«Es wird Geduld und Flexibilität brauchen. Und auch nachsichtig müssen sie sein», sagte Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug mit Blick auf das, was in den nächsten gut drei Jahren auf die Gemeinde zukommt. Bis 2021 werden die Ortsdurchfahrten im Zuge der flankierenden Massnahmen zum Ausbau der Zürcher Nordumfahrung saniert und neu gestaltet. Am Donnerstagabend informierten die Gemeinde und der Kanton darüber, was in den einzelnen Bauphasen umgesetzt wird und wie sich die Verkehrsführung dadurch verändert.

Los geht es bereits am 12. März am Lindenplatz. Ab dann wird die Gemeinde dort verschiedene Werkleitungen ersetzen. Zudem muss der unterirdisch geführte Dorfbach umgelegt werden. Dies aus Gründen des Hochwasserschutzes. «Bei einem 100-jährigen Hochwasser ist der Abfluss heute nicht mehr gewährleistet», erklärte Werkvorstand Mike Gardavsky. Die Arbeiten am Lindenplatz würden in vier Etappen ausgeführt und sollten Anfang Dezember abgeschlossen sein. Gleichzeitig werden an der Badenerstrasse, zwischen der Gemeinde Grenze Geroldswil und dem Dorfeingang Weiningen, die Wasserleitungen ersetzt.

Die Bautätigkeit im Dorfzentrum bringt mit sich, dass ab Mitte April ein neues vorübergehendes Verkehrsregime in und um Weiningen eingeführt werden muss. Die Zürcherstrasse wird dann in Fahrtrichtung Geroldswil zur Sackgasse. Sie ist nur noch bis kurz vor den Lindenplatz befahrbar. Davon ausgenommen ist der Bus. Wer von Unterengstringen her kommend in den westlichen Dorfteil will oder nach Regensdorf, der muss die Umfahrungsstrasse benutzen. Die Fahrt Richtung Unterengstringen auf der Zürcherstrasse ist weiterhin möglich.

Kanton beginnt 2019 zu bauen

Zudem wird in den kommenden Monaten am Knoten Umfahrungsstrasse/Zürcherstrasse ein provisorischer Kreisel eingerichtet, der bis etwa 2020 stehen bleibt. Grund sind die dortigen Arbeiten des Bundesamts für Strassen (Astra) an der dritten Gubrist-Tunnelröhre. Laut David Amrein, Leiter Unterhaltsregion I beim kantonalen Tiefbauamt, ist der Kreisel die beste Lösung für die Verkehrsführung während dieser Bauphase des Astra. Nach der Aufhebung des Kreisels wird wieder eine Lichtsignalanlage installiert. «Mit einem Lichtsignal lässt sich der Verkehr danach besser lenken», antwortete Amrein auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum.
Der Kanton wird mit seinen Sanierungsprojekten auf der Achse Dietikoner-, Badener- und Regensdorferstrasse nächstes Jahr starten. Auch die Gemeinde wird dann mit den Instandstellungs- und Gestaltungsarbeiten auf der Zürcherstrasse beginnen. Läuft es nach Plan, sollen alle Projekte bis Anfang Dezember 2021 abgeschlossen sein.

Auf sämtlichen Strassen sind neben Sanierungen noch verschiedene weitere Massnahmen geplant. So wird unter anderem das westliche Trottoir der Dietikonerstrasse verbreitert, damit dieses die Normen für einen Rad- und Gehweg erfüllt, wie Projektleiter Tobias Klapproth erklärte. Am Dorfeingang wird zudem eine sogenannte Ein- und Ausfahrtsbremse gebaut, also eine Mittelinsel, die in einem leichten Bogen umfahren werden muss.

Markante Änderungen gibt es rund um die Lindenkreuzung. Dort wird es künftig keine Abbiegespuren mehr geben. Sowohl Badener-, Regensdorfer- als auch Zürcherstrasse verfügen nur noch über eine Spur pro Fahrtrichtung. Zudem werden die dortigen Bushaltestellen Lindenplatz sowie Ausserdorf an der Zürcherstrasse zu Fahrbahnhaltestellen umgebaut. Das heisst, die Busbuchten werden verschwinden. Neu wird es nicht mehr möglich sein den Bus zu überholen, wenn er an den Haltestellen hält.

Haltestellen sorgen für Diskussion

Gerade diese Massnahme sorgte unter den rund 200 Besuchern für Diskussionsstoff. Klapproth erklärte, es sei der Wunsch der Gemeinde, dass nicht mehr so viel Verkehr durchs Dorf rolle. An der Lindenkreuzung werde der Bus bevorzugt und die Ampel für die Autofahrer auf Rot geschaltet. Zudem, so Bauvorstand Hans-Peter Stöckl, würden die Haltestellen behindertengerecht ausgestaltet, sodass ein ebenerdiger Zu- und Ausstieg möglich sei. Bei den langen Gelenkbussen würden sich Busbuchten dafür nicht mehr eignen, weil sie zu viel Platz beanspruchten.

Auch der neue, temporäre Schulweg, der nicht mehr über die Lindenkreuzung führen wird, warf bei einigen Anwesenden Fragen auf. Schulpräsident Mario Oklé versprach, dass man die Situation genau beobachten und gegebenenfalls reagieren werde. Weitere Fragen drehten sich etwa darum, weshalb mit den Werkleitungen nicht auch gleich Glasfaserkabel verlegt werden. Laut Werkvorstand Gardavsky will die Swisscom nicht mitmachen. Zudem interessierte die Anwesenden auch das neue Verkehrsregime, das ab 2019 gilt.

Denn auch während der Realisierung der Kantonsprojekte wird die Durchfahrt durch Weiningen eingeschränkt sein. Die Zürcherstrasse wird zur Einbahnstrasse. Sie wird nur noch in Richtung Unterengstringen befahrbar sein. Der Bus wird über die Bodenstrasse ins Dorfzentrum umgeleitet. Von Unterengstringen her Richtung Regensdorf oder ins Dorf muss weiterhin auf die Umfahrungsstrasse ausgewichen werden.