Fussball
Rückschlag im Kampf um Ligaerhalt: Fünf schwache Minuten kosten Schlieren das Spiel

Die FC Schlieren Frauen verlieren gegen Servette Chênois Féminin in der Schlussphase. Ein Doppelschlag innert zwei Minuten brach den Limmattalerinnen das Genick.

Michel Sutter
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Die Schlieremer Stürmerin Sanja Mijovic (links, gelbes Trikot), hier gegen die Genferin Laura Felber, konnte sich nicht entscheidend durchsetzen.

Die Schlieremer Stürmerin Sanja Mijovic (links, gelbes Trikot), hier gegen die Genferin Laura Felber, konnte sich nicht entscheidend durchsetzen.

Michel Sutter

Gerade mal zwei Minuten brauchte Servette Chênois Féminin, um Schlieren am Samstagabend auf dem Kunstrasen des Zelgli den K.O.-Schlag zu versetzen. Erst wurde Natacha Della Tommasa steil angespielt und liess sich diese Chance nicht entgehen – schon stand es 2:1 für die Gäste. Dann lenkte Della Tommasa eine Hereingabe ab und sorgte für das 3:1.

Noch fünf Minuten blieben zu diesem Zeitpunkt regulär zu spielen in der Partie zwischen Schlieren und Servette. Doch es war klar: Die Schlieremerinnen würden sich von diesem Doppelschlag nicht mehr erholen. «Es ist schade, dass wir durch fünf schwache Minuten dieses Spiel verloren haben», sagte Sandra Kälin.

«Es ist schade, dass wir durch fünf schwache Minuten dieses Spiel verloren haben»

Sandra Kälin, Sportchefin FC Schlieren

Die Sportchefin war nach der ersten Hälfte für die angeschlagene Sanja Mijovic eingewechselt worden und hatte ihrerseits für den zwischenzeitlichen Ausgleich auf Seiten der Schlieremerinnen gesorgt, als sie nach etwas mehr als 50 Minuten mit einem herrlichen Heber ihr erstes Tor für die Limmattalerinnen schoss. «Ich sah, dass die Genfer Torhüterin etwas weit vor ihrem Kasten stand», sagte Kälin. «Also habe ich mir gedacht, ich versuche es einfach mal. Das Tor hat sehr gut getan.» Dass die Sportchefin überhaupt zum Einsatz kam, war eigentlich nicht vorgesehen. «Da auf der Bank einige Spielerinnen fehlten, habe ich ausgeholfen», sagte sie. «Wenn es mich braucht, spiele ich.»

Kälins Treffer war der Lohn für eine engagierte Leistung der Schlieremerinnen, die gegen die in der Nationalliga B drittplatzierten Genferinnen über weite Strecken gut mithalten konnten. Defensiv traten die Limmattalerinnen bis zur Schlussphase diszipliniert auf, offensiv aber sorgten sie nur für wenige Akzente. «Unser Respekt war in der ersten Halbzeit zu gross», sagte Trainer Getoar Sallauka. Und auch Kälin hätte sich etwas mehr Mut im Spiel nach vorne gewünscht. Die Führung der Genferinnen nach einem sehenswerten Distanzschuss durch Marianne Di Pasquale war nach 45 Minuten absolut verdient.

Erste Niederlage in Rückrunde

Erst im zweiten Durchgang trauten sich die Schlieremerinnen mehr zu, besonders nach Kälins Tor, als sie deutlich offensiver spielten und mit ihren Angriffen die Gäste unter Druck setzen. Doch genau einen solchen Angriff nutzten die Genferinnen zum erneuten Führungstreffer und wenige Minuten vor Ende der Partie zur Vorentscheidung. «Vielleicht haben wir uns zu sehr aufs Toreschiessen konzentriert», sagte Sallauka. Allerdings lobte er auch die Gegnerinnen: «Servette verfügt über viel Qualität und ist auch physisch sehr stark, das hat man gemerkt.»

Damit haben die Schlieremerinnen nach dem 4:2-Sieg gegen Thun Berner-Oberland im ersten Spiel der Rückrunde einen Dämpfer erlitten. Dennoch ist Sallauka zufrieden mit der Entwicklung seiner Spielerinnen. «Das Team ist defensiv stabiler geworden», sagte er. «Das war auch sehr wichtig. Zudem hatten wir eine sehr gute Vorbereitung, der Teamgeist stimmt. Das Team ist zusammengewachsen.»

Doch es gibt auch Punkte, mit denen der Trainer der Schlieremerinnen noch nicht zufrieden ist. «Im Ballspiel sind wir noch zu unsicher», sagte er. «Wir leisten uns zu viele Fehlpässe.» Aber man könne auch nicht alles innerhalb eines Monats ändern: «Man muss Schritt für Schritt machen.»

Schritt für Schritt – das gilt womöglich auch für Sanja Mijovic. Wie gravierend ihre Verletzung ist, lässt sich noch nicht abschätzen. Neben Mijovic ist auch Céline Bürgisser angeschlagen. Das Verletzungspech bleibt den Schlieremerinnen also treu.

Neue Spielerin

Immerhin bekommen sie Verstärkung: Sara Garcia, die in ihrer Karriere unter anderem für den FC Basel und für das portugiesische Nationalteam gespielt hat, wird zu den Limmattalerinnen stossen. Den Deal hat Kälin eingefädelt, die Garcia noch von früher kennt. «Sara ist sowohl fussballerisch als auch menschlich ein Riesentransfer», sagte die Sportchefin.

Garcia dürfte bei der nächsten Partie spielberechtigt sein. Dann treten die Schlieremerinnen gegen Kloten an. «Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel», sagte Sallauka, und auch für Kälin hat die Partie gegen den Tabellenvorletzten grosse Bedeutung: «Wenn wir dieses Spiel gewinnen, haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung Ligaerhalt gemacht.» Für Sallauka wird die Partie jedoch kein Selbstläufer. «Die Klotenerinnen müssen anfangen zu punkten, wenn sie nicht absteigen wollen», sagte er. «Sie werden offensiv auftreten.»