Wo Schulkinder den Mittag verbringen oder vor oder nach dem Unterricht noch betreut werden können, umtreibt die Schlieremerinnen und Schlieremer seit geraumer Zeit. Nur wenige Themen brennen ihnen so unter den Nägeln wie die schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen in der Stadt. Ein grösseres und professionelleres Angebot wurde in den vergangenen Jahren vom Parlament mehrmals gefordert. Die Schulpflege reagierte vor einem Jahr, indem sie ein Strategiepaper verabschiedete.

Darin bestellt sie bei der städtischen Liegenschaftsabteilung Räume und Mittagstische in den Schulanlagen Kalktarren, Hofacker und Zelgli mit jeweils einem Doppelhort mit 44 Hort- und 48 Mittagstischplätzen. «Prioritär soll die Schulanlage Zelgli behandelt werden», schrieb die Schulpflege damals. Für die beiden anderen Schulhäuser soll das Raumangebot ab Schuljahr 2018 oder spätestens 2020 zur Verfügung stehen. Für das Schulhaus Schulstrasse ist nichts geplant, da dieses bereits seit dem Jahr 2005 über einen Doppelhort verfügt. Im Schulhaus Reitmen, das vergangenen Spätsommer bezogen werden konnte, sind die benötigten Betreuungsräume vorhanden.

Wo steht die Stadt mit der Realisierung ein Jahr später? Auf den Start des vergangenen Schuljahrs nahm etwa der Doppelhort in der Giardino-Überbauung seinen Betrieb auf. Ein Engpass zeichnet sich jedoch bereits bei der benachbarten Schule Zelgli ab: «Je nach Entwicklung der Schülerzahlen wird in den nächsten zwei bis drei Jahren ein zusätzlicher Mittagstisch benötigt», schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung.

Bislang ohne Tageslicht

Auch bei der Schule Hofacker tut sich einiges. So erwartet der Stadtrat Ende dieses Jahres die Resultate einer Machbarkeitsstudie zur Erstellung eines Doppelhorts. Für diese Studie sprach er vergangenes Jahr 80'000 Franken. Im Herbst des nächsten Jahres dürfte der Doppelhort bezugsbereit sein.

Auch in die Schule Kalktarren will die Stadt investieren. Mit dem Bezug des Schulhauses Reitmen können die modularen Schulraumpavillons im Kalktarren entlang des Schürrainwegs als Doppelhort umgenutzt werden – und zwar auf Start des anstehenden Schuljahres. Der Ausbau kostete knapp 50'000 Franken, der grösste Brocken davon wird für den Einbau einer Küche verwendet. Das Geld hierfür wird von den 4,15 Millionen Franken bezogen, die für Tagesstrukturen in diversen Schulhäusern eingestellt wurden. Bei den 50'000 Franken handelt es sich zudem um eine gebundene Ausgabe. Denn: Das Angebot an Tagesstrukturen wurde im Kalktarren bislang im Untergeschoss des Schulhaustrakts ohne Tageslicht durchgeführt.