Unterengstringen
Zusätzliche Asylunterkunft entschärft die Situation in Unterengstringen

Unterengstringens Suche nach Wohnraum für Asylsuchende trägt erste Früchte.Die Gemeinde hat fünf weitere Plätze für Asylsuchende gefunden – zur Erfüllung der Vorgabe des Kantons fehlen noch zwei

Sandro Zimmerli
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Blick in eine Asylbewerber-Unterkunft (Symbolbild)

Blick in eine Asylbewerber-Unterkunft (Symbolbild)

Keystone

Dank intensiven Bemühungen ist es dem Gemeinderat gelungen, eine fünfköpfige Familie in einer Wohnung unterzubringen. Damit erhöht sich die Zahl der in der Gemeinde wohnhaften Asylsuchenden auf 15. Das sind noch zwei Personen weniger, als es gemäss Vorgabe des Kantons sein müssten.

«Natürlich sind wir froh, dass es uns gelungen ist, für diese Leute eine Lösung zu finden. Das Problem ist aber noch nicht gelöst», sagt Gemeindepräsident Peter Trombik. Der Druck des Kantons auf die Gemeinde, ihren Pflichten nachzukommen, sei nach wie vor gross. Deshalb hat der Gemeinderat in der jüngsten Ausgabe der «Unterengstringer Nachrichten» erneut einen Aufruf an die Bevölkerung gestartet, bei der Suche nach Wohnraum für Asylsuchende mitzuhelfen.

Erster Aufruf im April

Eine ähnliche Aktion hat die Gemeinde bereits im April dieses Jahres durchgeführt – ohne Erfolg. «Auf den damaligen Aufruf hat sich niemand bei uns gemeldet», so Trombik (Ausgabe vom 23. April). Erschwert werde die Suche dadurch, dass es wegen des ausgetrockneten Wohnungsmarktes sehr schwierig sei, bezahlbare Wohnungen in der Gemeinde zu finden.

Damit harrt ein seit langem bestehendes Problem weiterhin auf eine definitive Lösung. Denn in Unterengstringen ist man mit dem Bereitstellen von Unterkünften für die Aufnahme von Asylbewerbern seit Jahren in Verzug. Um der Situation dennoch Herr zu werden, konnte man bislang auf die Hilfe der anderen Kreisgemeinden – dazu gehören neben Unterengstringen auch Weiningen, Geroldswil und Oetwil – zählen. So zahlte Unterengstringen dafür, dass andere Gemeinden einen Teil ihrer Asylsuchenden aufnahmen. «Damit ist aber Schluss», hält Trombik fest. Mittlerweile wird es auch in diesen Gemeinden immer schwieriger, Wohnungen für Asylsuchende zu
finden.

Diskussion geht weiter

Erhöht wird der Druck auf Unterengstringen zudem durch die jüngsten Entwicklungen in Nordafrika. «Die Asylkoordinationsstelle des Kantons Zürich hat uns mitgeteilt, dass alle Gemeinden, welche die Quote der aufzunehmenden Asylbewerber unterschreiten, in Kürze Asylbewerber zugewiesen bekommen», so Trombik.

Eine andere Hypothek ist der Gemeindeversammlungsentscheid vom Dezember 2009. Damals wurde das Begehren für einen Bruttokredit von 350000 Franken für die Errichtung eines Wohncontainers für das Asylwesen beim Alten Schulhaus deutlich zurückgewiesen. Ob der Gemeinderat mit einem ähnlichen Geschäft nochmals an die Gemeindeversammlung gelangt, weiss Trombik derzeit noch nicht. «Natürlich werden auch solche Szenarien diskutiert. Das sind aber mittelfristige Lösungen. Jetzt sind wir darauf angewiesen, möglichst schnell mehr Wohnraum zu finden.»