Schlieren

Schindler-Areal: Zähneknirschendes Ja von der Ratslinken

Die Planung des Schlieremer Schindler-Areals soll ein Paradebeispiel der Verdichtung sein.

Die Planung des Schlieremer Schindler-Areals soll ein Paradebeispiel der Verdichtung sein.

Deutlich sprach sich das Schlieremer Parlament an seiner Sitzung von Montagabend für die Verdichtung auf dem Schindler-Areal aus. Kritik bliebt dennoch nicht aus.

Der Gestaltungsplan des Schindler-Areals erreichte an der Sitzung des Gemeindeparlaments ein glanzvolles Resultat. 30 Parlamentarier sprachen sich dafür aus, einer dagegen und vier enthielten sich der Stimme.

Gleich gegenüber der ehemaligen NZZ-Druckerei will die Schindler Pensionskasse einen neuen Stadtteil erstellen. Die beiden blauen Hochhäuser sollen stehen bleiben, jene Mehrfamilienhäuser entlang der Zürcher-, Schul- und Allmendstrasse neuen Gebäuden weichen, die einen Blockrand-Charakter aufweisen. Direkt an der Zürcherstrasse soll zudem ein Gewerbebau entstehen. Anstelle der heute rund 50 Wohnungen sollen dereinst rund 150 Wohnungen auf dem rund 16 000 Quadratmeter grossen Schindler-Areal entstehen.

Agusi: «Günstiger Wohnraum wird zerstört»
Weil für die Pensionskasse durch die bauliche Verdichtung ein Mehrwert entsteht, verhandelte sie mit der Stadt mehrere Ausgleichsmassnahmen aus. So verpflichtet sich die Bauherrin zur Erstellung von 34 altersgerechten Wohnungen und eines städtischen Kindergartens, zur Förderung des Kleingewerbes und zum Bau einer öffentlich zugänglichen Fläche von rund 3000 Quadratmetern. Auch zu deren Unterhalt verpflichtet sich die Pensionskasse.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) stellte sich klar hinter den vorgelegten Gestaltungsplan, wie deren Sprecher Henry Jager (GLP) sagte. «Das Geschäft war unbestritten.»

Die Fraktion SP/Grüne stimmt der Vorlage nur zähneknirschend zu. Sprecherin Rixhil Agusi (SP) betonte, dass durch diese Überbauung günstiger Wohnraum zerstört werde. «Der Stadtrat hätte Auflagen mit einem bestimmten Anteil von günstigem Wohnraum machen müssen.»

Songül Viridén (GLP) thematisierte die bauliche Dichte. «Genau an diesem Standort soll ohnehin verdichtet werden. Wieso also sollten wir nicht die maximale Ausnützungsziffer von 1,7 schon jetzt erlauben? Vielleicht gewinnen wir dadurch die Chance, an einem anderen Ort nicht so stark verdichten zu müssen.» Sie fand lobende Worte für das Verhandlungsgeschick des Stadtrates. «Wir wissen alle, wie teuer ein Kindergarten ist. Hier wird der städtische Haushalt entlastet.»

Thomas Grädel (SVP) gestand, dass man in seiner Fraktion anfänglich ob der Dichte erschrak, da man kein zweites Geistlich-Areal wolle. «Doch mit einer Ausnützungsziffer von 1,6 wird das Schindler-Areal moderat verdichtet. Dass das Parlament aber keine Änderungen am Gestaltungsplan vornehmen darf, sondern nur Ja oder Nein sagen kann, finde ich schade, da es mehr oberirdische Parkplätze gebraucht hätte.»

Nach dem Ja des Parlaments braucht der Gestaltungsplan noch das Ja des Kantons. In seinem Votum prophezeite Bauvorstand Stefano Kunz (CVP), die Gemeinderäte werden sich im Hinblick auf das Wachstum Schlierens künftig noch mit einigen Gestaltungsplänen beschäftigen müssen.

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