Unterengstringen
Zwei Gesichter blicken vom Holzstoss – aber nicht mehr lange

Der Mittefasten-Böögg wird feierlich begrüsst – dieses Jahr trägt er einen besonders exotischen Namen.

Sandro Zimmerli
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Die Begrüssung des Bööggs markiert den Beginn des Mittefasten-Wochenendes.

Die Begrüssung des Bööggs markiert den Beginn des Mittefasten-Wochenendes.

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Noch hat er so etwas wie ein Lächeln auf den Lippen. An diesem Nachmittag ist er der Star auf dem Pausenplatz beim Schulhaus Büel. Doch der Ruhm ist vergänglich. Kaum einer weiss das besser als er. Schon am Sonntagabend geht es ihm an den Kragen. Dann wird er bereits wieder Geschichte sein. In Rauch wird er sich auflösen.

Es ist das Schicksal eines jeden Mittefasten-Bööggs, dass seine Existenz lediglich zwei Tage währt. Nichtsdestotrotz gehört es zum guten Ton, dass der Mann ordentlich begrüsst wird. Am Freitag war es wieder soweit. Die gesamte Primarschule Unterengstringsten feierte die Figur, die wie jedes Jahr von den Sechstklässlern zusammen mit dem Bööggmeister gebaut wurde.

Da es dieses Mal zwei Klassen waren, trägt der Böögg auch zwei Gesichter. Und einen Doppelnamen. Ujemuje-Nogla wurde er getauft.

Mit der Taufe und der Enthüllung des Bööggs ist es an der Begrüssung allerdings noch nicht getan. Lieder gehören ebenso zur Zeremonie wie das Anstossen mit einem Glas Eistee. Und da wäre noch die Sache mit den Klassenwünschen, die dem Böögg mit auf den Weg gegeben werden. Während sich die einen wünschen, dass «wir einander nicht vergessen und immer Freunde bleiben», wollen andere einmal in der Schule übernachten. Und natürlich darf der Wunsch nach weniger Hausaufgaben ebenfalls nicht fehlen. Zumindest soll es künftig jede Woche einen Tag ohne Hausaufgaben geben.

Während sich die Schüler über ein verlängertes Wochenende freuen dürfen, heisst es für den Böögg nun, seinem Ende entgegenzublicken. Bereits am Sonntagmorgen wird er auf dem Limmatdamm auf einem Holzstoss thronen und die Leute beobachten, die vor dem Grill auf ihre Bratwurst warten. Am Abend ab 20 Uhr, wenn das Frühlingsdorffest seinem Höhepunkt entgegengeht, ist es dann endgültig um ihn geschehen – und hoffentlich auch um den Winter.