Mein Verein:

Zusammensein gegen die Einsamkeit – und voneinander lernen

Jane Ndudim will mit ihrem Verein die Integration von Immigranten fördern.

Jane Ndudim will mit ihrem Verein die Integration von Immigranten fördern.

Jane Ndudim fühlt sich in der Schweiz zu Hause. Dieses Gefühl möchte sie an andere weitergeben. Aus diesem Bestreben ist das «African Community Development Center» entstanden.

«Jeder soll sich in seiner Haut wohlfühlen dürfen, egal wo auf dieser Erde», sagt Jane Ndudim, Gründerin des Vereins African Community Development Center in Dietikon. Die Nigerianerin kam vor elf Jahren in die Schweiz, die heute ihre zweite Heimat ist. «Ich fühle mich wohl und akzeptiert», sagt sie. Nie habe sie sich anders als die Menschen hier gefühlt.

Doch sie weiss, dass nicht alle afrikanischstämmigen Immigranten dieses Lebensgefühl mit ihr teilen. Viele von ihnen sind zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen. Mit ihrem Verein will sie allen Afrikanern und Afrikanerinnen eine Anlaufstelle bieten, um den Weg in die Schweizer Kultur zu finden.

Zwischen zwei Kulturen

Für Ndudim heisst das Schlüsselwort, um dies umzusetzen: zuhören. «Viele Afrikaner kennen niemanden hier in der Schweiz, fühlen sich allein und vor allem unverstanden», sagt sie. Sie wolle für diese Menschen da sein, ihnen ein offenes Ohr für ihre Ängste, Sorgen, aber auch Wünsche und Vorhaben bieten und sie so gut wie möglich unterstützen.

In Gruppen oder auch einzeln organisiert sie zurzeit spontane Treffen bei sich zu Hause, wobei sich hauptsächlich Frauen mit ihren Kindern an sie wenden. Gesprochen werde über alles Mögliche – von Heirat, Haushalt bis zu sehr persönlichen Anliegen. «Ihnen hilft der Austausch untereinander. Sie begegnen sich mit ähnlichen Hintergründen und realisieren, dass sie nicht allein sind», sagt sie.

Als Mutter von zwei Kindern, ist für Ndudim besonders der Kontakt mit den Kleinsten der Gesellschaft wichtig. Kinder leiden oftmals am meisten unter der kulturellen Kluft zwischen Familie und Gesellschaft. «Es ist an uns Eltern, diese Kluft mit ihnen gemeinsam zu schliessen», sagt sie. Dabei verdiene die neue Heimat eine Chance. Gleichzeitig dürfe aber auch die eigene Herkunft nicht vergessen werden.

Workshops am neuen Standort

Damit dies nicht passiert, verfolgt Ndudim ihr neustes Vorhaben. Sie will ihren Verein mit Workshops aller Art bereichern. Diese kosten nichts, so könne wirklich jeder daran teilhaben. Das heisse aber auch, dass der Verein auf die Unterstützung von Sponsoren angewiesen ist.

Für die Realisierung der Workshops stehen Ndudim ab Juni Räumlichkeiten in der katholischen Kirche St. Agatha in Dietikon zur Verfügung. Zweimal monatlich wird dort ein Hauch von Afrika einziehen. Mit afrikanischen Dialektsprachkursen, Musikprojekten, Tanz, Kochen und Handarbeiten sollen Kinder und Erwachsene die Möglichkeit erhalten, trotz Kulturwechsel ihren Wurzeln nahe zu sein. «Das Zusammensein lässt einige in solchen Momenten vielleicht vergessen, dass sie sich einsam fühlen», sagt sie.

Auch will Ndudim ihre Leidenschaft für Mode mit ihren Mitgliedern teilen. «Wir werden T-Shirts drucken, Taschen und Kleider nähen sowie Schmuck herstellen. Sie freue sich auch, wenn Mitglieder eigene Vorschläge mitbringen. «Neues kennenzulernen ist für mich immer eine Bereicherung», meint sie.

Ihr Motto «Zusammengehörigkeit und Grossherzigkeit zu pflegen» steht bei der Umsetzung der Ideen immer im Vordergrund. Jeder sei willkommen, egal welche Hautfarbe, Herkunft oder Geschichte er habe. Die Akzeptanz gegenüber jedem Individuum mache ihren Verein aus. Mit den geplanten Aktivitäten hofft Ndudim, dass sich die Mitglieder, auch wenn nur für einen kurzen Moment, zu Hause fühlen.

Meistgesehen

Artboard 1