Bergdietikon
Zusätzlich geplante Parkplätze lassen die Wogen hochgehen

In Bergdietikon wollte der Gemeinderat auf dem Pausenplatz der Schule zusätzliche Parkplätze erstellen lassen. Die Mitarbeitenden der Schule und der Krippe bräuchten diese, argumentierte er. Bei der Bevölkerung stiess das Projekt auf heftige Kritik.

Bettina Hamilton-Irvine
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Auf dem Pausenplatz der Schule wollte der Bergdietiker Gemeinderat zusätzliche Parkplätze erstellen. Bei der Bevölkerung kam das gar nicht gut an.

Auf dem Pausenplatz der Schule wollte der Bergdietiker Gemeinderat zusätzliche Parkplätze erstellen. Bei der Bevölkerung kam das gar nicht gut an.

Für die hitzigste Diskussion sorgten an der Bergdietiker Gemeindeversammlung am Donnerstagabend neun Parkplätze. Der Gemeinderat hatte einen Kredit über 200 000 Franken beantragt, um diese auf dem Pausenplatz des Schulhauses zu erstellen. Dies sei nötig, weil die Parkplätze heute für die Mitarbeitenden der Schule und der Kinderkrippe bei weitem nicht reichten, sagte Gemeinderat Urs Emch. Zudem sollte der Veloständer versetzt werden.

Der Antrag löste heftige Kritik aus. Ein Votant sagte gar, die Idee sei «saublöd» und etwa das Dümmste, was er in Bergdietikon je gehört habe. Einerseits könne er es nicht glauben, dass die Krippe sechs bis zehn Parkplätze benötige, wie gesagt werde. Zudem zögen mehr Parkplätze auch mehr Autos und mehr Verkehr an. Und schliesslich würde man mit den Parkplätzen auf dem Pausenplatz den einzigen Dorfplatz zerstören, den man habe.

Achtung, Kinder

Ein anderer Votant kritisierte, dass man über das Trottoir fahren müsse, um von den Parkplätzen auf die Strasse zu gelangen. Dies sei gefährlich für die Schulkinder. Dem stimmte ein anderer Stimmbürger bei. Als Staatsanwalt, der auf schwere Autounfälle spezialisiert sei, erachte er die vorliegende Variante als sehr heikel: «Sie können es nicht verhindern, dass irgendwann ein Kind überrollt wird.» Zudem sehe er den Bedarf nach mehr Parkplätzen nicht: Er habe in den letzten Tagen zwei Mal die leeren Plätze gezählt und sei einmal auf 22, einmal auf 29 gekommen.

Der Pausenplatz sei wichtig für die Sportvereine, sagte ein weiterer Bergdietiker. Ausserdem werde er auch zum Festen gebraucht. Er sehe nicht ein, wieso man den Platz kleiner machen wolle und dafür den Hol-und-Bring-Service der Eltern unterstütze, die ihre Kinder in die Schule fahren. Zwar sei Bergdietikon eine weitläufige Gemeinde, sagte ein anderer Votant. Doch sollte man das Autofahren nicht noch fördern, indem man mehr Parkplätze schaffe.

Rückweisung an Gemeinderat

Gemeinderat Urs Vogel betonte, man wolle die Parkplätze für die Angestellten erstellen, nicht für die Öffentlichkeit, und ziehe somit auch nicht mehr Autos an. Dies überzeugte die 149 anwesenden Stimmberechtigten jedoch nicht. Mit grosser Mehrheit wiesen sie das Projekt an den Gemeinderat zurück: Er soll eine neue Variante ausarbeiten.

Gar keine Diskussionen löste hingegen die Einführung der Schulsozialarbeit aus: Die «Gmeind» stimmte ihr grossmehrheitlich zu. Somit kann nun eine Fachperson im 35 Prozent-Pensum angestellt werden. Ebenfalls diskussionslos wurden die weiteren Traktanden genehmigt: ein Kredit für die Sanierung des Deckbelags an der Schürmattstrasse und den Ersatz der Kontrollschachtdeckel in der Höhe von insgesamt 234 000 Franken sowie das Budget 2015. Zudem beschlossen die Stimmberechtigten, Susanna Firl das Gemeindebürgerrecht zu erteilen.

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