Schlieren
Zwei neue Bushaltestellen für 140'000 Franken

Der Uitiker Ortsbus wird jeweils einen Stopp bei der katholischen Kirche und beim Bahnhof Nord einlegen.

Alex Rudolf
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Die zwei neuen Haltestellen werden ab dem Fahrwechsel im Dezember vom Uitiker Ortsbus 201 bedient. (Symbolbild)

Die zwei neuen Haltestellen werden ab dem Fahrwechsel im Dezember vom Uitiker Ortsbus 201 bedient. (Symbolbild)

Kenneth Nars

Das Schlieremer öV-Netz erhält ab Ende 2017 zwei neue Bushaltestellen. Bedient werden sie ab dem Fahrplanwechsel im Dezember vom Uitiker Ortsbus 201. Wie bereits bekannt war, befindet sich eine der neuen Haltestellen gegenüber der katholischen Kirche an der Uitikonerstrasse. Hinzu kommt eine an der Rütistrasse, wo ab Ende 2017 ebenfalls die verlängerte Linie 307 halten wird.

Dies schreibt der Stadtrat in einem kürzlich veröffentlichten Beschluss. Die beiden Haltestellen lässt sich die Stadt für den auf vier Jahre ausgelegten Probebtrieb insgesamt 140 000 Franken kosten, was einem jährlichen Beitrag von 35 000 Franken entspricht. «Für die Schlieremer Bevölkerung ergibt sich dadurch ein klarer Mehrwert», sagt Werkvorstand Stefano Kunz (CVP). So könne man neu etwa von der Kampstrasse mit dem Bus via Rütistrasse ins Kletterzentrum.

Mit diesem Schritt reagiert die Stadt auf Druck aus der Bevölkerung, dem Parlament und aus der Nachbargemeinde. Nach dem Nein zur Ortsbus-Initiative an der Urne vor einem Jahr versprach der Stadtrat, sich der öV-Erschliessung des Stadtrandes anzunehmen. Immerhin votierten damals 45 Prozent für einen Ortsbus, der die Schlieremer Aussenquartiere in drei Schlaufen hätte ans Zentrum anbinden sollen. Trotz der Nein-Parole des Stadt- und Gemeinderates waren diese Stimmberechtigten auch gewillt, einmalige Investitionskosten von 400 000 Franken sowie eine Million jährlich für die Betriebskosten zu sprechen.

«Das Ruftaxi und die neuen Ortsbus-Verbindungen werden wir völlig losgelöst voneinander anschauen.» Stefano Kunz, Werkvorstand Schlieren

«Das Ruftaxi und die neuen Ortsbus-Verbindungen werden wir völlig losgelöst voneinander anschauen.» Stefano Kunz, Werkvorstand Schlieren

Zur Verfügung gestellt

Anbindung an S-Bahn ist Priorität

Dass der Uitiker Ortsbus 201 die Gebiete Schlieremer Berg, Kampstrasse und Unterrohr anfahre – diese wären mit dem Schlieremer Ortbus bedient worden –, sei nicht möglich, so der Stadtrat. Denn die Fahrplangestaltung habe zur Priorität, für die Uitiker Bevölkerung gute Anbindungen an die S-Bahn zu gewährleisten. Den Bau der beiden neuen Haltestellen beantragte die Stadt bereits beim Kanton. Dieser ist als Besitzer der Uitikonerstrasse für die Haltestellen verantwortlich.

Mit den beiden neuen Haltestellen wird der Uitiker Ortsbus nun vier Stopps auf Schlieremer Boden einlegen. Neben den bereits erwähnten kommt jeweils einer beim Lilienzentrum und auf der Engstringerbrücke beim Bahnhof Schlieren hinzu. Für diesen Betrieb sprach das Uitiker Stimmvolk im vergangenen September einen Kredit in der Höhe von 2,4 Millionen Franken. Für einen Probebetrieb von vier Jahren wird die Ortsbuslinie 201 somit nicht mehr bei der Haltestelle Uitikon Wängi wenden, sondern bis nach Schlieren weiterfahren.

Nachdem sich das Stimmvolk Uitikons mit 53 Prozent für die neue Linie ausgesprochen hatte, wurde auch die Forderung nach einer Zusammenarbeit der beiden Gemeinden laut. Diverse Schlieremer Parlamentarier, Anwesende der Uitiker Gemeindeversammlung und mehrere Leserbrief- und Kommentarschreiber forderten die Verantwortlichen auf, zusammenzuspannen.

Ruftaxi-Vorlage kommt hinzu

Drängen liess sich der Schlieremer Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) nicht. Stets verwies er darauf, dass erst die Abstimmung in Uitikon über die Bühne gehen müsse, bevor verhandelt werden könne. Mit der jetzigen Lösung ist er zufrieden. «Zwar ist das Projekt noch nicht vom Kanton oder von der Betreiberin, der Postauto AG, abgesegnet, doch sind wir zuversichtlich», so Kunz.

Zudem nahm der Stadtrat Anfang Woche die Motion von Gaby Niederer (Quartierverein) entgegen. Darin verlangte Sie, dass die Stadt einen Ruftaxi-Dienst für Menschen einführt, die nicht mehr gut zu Fuss sind. Bereits Anfang Jahr prüfte der Stadtrat einige Varianten, taxierte sie jedoch einerseits als zu teuer, andererseits als nicht notwendig. So würden mit dem Uitiker Ortsbus, der Verlängerung der Linie 307 sowie der Limmattalbahn die Randgebiete Schlierens besser erschlossen. Jährlich würde ein Ruftaxi zudem rund 45 000 Franken kosten.

Nun wird Kunz trotzdem eine entsprechende Vorlage ausarbeiten, da dies offenbar dem Wunsch eines grossen Teils des Parlaments entspreche. «Das Ruftaxi und die neuen Ortsbus-Verbindungen werden wir losgelöst voneinander anschauen, da die Motion gewisse Personengruppen im Fokus hat und geografische Aspekte erst sekundär behandelt werden», so Kunz. Zudem handle es sich beim Busbetrieb um einen auf vier Jahre ausgelegten Probebetrieb, der noch nicht gesichert ist.