Dietikon
Zwanzigjähriges Jubiläum: Nach nur zwei Proben betritt das Theateria-Team Neuland

Heidi Christen und Stefan Baier feiern im Dietiker Gleis 21 ihr 20-Jahr-Jubiläum. Den Anlass begehen sie mit dem Programm «Lied gut». Auch in den kommenden Jahren möchten sie ein Leuchtturm für Dietikon sein.

Céline Geneviève Sallustio
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Die Vorstellung von «Lied gut» war Premiere und Derniere zugleich.

Die Vorstellung von «Lied gut» war Premiere und Derniere zugleich.

Céline Geneviève Sallustio

Teelichter und eingestellte Rosen zieren die Holztische im Gleis 21. Das Publikum blickt gespannt auf die dunkle Bühne. Es ist 20.15 Uhr. Die Scheinwerfer gehen an. Zé Oliveira spielt den ersten Akkord auf der Mandoline. Danach stimmen Andreas Wilhelm am Bass und Roger Küng am Schlagzeug ein. Gemeinsam mit den drei Musikern präsentierten Heidi Christen und Stefan Baier am vergangenen Samstagabend Lieder, die sie während der letzten acht Jahren für die Theaterstücke geschrieben haben.

Vor 20 Jahren gründeten die beiden die Theateria. Vergangenen Samstagabend feierten sie mit dem Programm «Lied gut» ihr Jubiläum. Mit dem Liedprogramm betraten Christen und Baier, die normalerweise im Jahresrhythmus selbst Theaterstücke und dazugehörige Musik schreiben, Neuland.

Doch bei den musikalischen Einlagen blieb die Vorstellung nicht: So wurden nebst gesellschaftskritischen Liedern und einer Ode an Henri Dufour auch Wortspiele und kleinere theatralische Einlagen vorgeführt. Dafür ernteten die Künstler auf der Bühne viele Lacher, Applaus und eine Zugabe.

Die Lieder liefern dem Publikum Denkanstösse

Dass die Spielenden aufgrund von Corona nur zwei Proben durchführen konnten, wusste das 40-köpfige Publikum bis kurz vor Schluss nicht. Eine Frau, die besonders von der Vorstellung begeistert war, ist die 71-jährige Christine Albisser: «Es fasziniert mich immer wieder, wie das Duo aus wenigen Requisiten – wie beispielsweise dem Robidog-Säckli – das Gemeinte so wirkungsvoll ausdrücken kann», so die Dietikerin.

Auch die Songtexte seien wirkungsvoll, indem sie den Zuhörern Denkanstösse liefern und zugleich Füsse, Hände oder Kopf im Takt mitwippen lassen. Albisser besuchte das Programm der Theateria «Goccia d’amore» vor zwei Jahren viermal. Dieses Jahr bleibt eine wiederholte Aufführung aufgrund von Corona aus. «Es war eine Premiere und eine Derniere zugleich», sagte Baier am Ende der knapp zweistündigen Vorstellung. Es sei etwas traurig, dass man nicht mit den Gästen anstossen und plaudern könne. Zumal sie in der Theateria selbst Gastgeber seien.

Theateria will Leuchtturm in Dietikon sein

Für ihn und seine Frau sind ihre beiden Söhne das Wichtigste im Leben. Danach folgt ihre gemeinsame Leidenschaft für die Theateria: «Unser damaliger Akrobatik-Lehrer in der Dimitri-Schule brachte uns zusammen – daraus ist nun ein ganzes Leben entstanden», sagte Baier und schmunzelt. Was steht bei den beiden in den kommenden 20 Jahren an?

«Für die Zukunft haben wir mehr Ideen, als uns das Leben noch Jahre zur Umsetzung schenkt», sagt Baier. Fest steht: Sie möchten auf andere Sparten der Kunst übergreifen und zahlreiche Themen theatralisch realisieren. Und: «Wir möchten ein Leuchtturm für Dietikon sein.» Bevor das Licht auf der Bühne ausging, wurden die beiden mit den Worten «Auf die nächsten 20 Jahre» verabschiedet.

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