Zwischen dem neu gewählten Stadtrat Anton Kiwic (SP) und dem nicht gewählten Kandidaten Bernhard Schmidt (parteilos) standen nur 23 Stimmen. «Ich bin grundsätzlich ein bisschen enttäuscht», sagte der Limmattalbahn-Gegner Schmidt, «aber gleichzeitig ist es ein Hammer-Resultat.» Schmidt fühlt sich nun darin bestätigt, dass er eine grosse Anhängerschaft hat und dass viele Dietiker das Wachstum kritisch sehen.

Noch ohne den Präsidenten: der frischgewählte Stadtrat von Dietikon.

Noch ohne den Präsidenten: der frischgewählte Stadtrat von Dietikon.

«Das war sehr knapp», sagte der neu gewählte Stadtrat Anton Kiwic (SP) zu den 23 Stimmen Unterschied. Das zeige, dass es auf jede Stimme ankommt. Er war überrascht, dass er unter den Gewählten den letzten Platz holte.

Die zweite Überraschung des Tages war die Abwahl von Roger Brunner (SVP) als Überzähliger. Das konnte sich auf die Schnelle niemand so richtig erklären und es war auch äusserst knapp. Um 26 Stimmen verpasste er die Wiederwahl. «Das ist eine grosse Enttäuschung. Auch dass wir den dritten Sitz nicht verteidigen konnten, ist der Wermutstropfen des heutigen Tages, das ist ganz klar», sagte der wiedergewählte Roger Bachmann (SVP) nach der Bekanntgabe der Resultate. Es sei schwierig zu sagen, was dazu geführt habe. «Das linksgrüne Lager war stark mobilisiert. Da hat wahrscheinlich auch die «No Billag»-Initiative einen Teil dazu beigetragen», analysierte Bachmann. Doch Neid zeigte er keinen: «Selber haben wir vor vier Jahren von der Masseinwanderungsinitiative profitieren können und jetzt ist das Pendel halt auf die andere Seite ausgeschlagen.»

Roger Bachmann (SVP): «Das gute Resultat stimmt mich zuversichtlich für den zweiten Wahlgang»

Roger Bachmann (SVP): «Das gute Resultat stimmt mich zuversichtlich für den zweiten Wahlgang»

Neu im Stadtrat sind neben Anton Kiwic auch Lucas Neff (Grüne), Reto Siegrist (CVP) und Philipp Müller (FDP). Neff verwies darauf, dass ihm im 2014 für den Einzug in den Stadtrat nur 113 Stimmen fehlten. «Das war extrem wenig», sagte er. Nun konnte er die Chance nutzen, dass mit Otto Müller (FDP), Jean-Pierre Balbiani (SVP) und Esther Tonini (SP) gleich drei Stadträte nicht mehr angetreten sind.

Ähnlich zuversichtlich wie Neff war auch Siegrist, der es ebenfalls zum zweiten Mal versuchte. «Die letzten vier Jahre konnte ich im Gemeinderat einiges bewegen, das hatte mich positiv gestimmt», sagte er.

Grosse Kräfteverschiebung

Total verlor die SVP im Dietiker Stadtrat zwei Sitze, die Grünen und die CVP gewannen je einen. Die bürgerlichen Parteien SVP und FDP haben jetzt keine Mehrheit mehr. Die neue Zusammensetzung des Stadtrats freut Siegrist. «Jetzt stehen Sachargumente und nicht die Parteipolitik im Mittelpunkt», sagte er gestern. Auch Heinz Illi (EVP) ist guten Mutes: «Fast alle Parteien sind vertreten. Das wird total gut sein für die nächsten vier Jahre.» Und Rolf Schaeren (CVP) sagte: «Das gibt eine neue Dynamik.»

Zuversichtlich ging auch Philipp Müller in die Wahl: «Das Resultat ist jetzt aber so positiv ausgefallen, dass es für mich doch auch etwas überraschend war», sagte er. Gleichzeitig haderte er mit den Sitzverlusten der SVP.