Die Grünphase beträgt nun bei der Bern-/Engstringerstrasse Süd insgesamt 15 Sekunden. Bei der Engstringerstrasse Nord haben Fussgänger neu 14 Sekunden Zeit, die Strasse zu überqueren. Gleichzeitig wurde auch die orange Schutzphase ausgedehnt.

Die Massnahme ist eine Reaktion des Stadtrats auf die Petition von 223 Eltern aus dem Zelgli-Quartier. Sie empfanden die Überquerung der Kreuzung für Kindergartenkinder und Schüler als zu gefährlich. Deshalb forderten sie in ihrer Petition, die sie dem Stadtrat im August 2018 überreichten, Massnahmen für einen sichereren Schulweg. Auch der Bezirksrat machte Druck und verlangte ebenso, dass die Schule Schlieren etwas unternimmt.

Seitdem hat sich einiges getan. Ein Lotsendienst wurde zum Start des laufenden Schuljahrs im Sommer 2018 eingeführt. Seit Herbst 2018 setzt die Schule auf einen Pedibus (Begleitung zu Fuss). Sechs Eltern und Angestellte der Schule Schlieren bringen jeden Schultag eine Gruppe von Kindern zu Fuss über die Kreuzung und wieder zurück. Derzeit sind elf Chindsgi-Kinder angemeldet.

Thema ist angekommen

Petitionärin Eva-Maria Kopf ist eine der Mütter, die sich als Pedibus-Fahrerin engagiert. Sie freut sich, dass die Eltern mit der Petition etwas erreichen konnten. «Das Thema ist scheinbar angekommen», sagt Kopf. Die längere Grünphase begrüsst sie. «Die zwei Sekunden schaffen bestimmt etwas mehr Luft. Fünf Sekunden mehr wären hilfreicher», ist sie sich sicher. Das Problem sei damit nicht vollständig gelöst.

Auch, weil dieser Schulweg nicht der einzig anspruchsvolle in Schlieren sei. Kopf erachtet den Pedibus als wichtige Massnahme. «Wir erwarten, dass an ihr festgehalten wird, bis es eine bauliche Lösung gibt.»

Bauliche Massnahmen wie etwa eine Überführung, die den Schulweg noch sicherer machen würde, sind jedoch nicht geplant, wie der Stadtrat in der Antwort auf die Petition schreibt. «Bei der Engstringerkreuzung treffen zwei Kantonsstrassen aufeinander. Eine bauliche Lösung könnte nur in Zusammenarbeit mit dem Kanton realisiert werden», heisst es. Das Problem dabei ist die Finanzierung. «Der Bau einer Passerelle wäre gemäss des kantonalen Tiefbauamts möglich, der Kanton würde sich aber nicht an den hohen Kosten beteiligen, da die Nutzungsfrequenz zu gering wäre.»

Verkehrsreduktion in Aussicht

Der Stadtrat stellt aber eine Entschärfung der Situation in Aussicht. Und zwar mit der Neugestaltung des Zentrums und der damit einhergehenden Spurenerweiterung bei der Engstringerkreuzung. «Der Verkehr wird sich reduzieren, da die Längsverbindung tiefergelegt und kreuzungsfrei gestaltet wird.» Der Stadtrat rechnet damit, dass diese baulichen Anpassungen in zwei bis drei Jahren fertig sind.

Und auch die vorgesehene Eröffnung des Doppelkindergartens am Rietpark soll aus Sicht der Schule eine entscheidende Verbesserung ergeben, da ab diesem Zeitpunkt weniger Kindergartenkinder die Engstringerkreuzung überqueren müssten. Laut Bauherrin Geistlich Immobilia AG sollen die Überbauungen im Frühling 2020 bezugsbereit sein.

Eva-Maria Kopf versteht, dass bauliche Massnahmen derzeit nichts bringen, da ein grösseres Projekt ansteht. Die Argumentation des Stadtrats befriedigt sie jedoch nicht. «Wir werden auf später vertröstet, wissen aber nicht, was das Projekt genau beinhaltet», sagt sie.

Die Petitionäre warten nun, bis die Details zum Vorhaben bekannt werden. «Wir werden versuchen, uns einzubringen, um den Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen», sagt Kopf. Wichtig sei den Eltern, dass Stadt und Kanton auch eine annehmbare und vor allem sichere Lösung während der Umbauphase garantieren.