Schlieren

Zwiegartenstrasse: Die Petitionäre wollen nicht aufgeben

Die Zwiegartenstrasse ist nach der Aufhebung des streckenweisen Fahrverbots heute im Einbahnkehr befahrbar. 31 Petitionärinnen und Petitionäre finden aber, dass der Verkehr in der falschen Richtung fährt. fni

Die Zwiegartenstrasse ist nach der Aufhebung des streckenweisen Fahrverbots heute im Einbahnkehr befahrbar. 31 Petitionärinnen und Petitionäre finden aber, dass der Verkehr in der falschen Richtung fährt. fni

Der Stadtrat will den Einbahnverkehr auf der Zwiegartenstrasse nicht umkehren – sie sei sicher, findet er.

Die Petitionäre, die vom Schlieremer Stadtrat verlangten, dass der Einbahnverkehr auf der Zwiegartenstrasse neben dem Grabenschulhaus umgekehrt wird, sind enttäuscht. In einer Antwort auf ihren Vorstoss erklärte die Exekutive, dass das Ziel des Vorstosses, die Sicherheit der Schulkinder zu gewährleisten, bereits heute erfüllt sei (die Limmattaler Zeitung berichtete). Von einer Änderung des Regimes will er daher absehen. Doch alt Gemeinderat Ueli Saxer (FDP), einer von 31 Unterzeichnenden der Petition, will nicht aufgeben: «Wir überlegen uns, ein Postulat oder eine Motion im Parlament zu erwirken», sagt er auf Anfrage.

Denn die Petitionäre, darunter auch ehemalige Schlieremer Exekutiv- und Legislativmitglieder, sind mit der Antwort des Stadtrats in mehreren Punkten nicht einverstanden. So halten sie etwa Einschätzungen für falsch, die dieser zu den Auswirkungen der Aufhebung des Fahrverbots auf dem Strassenstück zwischen Brunnackersteig und Schulstrasse zitiert. Der Stadtrat schreibt, dass nach Ansicht der Schulleiterinnen der Schulhäuser Graben- und Schulstrasse seit der Regimeänderung von 2014 keine erhöhte Gefahr für die Schüler bestehen würde. Auch von Lehrpersonen, Eltern oder Schülern würden keine anderslautenden Rückmeldungen vorliegen. Die Schulleiterinnen seien zudem erstaunt, dass die Zwiegartenstrasse bei Stau auf der Uitikonerstrasse nicht als «Abkürzung» nach Zürich genutzt werde, so der Stadtrat.

Hausabwart teilt Meinung nicht

Saxer hält die Wahrnehmung der zitierten Beobachter für «äusserst selektiv»: «Auch der Schulhausabwart teilt unsere Ansicht, dass der Verkehr auf der Zwiegartenstrasse seit der Aufhebung des Fahrverbots trotz Tempo 30 zugenommen hat.» Für die Richtigkeit dieser Einschätzung sprechen auch zwei Verkehrsmessungen, die der Stadtrat durchführen liess. Wurden im Herbst 2014 dort pro Tag durchschnittlich rund 79 Fahrzeuge gemessen, so waren es knapp ein Jahr später 149. Die Anzahl der Anwohner sei seither aber nicht markant gestiegen, sagt Saxer.

Die Petitionäre hätten im Gegensatz zu den Schulleiterinnen auch vermehrt gefährliche Situationen beobachtet, bei denen vom Brunnackersteig her kommende Autos mit überhöhter Geschwindigkeit auf Kinder zugefahren seien, die die Strasse neben dem Schulhaus überquerten. Solche Risiken wären zu verhindern, sind sich die Unterzeichnenden sicher: «Gleich vor der Einmündung in die Schulstrasse ist eine Schwelle. Wenn die Zwiegartenstrasse nur von dort her befahrbar wäre, würden die Automobilisten neben der Schule sicher tiefere Tempi fahren», sagt Saxer. Zudem würde so auch ein zu oft benützter Schleichweg unterbunden.

Der Stadtrat und die Stadtpolizei stellten sich in der Antwort gegen diese Variante. Die zu Stosszeiten überlastete Uitikoner-
strasse würde durch eine Umkehrung des Einbahnverkehrs zusätzlich belastet, argumentierten sie. Saxer kritisiert diese Haltung: «Ich denke, die Sicherheit von Kindern sollte Vorrang haben.»

Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP) betont auf Anfrage, dass der Einbahnverkehr vom Brunnackersteig zur Schulstrasse verkehrstechnisch sehr wohl richtig sei – die nötige Verkehrssicherheit rund um die Schulhäuser Graben- und Schulstrasse sei gegeben: «Davon zeugen die positiven Rückmeldungen von Polizei und Schule.»

Dalcher stellt Nutzen infrage

Dass es in der Tempo-30-Zone beim Schulhaus Grabenstrasse «wie auch bei den anderen Schulhäusern» hin und wieder zu gefährlichen Situationen kommt, schliesst er nicht aus. Doch der Sicherheitsvorstand ist überzeugt, dass dies auch nicht verhindert werden könnte, wenn die Fahrtrichtung umgekehrt würde: «Dann würden einige Autofahrer einfach nach der Schwelle am Anfang der Zwiegartenstrasse Gas geben und so zu einem Verkehrsrisiko werden.» Er hält es zudem für wichtig, dass die Kinder sich daran gewöhnen, dass ihre Schule von Strassen umgeben ist. Die Verkehrsmessungen des Stadtrats ergaben zwar, dass sich unter dem neuen Regime 85 Prozent der Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Falls sich aber Hinweise häufen würden, dass an dieser Stelle zu schnell gefahren werde, oder es regelmässig zu Gefahrensituationen komme, würde die Stadt prüfen, mit welchen Massnahmen das Tempo gedrosselt werden könnte, sagt Dalcher.

Gelangen die Petitionäre mit ihrem Begehren ans Parlament, so wäre dies bereits das zweite Mal, dass es sich mit der Verkehrssicherheit neben dem Schulhaus Grabenstrasse befasst. Im November 2014 hatte sich Priska Randegger (FDP) in einer kleinen Anfrage an den Stadtrat gewandt. Sie wollte damals wissen, wie Exekutive und Schule die Sicherheit für die Schüler nach der Aufhebung des Fahrverbots beurteilen. Damals erklärte das Schulressort, dass keine negativen Auswirkungen feststellbar seien, man andernfalls aber zusätzliche Sicherheitsmassnahmen fordern würde.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1