So viele neue Gesichter sieht man selten im Dietiker Parlament. Während der konstituierenden Sitzung gestern Abend war nicht nur die Tribüne im Gemeinderatssaal fast bis auf den letzten Platz mit Besuchern gefüllt. Auch im Rat selber hatten nicht weniger als neun neue Gemeinderätinnen und Gemeinderäte Platz genommen, die alle am 9. Februar für die kommenden vier Jahre gewählt worden sind. Neu mit dabei sind Karin Dopler, Anton Felber, Daniela Howald und Konrad Lips (alle SVP), Nadine Burtscher (EVP), Sven Johannsen (GLP), Martin Müller (DP), Manuel Peer (SP) und Reto Siegrist (CVP).

Zur neuen Ratspräsidentin gewählt wurde Christiane Ilg (EVP), die Stephan Wittwer (SVP) ersetzt. Ilg erhielt von den anwesenden 33 Gemeinderäten und Gemeinderätinnen 28 Stimmen. Fünf Stimmzettel wurden leer abgegeben. Zur ersten Vizepräsidentin gewählt wurde turnusgemäss Cécile Mounoud (CVP), die im vergangenen Jahr zweite Vizepräsidentin gewesen war. Sie bekam 23 Stimmen. Acht Stimmzettel waren leer, zwei Stimmen entfielen auf andere Personen.

Als zweiter Vizepräsident neu auf dem Bock Platz nehmen durfte Jörg Dätwyler (SVP). Er erhielt ebenfalls 23 Stimmen; drei Stimmzettel waren ungültig, fünf waren leer und zwei Stimmen entfielen auf jemand anderes.

«Fairness und ein Schuss Humor»

Die neue Ratspräsidentin Christiane Ilg wies in ihrer Antrittsrede darauf hin, dass aufgrund der neun neuen Gemeinderatsmitglieder gleich ein Viertel des Parlaments neu besetzt ist, was «frischen Wind» in die Politik bringen werde. Doch: «Wir müssen uns erst kennen lernen, Gemeinsamkeiten und Differenzen finden.»

Sie wünsche sich keine kurzlebigen Lösungen für Dietikon, sondern Nachhaltigkeit, sagte Ilg. Wichtig sei ihr, dass Solidarität auf das Gemeinwohl ausgerichtet sei, «denn der Gradmesser ist immer das schwächste Glied». Sie wünsche sich Wertschätzung, so Ilg: «Es geht darum, jeden Menschen mit seinen Stärken und Schwächen zu schätzen, unabhängig von seiner Leistung, Stellung oder Herkunft.» Die neue Ratspräsidentin verwies aber auch auf die Herausforderungen, denen sich Dietikon stellen muss: die steigenden Sozialkosten beispielsweise, die hohe Arbeitslosenquote oder das grosse Bevölkerungswachstum.

Wichtig sei zudem, dass man neue Arbeitsplätze und neuen Schulraum schaffe, neue Gewerbetreibende nach Dietikon hole, die Limmattalbahn harmonisch in die Stadt einbette und generell vernünftige Verkehrslösungen finde. Sie sei aber zuversichtlich, so Ilg, dass man mit «harten, aber fair geführten Verhandlungen» und «einem Schuss Humor» diesen Zielen näher komme.