Nachdem der Badener Einwohnerrat diese Woche den Zusatzkredit für den Veloweg auf der unteren SBB-Limmatbrücke mit 38 Ja- zu 5 Nein-Stimmen bewilligt hat, lassen Wettingen und Baden keine Zeit verstreichen: Momentan laufen die Koordinationsarbeiten mit den zwei beteiligten Baufirmen und den Gemeinden. Nun sollen so schnell wie möglich die entsprechenden Hinweistafeln zur Sanierung und Erweiterung vor Ort aufgestellt werden. Läuft alles nach Plan, beginnen die Sanierungsarbeiten beim Ländliweg am Dienstag nach Ostern. Wann genau die Arbeiten an der Brücke starten, ist noch nicht klar. Vorgesehen ist, dass sämtliche Arbeiten bis Mitte November abgeschlossen sind. Die Bauarbeiten werden sich mit jenen des Schulhausplatzes für bis zu vier Monate überschneiden.

Nachdem der Wettinger Einwohnerrat am 12. März mit einem einstimmigen Ja zu seinem Zusatzkredit von 540'000 Franken ein klares Zeichen nach Baden schickte, ist man nun erfreut über den Entscheid: «Es ist ein gutes Zeichen, dass der Veloweg bei beiden Einwohnerräten so viel Unterstützung bekommen hat», sagt der Wettinger Gemeinderat und Bauvorsteher Markus Maibach (SP). «Ich verstehe das auch als Zeichen, dass der Veloweg ein wichtiges Anliegen in der Region ist.» Toni Ventre (CVP) sagte: «Wir sollten den Wettingern, auch im Hinblick auf eine mögliche künftige Zusammenarbeit, jetzt keine Ohrfeige geben. Man darf nicht vergessen, dass Zusammenschlüsse eines unserer Legislaturziele sind.» Es gehe hier nicht nur um einen Fuss- und Radweg, sondern um eine Verbindung zwischen Baden und Wettingen. Einzig die SVP stellte sich gegen den Zusatzkredit. Das ist nur konsequent, hatte sie doch bereits 2013 das Kreditbegehren abgelehnt. Alle anderen Parteien stimmten dem Zusatzkredit von 420'000 Franken zu.

Es wurde auch diskutiert, ob und wie sich die SBB finanziell beteiligen könnten. Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP) sagt dazu: «Wir verhandeln mit den SBB weiter an einer Beteiligung ihrerseits.»

Während der Berichterstattung im Vorfeld stellten einige Leser die Frage, ob man das Fahrverbot nicht einfach aufheben und den Weg so breit lassen könnte, wie er jetzt ist. Dies sei aus gesetzlichen Gründen nicht möglich, sagt Schneider. Die Bauverordnung des Kantons besagt, ein Velo- und Fussweg muss zwischen 2,5 und 3 Meter breit sein, was beim neuen Weg der Fall sein wird. Die Befürchtung, dass Velofahrer mit dem breiteren Weg noch schneller fahren und die Situation für Fussgänger nicht besser werde, weist Schneider nicht von der Hand. «Wie bei allen Projekten, bei denen verschiedene Arten von Verkehrsteilnehmern aufeinandertreffen, werden alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen.» Dass dies funktionieren könne, zeige sich beim Schlossbergplatz, wo zwischen all den Fussgängern auch Velos und Busse fahren und es keine Verkehrsmarkierungen am Boden hat.

Markus Maibach: «Diese Kritik ist bereits beim Antrag für den Baukredit 2013 ausführlich besprochen worden.» Er sei allerdings gegenteiliger Ansicht. «Ein breiter, übersichtlicher Veloweg ist sicherer, vorausgesetzt die Leute benutzen ihn mit gesundem Menschenverstand.»