Das violette Logo thront über dem aufstrebenden Schlieremer Industriegebiet. Die Zühlke Engineering AG ist erfolgreich. So erfolgreich, dass der Name weit über die Schlieremer Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. In Deutschland, Grossbritannien und Österreich sind gleich mehrere Standorte. Die Expansion nach Belgrad wurde im August publik. 550 Mitarbeiter bieten Dienstleistungen wie Managementberatung, Start-up-Finanzierung und Software-Engeneering an. 300 davon arbeiten in Schlieren.

Ein paar Kilometer weiter im Urdorfer Industriegebiet liegt der Hauptsitz der Brütsch/Rüegger Tools. Der Marktleader in der Schweiz handelt mit Werkzeugen aus den Bereichen Mess-, Fertigungs- und Montagetechnik und bringt 280 Stellen in die Gemeinde.

Auch Stahlrohre und andere Metall- und Industrieprodukte zirkuliert das Familienunternehmen. Dies tut es äusserst erfolgreich. Was die beiden Limmattaler Unternehmen gemeinsam haben, ist, dass sie der Jury des Prix SVC (Swiss Venture Club) Wirtschaftsraum Zürich ins Auge gestochen sind. Eine Nomination für die Ehrung (siehe Box) war die Folge. Am kommenden Donnerstag entscheidet sich, an wen er verliehen wird.

Mit Interdisziplinarität zum Erfolg

Jürg Ryffel, CEO der Zühlke Engineering AG, sieht die Stärken ganz klar in der Interdisziplinarität und an der stetigen Entwicklung. «Dass Ingenieure aus den verschiedensten Richtungen bei uns unter einem Dach arbeiten, Ideen und Systeme entwickeln können, steigert die Effizienz und die Kreativität», sagt er.

Der Standort Schlieren sei optimal für Zühlke, da er im Wirtschaftsraum Zürich zentral liege und damit die Nähe zu Kunden gewährleistet sei. Er sieht aber auch, dass Schlieren von Zühlke profitiert. «Firmen, die auf Innovation setzten, sind sicherlich gute Werbung für den Standort Schlieren und das gesamte Limmattal».

Auch in Urdorf ist man sich darüber im Klaren, dass erfolgreiche KMUs wie Brütsch/Rüegger Tools die beste Werbung für den Standort sind (siehe Interview). Über die Nominierung sei man hocherfreut, sagt Geschäftsführer Martin Wirth. «Es ist eine Bestätigung, dass wir 136 Jahre nach der Firmengründung noch immer zu den innovativsten Unternehmen der Schweiz gehören», sagt er weiter.

Dass er in Urdorf auf die Nähe zum Postlogistikzentrum und auf langjährige Mitarbeiter zählen könne, seien sicherlich Erfolgsfaktoren. Bei einer neulich durchgeführten Standortevaluation sei ausserdem die «unbürokratische Handlungsweise sowie die Offenheit der Gemeindebehörde» positiv aufgefallen.

Fruchtbarer Nährboden in Region

Über 150 Unternehmen kamen für den Preis infrage. Nach Kriterien wie der regionalen Verankerung, des kommerziellen Erfolgs oder auch der nachhaltigen Entwicklung wurde das Feld auf 15 Unternehmen reduziert. Diese wurden anhand von Gesprächen und Präsentationen von der 13-köpfigen Jury beurteilt und auf einen Kreis der Nominierten von sechs reduziert.

Was würde der Gewinn des Prix SVC denn für die beiden nominierten aus dem Limmattal bedeuten? OK-Präsident des SVC Wirtschaftsraum Zürich, Andreas Gerber, bezeichnet ihn als Form der Anerkennung. «KMU stehen normalerweise nicht in der Öffentlichkeit. Die Leute sollen durch den Preis aber auf die Leistung der KMU in den Regionen aufmerksam gemacht werden», sagt er. Zudem diene der SVC natürlich als Netzwerk. «Die Unternehmen lernen sich untereinander kennen und profitieren so vom Ideenaustausch». Dass gleich zwei der sechs nominierten Unternehmen aus dem Limmattal kommen, ist für ihn teils Zufall, teils dadurch begründbar, dass Unternehmen in dieser Region auf fruchtbaren Nährboden treffen.