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Rückrundenstart: Die Frauen des FC Schlieren wollen aus der Abstiegszone

Auch Goalgetterin Sanja Mijovic (im gelben Trikot), die lange verletzt ausgefallen war, ist wieder voll einsatzbereit. (Archiv)

Auch Goalgetterin Sanja Mijovic (im gelben Trikot), die lange verletzt ausgefallen war, ist wieder voll einsatzbereit. (Archiv)

Für die Frauen des FC Schlieren beginnt am Samstag die Rückrunde gegen Thun. Dabei gilt für die Mannschaft: Verlieren verboten. Ansonsten droht Ende Saison der Abstieg.

Noch einmal haben die Frauen des FC Schlieren gestern Mittwochabend trainiert, bevor es ernst gilt. Am Samstag starten sie in die Rückrunde. Die erste Partie spielen sie gegen Thun Berner-Oberland, das nur einen Punkt Rückstand auf die Limmattalerinnen hat und momentan auf einem Abstiegsplatz steht. Für Schlieren daher eine eminent wichtige Partie: Verlieren sie gegen die Bernerinnen, würden sie womöglich unter den Strich rutschen.

Von diesem sind sie momentan nur dank des besseren Torverhältnisses getrennt, wobei die Limmattalerinnen noch eine Partie weniger ausgetragen haben. Neben Amriswil, das seinen Rückzug aus der Nationalliga B bekannt gegeben hat, werden drei weitere Teams absteigen. «Man muss realistisch sein», sagt die neue Sportchefin der Frauenabteilung, Sandra Kälin. «Wir stehen mitten im Abstiegskampf.»

Gute Stimmung

Kälin steht für klare Worte. «Wir müssen anfangen, geradeaus zu reden», sagt die ehemalige Spitzenfussballerin, die ihren Posten erst Anfang Februar übernommen hat. Vergangene Woche hat sie sich im Trainingslager ein Bild vom Team gemacht, das bei ihr einen guten Eindruck hinterlassen hat. «Die Stimmung unter den Spielerinnen ist super», sagt Kälin.

Auch mit Trainer Getoar Sallauka, der die Schlieremerinnen im Dezember vergangenen Jahres übernommen hat, verstünde sich das Team: «Das ist gerade im Frauenfussball wichtig, dass es zwischen Team und Trainer stimmt.» Sallauka selbst ist ebenfalls angetan vom Trainingslager. «Wir konnten dosiert trainieren und in den Rhythmus kommen», sagt der Trainer. «Zudem sind wir zusammengerückt. Es ist toll gelaufen.»

Niederlage ohne Spuren

Nicht ganz so toll lief es im letzten Testspiel, das die Schlieremerinnen absolviert haben. Gegen die Grasshoppers aus der Nationalliga A setzte es eine 0:7-Kanterniederlage ab. «Wir hatten viele Juniorinnen im Einsatz», sagt Sallauka. Deshalb wirke das Resultat auch nicht nach, versichert Sallauka: «Nein, überhaupt nicht. Das war ein reines Testspiel, und wir sehen es auch als solches.» Immerhin konnten die Schlieremerinnen in den beiden anderen Testspielen zwei Siege feiern.

Jedoch gilt das Augenmerk ohnehin der Rückrunde. Sallauka und Kälin wollen die Schlieremerinnen aus der Abstiegszone führen. Um dieses Ziel zu erreichen, will Kälin der Frauenabteilung des FC Schlieren eine neue Struktur verpassen – eine, die in Bezug auf die Professionalität an einen Nationalliga-A-Verein erinnert. «In der NLA hat man bei den Frauen klare Ziele», sagt sie. «Die Nationalliga B gilt jedoch immer noch als Freizeitsport, der Verein hat weniger Macht.» Daher gebe es in dieser Liga auch einen Leistungsabfall.

Schmaler Kader

Auf diesen zu reagieren, ist schwierig. Bei den Schlieremerinnen ist vor allem das schmale Kader ein Problem. «Die Spielerinnen wissen, dass sie sowieso spielen», sagt Kälin. «So entsteht kein echter Konkurrenzkampf.»

Das will Kälin ändern. Das Team soll verstärkt werden. «Wir müssen das Kader breiter machen», sagt sie. «Es wäre daher schön, wenn wir noch zwei, drei Spielerinnen finden könnten, bevor das Transferfenster Ende Februar schliesst.» Eine Spielerin steht kurz vor der Unterschrift bei den Schlieremerinnen. Im Sommer dürften weitere Verstärkungen folgen, die ins Profil passen. «Es nützt nichts, eine tolle Spielerin zu verpflichten, die aber nicht den nötigen Enthusiasmus mitbringt», so Kälin.

"Irgendwann ist der Bonus abgelaufen"

Ohne zusätzliche Spielerinnen wird es nach Kälins Meinung schwierig, das Team in der Nationalliga B zu halten. «Es hatte schon letzte Saison Mühe», so die Sportchefin. Damals waren die Schlieremerinnen sportlich abgestiegen und verblieben nur dank der Fusion zweier anderer Teams in der zweithöchsten Liga. Doch auf solch glückliche Umstände können die Schlieremerinnen nicht immer hoffen. «Irgendwann ist dieser Bonus abgelaufen», sagt Kälin. «Und wenn man in dieser Liga mitspielen will, muss man sich durchsetzen.» Genau das soll das Team nun auf dem Platz umsetzen. «Das Ziel ist jetzt, den Abstieg zu verhindern», sagt die Sportchefin. Das habe oberste Priorität.

Auf dem Weg zu diesem Ziel stehen dem Verein immerhin zahlreiche Spielerinnen wieder zur Verfügung, die in der Vergangenheit verletzt waren – allen voran Stürmerin Sanja Mijovic. Auf ihre Tore hoffen die Vereinsverantwortlichen, denn jetzt kommen lauter Sechs-Punkte-Spiele, so Sallauka: «Vor allem gegen die Mannschaften, die hinter uns klassiert sind, wie eben Thun oder auch Kloten.» Aber er hegt keinen Zweifel daran, dass die Schlieremerinnen der Herausforderung gewachsen sind und sich aus der unteren Tabellenzone bewegen werden: «Das Trainingslager hat gezeigt, dass wir bereit sind.»

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