Zwei Drittel sagen Ja, ein Drittel sagt Nein: Darum darf die Gemeinde Weiningen den Kindergarten Föhrenwäldli definitiv für 5,3 Millionen Franken ausbauen. Und zukünftige Kindergärtner dürfen sich auf eine grössere Spielwiese freuen. Denn sobald der neue Kindergarten bezugsbereit ist, braucht es die provisorischen Container nicht mehr, die heute einen Teil der Wiese beim Föhrenwäldli belegen. Zudem entstehen im zweiten und dritten Obergeschoss des Kindergartens neue Wohnungen. Das erste Obergeschoss soll vorerst vermietet und in ein paar Jahren ebenfalls zum Kindergarten werden, sobald der Bedarf dafür vorhanden ist.

9000 Franken Mieteinnahmen pro Monat

Schulpräsident Mario Okle hatte die Zustimmung erwartet und freut sich über das Resultat. «Ich habe mit fast allen politischen Exponenten von links bis rechts gesprochen. Sie stellten viele Fragen, auch kritische», so Okle. Insbesondere die Wohnungen in den oberen Geschossen passten nicht allen. Dennoch habe sich gezeigt, dass ein Konsens da sei: «Für alle war klar, dass es mehr Platz für den Kindergarten braucht. Und wenn man sich die Rechnung anschaut, zeigt sich schnell, dass die Wohnungen Sinn ergeben.» Denn die Gemeinde wird dank den Wohnungen gut 9000 Franken Mieteinnahmen pro Monat generieren. «Insofern wäre es eine riesige Überraschung gewesen, wenn das Volk den Kredit abgelehnt hätte», sagt Okle. Er hofft, dass die Bauarbeiten im Oktober oder November beginnen können. «Mein persönliches Ziel ist es, dass der neue Kindergarten auf das Schuljahr 2018/2019 hin eröffnet wird», so Okle weiter.

Drei statt eine Klasse in Containern

Nun wird die Gemeinde die Detailplanung vorantreiben. Dafür muss sie den entsprechenden Auftrag ausschreiben und einen Generalplaner beauftragen. Bereits klar ist, dass im Sommer das Container-Provisorium beim Föhrewäldli ein letztes Mal ausgebaut wird. Heute ist darin eine Kindergarten-Klasse untergebracht, ab August sind es dann drei Kindergarten-Klassen. Den 480 000-Franken-Kredit für die Container im Föhrenwäldli hatte die Gemeindeversammlung bereits im Dezember 2014 genehmigt. Damals bewilligte das Stimmvolk auch einen Kredit von 125 000 Franken, um das Projekt für die Erweiterung des Kindergartens auszuarbeiten, über das die Weininger gestern abstimmten. Die Abstimmung ist am Schluss zwar klar ausgefallen. Aber es blieb lange spannend, da die Resultate nicht vor 14 Uhr bekanntgegeben wurden. Die anderen Limmattaler Gemeinden waren bereits zuvor ausgezählt.

Gemeindepräsident: «Jetzt sind wir voll auf Kurs»

Auch Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) ist sehr zufrieden mit dem gestrigen Resultat: «Dass gleich zwei Drittel des Stimmvolks Ja sagen, ist natürlich schön. Jetzt sind wir voll auf Kurs und können loslegen», so Haug. Der eine Drittel der Weininger, der das Projekt ablehnte, habe sich wahrscheinlich in erster Linie an den Kosten gestört, vermutet Haug. So sagt er: «5,3 Millionen Franken sind ein grosser Betrag. Da ist es klar, dass es auch Widerstand gibt.»