A: Ausländergesetz

Dieses wurde einem Schweizer Bordellbetreiber zum Verhängnis. Er hatte eine Rumänin ohne Papiere beschäftigt. Das Bezirksgericht Dietikon verurteilte ihn im August. Verdikt: 500 Franken Busse und eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 50 Franken. Mit dem Ausländergesetz geraten auch immer wieder die Betreiber von Lokalitäten in Konflikt, in denen illegales Glücksspiel angeboten wird. Im Limmattal ist illegales Glücksspiel besonders stark verbreitet.

B: Brustnuckeln

Basierend auf Vorwürfen ihres Ex-Manns beschuldigte die Staatsanwaltschaft eine Frau der Schändung und der sexuellen Handlungen mit einem Kind. Aus sexuellen Motiven soll sie jahrelang ihrer Tochter die Brust gegeben haben. Vor Gericht kam dann die Wende im Brustnuckel-Fall: Ausser den Aussagen des Vaters, der einen Rachefeldzug gegen seine Ex führte, hatte die Staatsanwaltschaft nichts in der Hand. So kam es im Januar zum klaren Freispruch.

C: Cannabis

Ein ungeschickter Krimineller stand im Januar vor Gericht. Der Schweizer war mit 18 Kilogramm Cannabis auf der Autorückbank durch das Fahrverbot beim Dietiker Bahnhof gefahren – als eine Polizeipatrouille gerade auf dem Bahnhofsplatz bereit stand. Sein Auto hatte diverse Mängel, zudem hatte er Drogen konsumiert. Er erhielt 20 Monate Haft bedingt.

D: Dodge Challenger

Mit diesem sportlichen Kraftwagen aus Amerika baute ein mehrfach vorbestrafter Jamaikaner in Birmensdorf einen Selbstunfall. Und betrog seine Versicherung. Zuvor hatte er nämlich den Meilenzähler zurückgedreht. Dafür und wegen weiterer Betrugsdelikte erhielt er ein Jahr Freiheitsstrafe bedingt.

E: Einbrecher

Zweimal rammte ein abgewiesener Asylsuchender aus Algerien in Urdorf Katzentürchen ein, um einbrechen zu können. Doch beide Male ertappten ihn die Bewohner auf frischer Tat und schlugen ihn in die Flucht. Weil er zudem Kokain in ein Appenzeller Gefängnis geschmuggelt hatte, erhielt er im August total 15 Monate unbedingt und wurde des Landes verwiesen.

F: Flucht

Die Schweizer Gefängnisaufseherin Angela M. verhalf 2016 dem Gefängnisinsassen und mehrfach rechtskräftig verurteilten syrischen Sexualstraftäter Hassan K. zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal nach Italien. Im Januar wurde Fluchthelferin M. zu 15 Monaten bedingt verurteilt. Im Mai erhielt Ausbrecher Hassan K. sechs Monate unbedingt. Er wehrte sich zwar, und das mit Star-Verteidiger Valentin Landmann. Aber das Obergericht bestätigte die Strafe im Oktober klar.

G: Gubrist

Im Weininger Gewerbehaus Gubrist, das dem Bund gehört, züchtete ein Türke über 1000 Hanfpflanzen. Er erhielt im Juli eine bedingte Strafe von 12 Monaten. Allerdings wurde er in Abwesenheit verurteilt. Er ist verschollen.

H: Heroin

Sechs Monate Haft unbedingt und 30 Monate bedingt erhielt im Februar ein Schweizer, der 2,8 Kilogramm reines Heroin gelagert hatte.

I: Indizienprozess

Im Oktober gab es einen Teilfreispruch für ein Ehepaar, in dessen Café es gebrannt hatte und dem vorgeworfen wurde, den Brand selbst gelegt zu haben. Die Indizien waren zwar zahlreich, reichten aber nicht aus für eine Verurteilung. Schuldig war das türkisch-schweizerische Paar der Urkundenfälschung, weil es gegenüber der Versicherung den Wert eines Möbels zu hoch angegeben hatte. Sie erhielten bedingte Geldstrafen von je 75 Tagessätzen zu 55 respektive 45 Franken.

J: Jagd

Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich ein Schweizer Töff-Fahrer: Mit 153 Kilometern pro Stunde raste er über das Limmattaler Kreuz und danach mit 116 respektive 131 Kilometern pro Stunde durch Urdorf und Schlieren. Der vorbestrafte Raser wurde im Juli zu 24 Monaten Haft verurteilt, die Hälfte davon bedingt.

K: Kindsmissbrauch

Ein wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, Pornografie und Drogendelikten angeklagter Niederländer blieb seinem Prozess im November fern und schickte stattdessen einen Fax ans Gericht. «Ich sehe für mich keine andere Möglichkeit, als zu gehen», schrieb er. Von diesem Fall wird man 2018 voraussichtlich erneut hören.

L: Liebe

Kann blind machen. Ein Italiener lernte auf einer Dating-Plattform Frauen kennen, um sie zu betrügen. Um über 100 000 Franken hatte er seine beiden Opfer geprellt. Der Sozialhilfebezüger erhielt im Juli eine 18-monatige bedingte Freiheitsstrafe.

