In Geroldswil ist nun die Ausgangslage für die Erneuerungswahlen im Frühling 2018 bekannt: Sowohl für den Hochbauvorstand Willy Oswald (FDP) muss eine Nachfolge gesucht werden als auch für den Finanzvorstand Beat Schmid (SVP).

Oswald wurde 2010 als Nachfolger seines Parteikollegen Peter Meier in den Gemeinderat gewählt. Zuvor war er seit 2001 in der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Seinen Abtritt erklärt er so: «Ich bin jetzt 70 Jahre alt. Darum möchte ich das Feld Jüngeren überlassen.»

Lässt man Oswalds Amtszeit Revue passieren, sticht ein Feld hervor: das Baufeld Ost, der grosse Kiesplatz zwischen Limmattalstrasse und Gemeindehaus. Im April 2018 startet der Bau. Der politische Prozess ist bereits abgeschlossen. Und bis zu Oswalds Abtritt am 31. Juli 2018 wird auch die Planung fertig sein.

Das Baufeld Ost hat viele Eltern: unter anderem die engagierten Stimmbürger in der Begleitkommission, die Architekten und weitere Planer. Aber Oswalds Name sticht heraus: Er war schon Ressortvorsteher, als die Planung mit einer groben Studie startete. «Die Phase der Bauausführung wird genauso wichtig sein. Eigentlich ist das ja dann die wichtigste Phase überhaupt», sagt Oswald. Wer sein Amt übernimmt, übernimmt also einen Job mit viel Verantwortung bei einem Projekt, das Geroldswil über Generationen prägen wird. «Wichtig ist, dass man das Projekt genau so umsetzt, wie man es dem Volk versprochen hat», sagt Oswald. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin müsse die Kontinuität wahren und könne dabei auch auf die Mitarbeit der anderen Gemeinderäte zählen.

Es überrascht nicht: Die weitere Arbeit an der Zentrumsplanung, insbesondere am Baufeld Ost, ist das, worauf sich Oswald bis zum Abtritt weiterhin am meisten freut. Nach dem Abtritt bleibt er in der FDP-Ortspartei: «Ich werde die Geroldswiler Politik sicher weiter beobachten, das ist klar.» Ob er schon bei seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin mitverfolgen kann, wie die Planung beim Entwicklungsgebiet Werd unterhalb der Autobahn einen Schritt weiterkommt, wird sich weisen. Klar ist: Das Thema Werd wird irgendwann in den nächsten Jahrzehnten die Geroldswiler Politik für lange Zeit dominieren. Mit der Zentrumsplanung und dem Umbau des Hotels unter Liegenschaftenvorsteher Peter Christen (FDP) – es sollen alters- und behindertengerechte Wohnungen entstehen – ist die Gemeinde aber noch für einige Zeit beschäftigt.

Finanzvorstand Beat Schmid (SVP, 60 Jahre) sagte im Vorfeld der Wahl 2014, dass ihm die Schaffung von altersgerechten Wohnungen in Geroldswil wichtig ist. Dieses Ziel wird also erreicht. Zudem wird auch das ganze Baufeld Ost behindertengerecht gebaut.

Schmids Rücktritt nach vier Jahren – zuvor war er 12 Jahre in der RPK – ist nicht als Nein zur Politik zu verstehen, sondern als Ja für seine Nächsten. «Es sind private Gründe und es ist jetzt wichtig, dass ich mich nach der Amtszeit ganz meiner Familie und vor allem meiner Frau widmen kann», sagt er.

In den vier Jahren war und ist ihm die Kollegialität untereinander wichtig, sowie das Ja zum Baufeld Ost und das Vertrauen der Geroldswiler Stimmbürger. «Das sind für mich grosse Momente und schöne Erinnerungen», sagt Schmid.

Nun freut er sich auf die Budget-Gemeindeversammlung im Dezember. Im Gegensatz zur Rechnung 2016 wird Schmid diesmal keine schwarzen Zahlen präsentieren können. «Leider», wie er festhält. «Die Kostenschere klafft immer weiter auf. Die Kosten für Gesundheit und Soziales stiegen stetig und verharren auf sehr hohem Niveau.» Aber mit einem Gesamtsteuerfuss von derzeit 97 Prozent ist Geroldswil weiter gut im Rennen und diesbezüglich die viertattraktivste Gemeinde im Bezirk. Damit das so bleibt, braucht es nun gute Nachfolgekandidaturen.