Weiningen
Zwei, die grosse Fussstapfen füllen wollen

Die Kampfwahl um einen Platz in der Oberstufenschulpflege verläuft durchaus friedlich und ohne Werbung.

Alex Rudolf
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Andreas Lehmann (l.) oder Andrea Fischbacher: Sie wollen in die Fussstapfen von Hans Ernst treten.

Andreas Lehmann (l.) oder Andrea Fischbacher: Sie wollen in die Fussstapfen von Hans Ernst treten.

Limmattaler Zeitung

Grosse Fussstapfen hat die Nachfolge von Hans Ernst in der Weininger Oberstufenschulpflege zu füllen. Während 33 Jahren gehörte er dem Gremium an und hatte während dieser Zeit stets das Ressort Hausdienst und Immobilien unter sich. Zwei Kandidaten stellen sich am 14. Juni zur Verfügung, seine Nachfolge anzutreten. Auf Wahlwerbung verzichten beide, mögen dem jeweils anderen die Wahl gönnen, wie sie sagen.

Beide sind erfahrene Kandidaten

Zum einen wäre da Andrea Fischbacher. Die 61-Jährige wohnt seit 15 Jahren in Oetwil. Die Mittelschullehrerin leitet die Fachschaft Deutsch und Sozialwissenschaften an einer privaten Institution in Zürich. Die lange Lehrtätigkeit – sie habe bereits in jeder Schulstufe unterrichtet – qualifiziere sie für das Amt in der Schulpflege, sagt sie. Weiter leitet sie die Forschungsstelle «Kraftorte Schweiz» und ist die Biografin von Blanche Merz, die sich mit der Erforschung von Schweizer Kraftorten beschäftigte. Fischbacher ist verheiratet und hat einen Sohn. Ihre Motivation für dieses Amt beschreibt sie damit, das Schulfragen Zukunftsfragen seien: «Diesbezüglich einen gesellschaftlichen Beitrag leisten zu dürfen, erfüllt mich mit Freude.»

Fischbachers Kontrahent ist Andreas Lehmann. Er ist selbstständiger Architekt und war neun Jahre in der Primarschulpflege Oetwil-Geroldswil. Aus dieser Zeit habe sich der 52-Jährige ein grosses Netzwerk aufgebaut, das ihm in der Oberstufenschulpflege sicherlich hilfreich sein werde, sagt er. Lehmann hatte die Liegenschaften unter sich – das Ressort, das in der Kreisschulpflege frei wurde. Bereits acht Hochbauzeichner habe er durch die Lehrabschlussprüfung gebracht. Doch sei er nicht fixiert auf das Amt des Liegenschaftsvorstehers, sondern auch offen für alle anderen Ressort, so Lehmann.

Bedürfnis nach Gruppenräumen

Für Lehmann sind die neuen baulichen Anforderungen an Schulhäuser eine grosse Herausforderung. So wären heute beispielsweise vermehrt zwei Lehrpersonen mit den Klassen in einem Schulzimmer, was das Bedürfnis nach Gruppenräumen nach sich ziehe. Als Architekt der Unterengstringer Primarschule habe er sich eindringlich mit diesem Thema befasst.

Nach Hans Ernsts ausscheiden aus dem Gremium, sind derzeit vier der fünf Sitze besetzt. Die Mitglieder sind Samuel Bosshard (FDP), Marco Rossi (parteilos) und Bruno Vogt (parteilos). Präsidiert wird die Schulpflege von Ingrid Donatsch (FDP).