M: Mitfahrer

Im Gubrist-Tunnel fiel 2016 ein Mann aus einem Auto. Sowohl der mazedonische Fahrer als auch der kosovarische Beifahrer kümmerten sich nicht um ihren verletzt liegen gebliebenen Mitfahrer. Sie fuhren weiter – und wurden nun im März wegen unterlassener Hilfeleistung zu einer bedingten Geldstrafe von 230 respektive 190 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt.

N: Niderfeld

Einen Freispruch gab es im Februar für einen Mann, der sich nach einer Grosskontrolle im Dietiker Niderfeld dem Vorwurf des Stehenlassens von Fahrzeugen ausserhalb bewilligter Anlagen ausgesetzt sah. Die Fahrzeuge waren noch vom Vormieter und standen offenbar schon jahrzehntelang da.

O: Oberengstringen

Im September wurde die Nigerianerin freigesprochen, die 2016 in Oberengstringen ihre Schwiegermutter umgebracht hatte. Wegen Schizophrenie war sie schuldunfähig. Sie wurde einer stationären Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung zugeführt, die lange dauern dürfte.

P: Pannenstreifen

Zwei Schweizer, die mit ihren Fahrzeugen auf der Autobahn in Urdorf illegalerweise den Pannenstreifen benutzten, wurden im Januar verurteilt. Einer erhielt wegen Fahrens auf dem Pannenstreifen eine Busse von 140 Franken. 350 waren es beim anderen, wegen Rechtsüberholen auf dem Pannenstreifen. Dies war online der meistgelesene Dietiker Gerichtsbericht.

Q: Quatsch

An Gerichten wird nicht gespasst. Als aber zwei Angeklagte – die dann wegen sexueller Nötigung verurteilt wurden – in der Gerichtsverhandlung vom «Stadtzentrum Geroldswil» sprachen, huschte Gerichtspräsident Stephan Aeschbacher – selber aus Geroldswil – ein Lächeln über das Gesicht und er wies die beiden darauf hin, dass es sich um ein Dorfzentrum handelt.

R: Raufhandel

Nach einer Prügelei am Bahnhof Dietikon mussten 2017 gleich mehrere Männer vor dem Bezirksgericht antraben. Im Juni wurde der Italiener zu 16 Monaten Haft bedingt verurteilt, der sich viel zu heftig wehrte, nachdem ihn ein Kurde aus dem Nichts attackiert hatte.Letzterer erhielt im November 18 Monate unbedingt. Er hatte noch diverse Drogendelikte begangen.

S: Schuhwurf

Im Rahmen eines Nachbarschaftsstreits hatte ein Tunesier einer Frau einen Schuh ins Gesicht geworfen. Diese erlitt mehrere Verletzungen. Im September erhielt der Täter deshalb eine bedingte Geldstrafe von zusammengerechnet total 3600 Franken – wegen versuchter einfacher Körperverletzung mittels gefährlichem Gegenstand sowie fahrlässiger Körperverletzung.

T: Terrier

Ein Schweizer fürchtete in Urdorf, dass zwei Flat Coated Retriever eines anderen Hündelers seinen American Staffordshire Terrier angreifen. Darum sprühte er Pfefferspray gegen die fremden Hunde. Er erhielt im Juli eine bedingte Geldstrafe von total 500 Franken wegen fahrlässiger Tierquälerei.

U: Uber

150 Franken Busse erhielt im Juli ein Schweizer, der illegal für den Billigtaxidienst Uber-Pop unterwegs war.Kurze Zeit später wurde der Dienst Uber-Pop im Raum Zürich eingestellt.

V: Vergewaltigung

Im September bestätigte das Obergericht das Dietiker Urteil gegen einen Türken, der seine Ex-Frau vergewaltigt und genötigt hatte. Die Strafe von 44 Monaten Haft unbedingt blieb damit bestehen.

W: Whiskey

Im März wurde ein Serbe verurteilt, der in einem Lokal zweimal mit einem Klappmesser auf einen anderen Mann einstach. Der Täter hatte zuvor Whiskey getrunken, doch war er nicht schuldausschliessend alkoholisiert. Er erhielt vier Jahre unbedingt.

X: x-fach

Neun Jahre und vier Monate Haft gab es für den Limmattaler Kinderschänder, der während zweier Jahrzehnte mehrere Knaben x-fach missbraucht hatte. Mindestens 400 bis 500 Übergriffe des Schweizers sah das Gericht als klar erwiesen an.

Y: Yachten

An diese denkt, wer Saint-Tropez hört. Dort machte ein mehrfach vorbestrafter Schweizer Ferien, der die Stadt Dietikon um über 100 000 Franken betrog. Er bezog zu Unrecht Sozialhilfe. So hielt es das Bezirksgericht im November fest, als es ihn zu 40 Monaten Gefängnis unbedingt verurteilte.

Z: Zuschauer

Die Öffentlichkeit von Gerichtsverhandlungen und Urteilsverkündungen ist in der Bundesverfassung festgehalten. Wer Lust und Zeit hat, kann darum im Prinzip jedem Strafprozess beiwohnen. Die Öffentlichkeit wird nur in Ausnahmefällen ausgeschlossen. Ausser von Personen, die einen persönlichen Bezug zum Fall haben, werden Verhandlungen aber selten besucht.