Nachdem die Buche auf dem Schlieremer Stadtplatz in einer aufsehenerregenden Aktion am Montag um 150 Meter verschoben wurde, werden nun Details zum Konflikt um den Baum öffentlich. In seiner Antwort auf die kleine Anfrage von CVP-Gemeinderat Rolf Wegmüller nimmt der Stadtrat Stellung zum Baum-Dossier. Wegmüller wollte wissen, wann und in welchem Verfahren der Baum aus dem städtischen Schutzinventar entlassen wurde.

Bezüglich der Entlassung des Baums aus dem Inventar kam kein ordentliches, sondern ein Spezialverfahren zum Einsatz, schreibt die Exekutive in ihrer Antwort. «Sie erfolgte im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens, das bei Bahnen und Anlagen das Baubewilligungsverfahren ersetzt.» Die Pläne waren auf der Stadtverwaltung im November 2013 öffentlich einsehbar, woraufhin beim Bundesamt für Verkehr zahlreiche Einsprachen gegen das Bauvorhaben eingingen. «Es ging jedoch keine gegen das beabsichtigte Fällen der Buche ein.»

Eine vorgängige Entlassung aus dem Naturinventar sei bei diesem Verfahren gemäss kantonalem Recht nicht erforderlich. Die Entlassung des Baums aus dem Inventar sei zudem ein Teil eines Beschlusses des Bundesamts für Verkehr, der nicht öffentlich einsehbar ist. Er kann auch nicht nachträglich eingefordert werden, da alle jene, die im Rahmen der öffentlichen Auflagefrist kleine Einsprache eingereicht haben, vom weiteren Verfahren ausgeschlossen sind.

«Antwort ist Wischiwaschi»

Auch informierte sich Wegmüller darüber, warum der Vermerk «sehr wertvoll» auf der städtischen Website bis vergangenen November beibehalten worden sei. Der Stadtrat schreibt, er habe damit nichts verheimlichen wollen. «Das Objektblatt war aufgeschaltet, mit der Idee, transparent zu bleiben.» Aber: Selbst wenn der Vermerk «wertvoll» oder «sehr wertvoll» angebracht sei, heisse dies nicht, dass der Baum automatisch geschützt sei. «Im Nachhinein muss festgestellt werden, dass diese Massnahme zu mehr Verwirrung als Transparenz führte.»

«Die Antwort ist Wischiwaschi. Ich bin gottenfroh, dass der Baum zwischenzeitlich gerettet werden konnte», sagt Wegmüller auf Anfrage.