Oberengstringen
Zwei Bauprojekte: Sport und Schule dominieren die nahe Zukunft

Der Gemeinderat informiert über die neue Sportanlage und den Erweiterungsbau des Schulhauses Allmend. Aus der Schulwiese sollen ein kleiner Naturrasenplatz und ein grösserer Kunstrasenplatz entstehen. Beide Plätze sollen um 90 Grad gedreht werden.

Sandro Zimmerli
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Die neue Schulwiese müsste auf das Niveau des Pausenplatzes angehoben werden.

Die neue Schulwiese müsste auf das Niveau des Pausenplatzes angehoben werden.

Sandro Zimmerli

Voranschlag 2014: Steuerfuss soll auf 105 Prozent bleiben

Neben dem Projektierungskredit für den Schulhausanbau und den Baukredit für die Sportanlage stehen an der Gemeindeversammlung in Oberengstringen vom 25. November noch vier weitere Geschäfte auf der Traktandenliste. Darunter auch der Voranschlag 2014: Dieser rechnet bei einem Aufwand von rund 39,4 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 38,6 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von knapp 776 000 Franken. Der Steuerfuss soll auf 105 Prozent belassen werden. Im Vergleich zum Budget 2013 weist der Voranschlag vor allem in den Bereichen Bildung und soziale Wohlfahrt einen Mehraufwand aus. Demgegenüber rechnet der Gemeinderat bei den Steuern mit Mehreinnahmen im Vergleich zu 2013. Die Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen belaufen sich auf rund 5,2 Millionen Franken.

Die Schulanlage Allmend wird an der kommenden Gemeindeversammlung gleich doppelt im Mittelpunktstehen. Einerseits steht die Genehmigung eines Projektierungskredites über 475 000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Oberengstringer Oberstufenschulhauses auf der Traktandenliste. Andererseits werden die Stimmberechtigten über einen Baukredit in der Höhe von 3,76 Millionen Franken für die Sanierung und die Neugestaltung der Sportanlage Brunewiis befinden.

Am Montag lud der Gemeinderat zu einer Informationsveranstaltung, um die beiden Projekte vorzustellen und Fragen der Bevölkerung zu beantworten. Sowohl das 1970 erstellte Schulhaus als auch die 1964 erbaute Sportanlage sind in die Jahre gekommen. Im Schulgebäude hat es zu wenig Platz, um den heutigen Unterrichtsmethoden gerecht zu werden, wie Schulpräsidentin Elsbeth von Atzigen erklärte.

Photovoltaikanlage auf dem Dach

Das vom Architekturbüro team 4 entworfene Projekt sieht deshalb einen dreigeschossigen Anbau auf der Westseite vor, der über das Treppenhaus mit dem bestehenden Schulhaus verbunden ist. Dort sollen unter anderem das Schulleiterbüro, ein Aufenthaltsraum für die Schüler, ein Konferenzraum und ein Büro für die Schulsozialarbeit eingerichtet werden.

Zudem sind fünf Klassenzimmer mit je einem Gruppenraum geplant. Im zweiten Obergeschoss ist eine teilweise überdachte Terrasse geplant, «die als Aussenklassenzimmer genutzt werden könnte», so Architekt Peter Schneider. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen.

Im bestehenden Gebäude soll ein zweigeschossiger Aufenthaltsraum für die Lehrer geschaffen werden. In den drei Obergeschossen sollen jeweils die mittleren Klassenzimmer in zwei Gruppenräume umfunktioniert werden. Über einen Lift werden beide Gebäude behindertengerecht.

Wird der Projektierungskredit am 25. November genehmigt, ist vorgesehen, dass 2014 der Baukredit an die Gemeindeversammlung kommt. Ziel ist es, dass die neue Schulanlage im August 2016 bezugsbereit ist, sagte Liegenschaftenvorstand Jean Fritz Weber. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 8,37 Millionen Franken.

Markante Änderungen sind auch bei der neuen Sportanlage vorgesehen. Aus der Schulwiese sollen ein kleiner Naturrasenplatz und ein grösserer, umzäunter Kunstrasenplatz entstehen. Beide Plätze sollen um 90 Grad gedreht werden.

Wegen der Grundwasserschutzzone muss das Gebiet bis auf das Niveau des Pausenplatzes des Schulhauses Allmend angehoben werden. Die 100-Meter-Laufbahn soll zwischen dem Natur- und dem Kunstrasenplatz neu erstellt werden. Saniert werden auch der rote Allwetterplatz und der Chilbiplatz. Aus dem Sandkasten neben dem roten Platz soll ein Beachvolleyballfeld werden. Dort soll auch die Weitsprunganlage künftig stehen. Vom roten Platz aus wäre es möglich, Speere oder Bälle auf den Naturrasenplatz zu werfen.

Kein Plan B bei Nein zu Sportplatz

Bei einem Ja an der Gemeindeversammlung soll Anfang 2014 das Baugesuch eingereicht werden. Mit der Aufschüttung soll im Sommer 2014 begonnen werden. Danach braucht die Schüttung rund sechs Monate Setzzeit. Die eigentliche Bauzeit ist für den Frühling 2015 vorgesehen. Im September 2015 soll die Anlage fertiggestellt werden. «Mit einem Ja hätten wir optimale Trainingsmöglichkeiten für Turnverein, Fussballclub, Schule sowie für alle anderen Sportbegeisterten», zeigte sich Bauvorstand René Beck überzeugt. Er räumte auf eine entsprechende Frage aber auch ein, dass vom Kunstrasen vor allem, der Fussballclub profitieren würde. «Aber auch die Schule könnte beispielsweise dort ihren Sporttag durchführen.»

Die Anwesenden zeigten Interesse an den beiden Projekten. Dieses äusserte sich in den vielen Fragen. Einige betrafen Details, andere Grundsätzliches. So gebe es keinen Plan B bei einer Ablehnung des Kredites für die Sportanlage, antwortete Beck auf eine Frage. Bei einem Nein zur Schulhausvorlage würde der Gemeinderat wohl bald einen Antrag zum Erstellen von Containerprovisorien präsentieren, sagte Weber. «Der Platzbedarf ist ausgewiesen.».

Bezüglich der Kosten der Sportanlage, die für die Gemeinde anfallen, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Dies geht aus einer Antwort Becks auf eine Frage hervor. Auch Unterengstringen werde sich mit einem jährlichen Solidaritätsbeitrag zwischen 19 000 und 25 000 Franken beteiligen. Allenfalls komme ein
Sport-/Toto-Beitrag zwischen 80 000 und 100 000 Franken dazu.