Das Schlierefäscht steht bereits in den Startlöchern. Höchste Zeit, einen Blick auf den Nachhaltigkeitsbarometer des zehntägigen Festes zu werfen. Sabrina Berri ist verantwortlich für den Bereich Finanzen und Gastronomie. Sie erklärt, was sich in den letzten Jahren am Schlierefäscht verändert hat und weshalb nun Komposttoiletten aus Holz auf dem Festgelände stehen werden.

Um die Öko-Bilanz zu verbessern, setzen viele Feste auf Mehrweggeschirr. Springt das Schlierefäscht auf diesen Zug auf?

Sabrina Berri: Ja, wir benutzen Geschirr mit Depot. Die Firma Cup Systems AG stellt zwei Container auf dem Festplatz auf. Bei diesen können die Gastropartner und Marktfahrer einerseits neues Geschirr beziehen und andererseits benutztes Geschirr zurückbringen.

Wie kam diese Neuerung bei den Gastrobetrieben an?
Wir mussten das Konzept erst einmal gut erklären. Doch bei den meisten wurde es schnell akzeptiert. Es gibt natürlich Gastropartner, die ihr eigenes Geschirr benutzen. Das ist in Ordnung, wir wollen einfach auf Wegwerfgeschirr verzichten. Das wurde bereits so in der Leistungsvereinbarung mit der Stadt Schlieren abgemacht.

Gab es in früheren Jahren auch schon Mehrweggeschirr?
Wir hatten zuvor auch schon Depot, aber nur auf Pet-Flaschen. Dieses Mal betrifft es das ganze Geschirr.

Neu steht ein Coop Pronto in unmittelbarer Nähe des Festgeländes. Wie gehen Sie mit dem Zusatzmüll um, den die Leute verursachen, die dort ein Getränk holen gehen?
Wir haben uns noch nicht gross Gedanken um den Coop Pronto gemacht. Wir rechnen aber auch nicht damit, dass der Laden uns in grossem Masse tangieren wird. Obwohl wir früher noch kein Mehrweggeschirr hatten, fielen nie übermässige Abfallberge an. Die Stadt macht während allen Festtagen Ordnung auf dem Gelände. Natürlich hoffen wir nun, dass wir durch das Mehrweggeschirr den Müll noch weiter minimieren können.

Anstelle von Toi-Tois dienen dieses Jahr Kompotois als stilles Örtchen. Wie kamen sie auf die ökologischen WCs?
Wir besuchten einige Feste und liessen uns dort inspirieren. Die Kompotois fanden wir interessant, weil sie anders als konventionelle WCs funktionieren. So haben wir nun 20 Kompotois, 20 normale und drei WC-Wagen auf dem Festgelände aufgestellt.

Wohin werden Kot und Urin aus den Kompotois gebracht?
Diese werden immer wieder vom Kompotoi-Unternehmen abgeholt.
Der Verein Event Schlieren verpflichtete sich bereits 2016 nach dem letzten Schlierefäscht dazu, das «Fest so weit wie möglich nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit durchzuführen».

Wie lösen Sie dieses Versprechen ein?
Wir nehmen uns vor, dass wir die Gesellschaft und die Umgebung durch das Fest möglichst wenig belasten wollen. Alles was wir einkaufen, beispielsweise das Dekomaterial, die Nummerntafeln für den Festumzug oder die Einkaufstaschen, werden extra ohne Aufdruck einer Jahreszahl erstellt. Somit sind sie für weitere Feste oder Anlässe wieder brauchbar. Im Bereich Bau haben wir darauf geachtet, dass wir für die 190 Kubikmeter Holzschnitzel eine bessere Qualität wählten. So kann man diese nach dem Fest teilweise weiterverwenden, beispielsweise als Boden für Spielplätze.


Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?
Nachhaltigkeit ist für uns auch, dass wir versuchen, alles aus nächster Nähe zu beziehen und auf lange Transportwege zu verzichten. Zudem möchten wir das lokale Gewerbe für alle Aufträge rund um das Fest berücksichtigen. Für den Eröffnungsevent werden extra Bio-Ballone verwendet, welche ökologisch abbaubar sind. Somit schliesst sich der Kreis auch hier. Vor vier Jahren waren solche umweltschonende Alternativen wohl noch wenig bekannt. Ja, das ist nun etwas Neues.

Hat das OK dieses Jahr einen Zusatzaufwand auf sich genommen, um das Fest nachhaltiger zu gestalten?
Bezüglich Nachhaltigkeit hatten wir dieses Jahr nicht einen riesigen Mehraufwand in der Planung. Klar, es gab dieses Jahr sehr viele Fragen zum obligatorischen Depotsystem, aber wir haben auch schon bei vergangenen Festen darauf geachtet, dass sich der Abfall und der Stromverbrauch in Grenzen halten.