahn nicht den gewünschten Sicherheitseffekt hatte.» Die Lösung Mischverkehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde sei optimal, da bei diesem Regime alle Verkehrsteilnehmer reagieren können, so Grädel.

Der verantwortliche Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) betonte abermals, dass das Plangenehmigungsverfahren bereits gelaufen und keine Einflussnahme mehr möglich sei. «Doch auch ungeachtet dessen, handelt es sich bei der Variante Eigentrassee um die bessere.» So räume er zwar ein, dass eine gewisse trennende Wirkung entstehen könne. «Es darf aber nicht vergessen gehen, dass darin ein grosser Grünstreifen enthalten ist. Mischverkehr heisst mehr Beton und mehr Teer.»

Busch wünscht sich mehr Empathie

Weiter bemerkte Bärtschiger, dass es bei der Variante Eigentrasse auch darum gehe, dass die Bahn nicht im Stau stecken bleibe und somit den Fahrplan einhalten könne. «Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wurde bei der Planung stets sehr hoch gewertet.» Dies wurde von verkehrsplanerischer Seite so bestätigt. «Die Verkehrsplaner der Glattalbahn prophezeiten bei ihrer Linienführung einen Verkehrstoten in zehn Jahren», antwortete Grädel darauf. «Dieser erste Verkehrstote musste leider bereits im ersten Monat verzeichnet werden», sagte er weiter.

Heidemarie Busch (CVP) wünschte sich mehr Empathie vonseiten des Schlieremer Stadtrats. «Wir Einwohner des Spitalquartiers wollen den Mischverkehr. Nun soll dieser Wunsch ad acta gelegt werden?», fragte sie rhetorisch. Sie bat, das Postulat nicht abzuschreiben, damit der Stadtrat jedes Mal, wenn er die Schublade öffne, sehe, dass es noch etwas zu tun gebe. Diesem Wunsch entsprach das Parlament schliesslich.

Weitere Geschäfte

Sitzungsbeginn und Leinenpflicht

- Der Antrag auf eine Teilrevision der Geschäftsordnung, wonach Sitzungen des Gemeindeparlaments nicht vor 18 Uhr beginnen sollten, wurde mit 26 zu 8 Stimmen angenommen.

- Das Postulat von Jürg Naumann (QV), wonach die Leinenpflicht für Hunde auf öffentlichen Spielplätzen und Schulhausanlagen verschärft werden soll, nahm der Stadtrat entgegen.