Am Samstagabend stand er noch in der Swiss Arena und verfolgte mit, wie sein geliebter EHC Kloten die Rapperswil-Jona Lakers 4:3 besiegte. Am Sonntagmittag im Foyer des Stadthauses war er dann der jubelnde Sieger: Roger Bachmann (SVP) wird dank 1683 Stimmen neuer Dietiker Stadtpräsident.

Als Vize-Stadtpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) kurz nach 14 Uhr die Resultate verkündete, gingen Jubelschreie und ein grosser Applaus durchs Stadthaus-Foyer. Bachmann durfte von Stadtschreiberin Karin Hauser einen Blumenstrauss und von seinen Konkurrenten, bisherigen und neuen Stadtratskollegen sowie von Parteikollegen und weiteren Politikern zahlreiche Gratulationen entgegennehmen.

Mit seinen 1683 Stimmen hatte Bachmann 701 Stimmen Vorsprung auf Anton Kiwic (SP), der 982 Stimmen holte und damit den drittplatzierten Heinz Illi (EVP) um 93 Stimmen distanzierte. Illi holte 889 Stimmen.

Auch weitere, nicht fürs Präsidium kandidierende Stadträte erhielten Stimmen: Philipp Müller (FDP), Rolf Schaeren (CVP) und Lucas Neff (Grüne) erhielten alle je 14 Stimmen, Reto Siegrist (CVP) holte 9 Stimmen.

Der ganz grosse Moment: Vize-Stadtpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) verkündet die Resultate der Stadtpräsidiumswahl

Der ganz grosse Moment: Vize-Stadtpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) verkündet die Resultate der Stadtpräsidiumswahl

Vize-Stadtpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) verkündet kurz nach 14 Uhr im Dietiker Stadthaus-Foyer die Resultate der Dietiker Stadtpräsidiumswahl am 22. April

Nicht nur erzielte Bachmann wiederum auf deutliche Art und Weise die grösste Stimmenzahl. Auch aus dem Vergleich mit dem ersten Wahlgang geht er als klarer Sieger hervor. Denn Bachmann holte 299 Stimmen mehr als noch in der ersten Runde am 4. März. Derweil legte Kiwic um 100 Stimmen zu und Illi um 99 Stimmen.

Zusammen konnten Bachmann, Kiwic und Illi also fast genau 500 Stimmen mehr auf sich verteilen als noch im ersten Wahlgang, in dem der vierte Kandidat Bernhard Schmidt (parteilos) noch 689 Stimmen geholt hatte und in dem zudem zahlreiche vereinzelte Stimmen auf nicht fürs Stadtpräsidium kandidierende Politiker fielen. So hatte Philipp Müller damals noch 80 Stimmen geholt, Reto Siegrist 61 Stimmen, Rolf Schaeren 60 Stimmen und Lucas Neff 54 Stimmen.

Dass die Zahlen dieses Mal allgemein tiefer sind als im ersten Wahlgang, hat insbesondere damit zu tun, dass die Stimmbeteiligung nun um 7,94 Prozentpunkte tiefer lag. Im ersten Wahlgang waren es noch 38,35 Prozent, am Sonntag waren es noch 30,41 Prozent – als Balbiani diese Zahl vermeldete, ging ein kurzes Raunen durch das Stadthaus-Foyer.

Insgesamt hatten von 12 224 stimmberechtigten Dietikerinnen und Dietikern 3717 ihren Wahlzettel eingelegt. Die ungültigen und leeren Wahlzettel abgezogen, resultierte ein Total von 3605 Stimmen. Unter den gültigen Stimmen hatte Bachmann also einen Anteil von satten 46,69 Prozent, Kiwic einen solchen von 27,24 Prozent und Illi 24,66 Prozent.

Der neue Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) in seinem ersten Interview nach der Wahl

Der neue Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) in seinem ersten Interview nach der Wahl

Interview mit dem neugewählten Dietiker Stadtpräsidenten Roger Bachmann (SVP) im Stadthaus Dietikon am 22. April

Einen so deutlichen Vorsprung habe er nicht erwartet, sagte Bachmann am Sonntag kurz nach der Verkündung der Resultate. «Insofern ist es ein ganz gefreutes Ergebnis. Damit wurde ein Stück weit auch die Arbeit im Stadtrat honoriert, die ich in den letzten vier Jahren geleistet habe», sagte Bachmann. Für diese Arbeit sei er aber nicht alleine verantwortlich, sondern zusammen mit seinen Leuten der Stadtverwaltung. «Ihnen allen gehört auch ein herzliches Dankeschön», sagte Bachmann gekonnt präsidial.

Auch die Arbeit und das Herzblut, mit der seine Parteikollegen ihm im Wahlkampf geholfen hätten, lobte er. «Das wird sicher noch das eine oder andere Bierchen geben», sagte er im Hinblick auf den Abend des Wahlsonntags. So empfing ihn die SVP später mit Applaus im «Zeus» an der Löwenstrasse. Zuerst galt es aber, im Stadtratssaal mit den alten und neuen Stadträten mit Wein anzustossen, wie es die Tradition verlangt.

«Ein Freudentag für die Wirtschaft»

Als Gründe für seine erfolgreiche Wahl sah er insbesondere die von ihm erbrachte Leistung als Sozialvorstand in den letzten vier Jahren und dass er schon vorher lange politisch aktiv war, speziell im Gemeinderat. «So verfüge ich über eine relativ grosse Erfahrung auf der politischen Ebene. Das hat sicher den Ausschlag gegeben», erklärte Bachmann.

Mit seinem Sieg erfüllte er auch die Hoffnungen verschiedener Wirtschaftsvertreter. Schliesslich haben beispielsweise der Industrie- und Handelsverein und der Gewerbeverein Bachmann zur Wahl als Stadtpräsident empfohlen. Ein Sieg der Wirtschaft sei sein Wahlgewinn aber nicht: «Ich sehe es primär als Sieg jener Dietikerinnen und Dietiker, die mir die Stimme gegeben haben. Aber man kann sicher sagen: Es ist auch ein Freudentag für die Wirtschaft und das Gewerbe in dieser Stadt.» Und das weniger als 24 Stunden nach seinem Freudenabend in Kloten.