Auf der Schäfliwiese beim Urdorfer Bahnhof sind diesen Monat Abbrucharbeiten gestartet. Die Werkabteilung der Gemeinde Urdorf entfernt die alten Infrastrukturen auf der Wiese, so etwa den alten Bahnschwellen-Zaun und ein kleines Häuschen, das schon seit Jahren dort steht.
Denn neu soll die Wiese ganz der Natur zur Verfügung stehen und dafür umgestaltet werden.

Die Umgestaltung ist Teil des grossen, von Birdlife Zürich initiierten Biodiversitätsprojekts «Natur neben dem Gleis». Ziel ist, die Areale entlang der Ämtler-Bahnlinie von Zürich Altstetten bis Knonau naturnaher zu gestalten.

Die eine Hälfte der Schäfliwiese gehört den SBB und wird von der Gemeinde Urdorf gepachtet, die andere Hälfte gehört der Gemeinde Urdorf selbst. Angeregt hatte das Umgestaltungsprojekt der Natur- und Vogelschutzverein Urdorf (NVU). Sein Konzept ist bei der Gemeinde auf Gefallen gestossen.

«Es ist in unserem Interesse, wenn sich Vereine wie der NVU aktiv und mit konkreten Massnahmen für die Natur engagieren», sagt Janick Frei, der Abteilungsleiter Umwelt, Natur und Landschaft der Gemeinde Urdorf. Sollte der NVU Ideen für weitere Aufwertungen entlang der Gleise haben, sei die Gemeinde auf jeden Fall offen dafür und werde diese prüfen, so Frei.

Zusammenarbeit mit SBB

Zuerst steht nun die Schäfliwiese im Mittelpunkt. Ende Februar sollen die Abbrucharbeiten der Gemeinde fertig sein. Dann wird sie die Wiese dem NVU überlassen, damit dieser die Umgestaltung vornimmt. Peder Zipperlen, Präsident des NVU sagt: «Wir freuen uns sehr, können wir einen weiteren Teil des Projekts ‹Natur neben dem Gleis› auf der Schäfliwiese umsetzen.»

Er sei erfreut über die schöne Zusammenarbeit mit den SBB. Wenn grundsätzliche Regeln wie Abstände zu den Gleisen eingehalten würden, stehe die SBB dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber.

Neu soll auf der Schäfliwiese eine artenreichere Blumenwiese entstehen. An manchen Orten wird das Obermaterial abgetragen und es werden Kies sowie Steinplatten eingelegt, an anderen Stellen legen die Landschaftsgärtner Holzhaufen, Hecken und Staudenreihen an.

Überdies werden gewisse Streifen der Wiese neu eingesät. «An diesen Stellen beobachten wir, wie sich die neu gesäten Pflanzen entwickeln», sagt Zipperlen.

Wohnmöglichkeit für Reptilien

Die Umgestaltung soll dazu dienen, dass sich Reptilien wie Eidechsen und Schlangen auf dem Grundstück einnisten. «Solche ökologische Aufwertungen geben zwar keine Garantie dafür, dass die Tiere kommen, doch es gibt ihnen eine Möglichkeit sich wohlzufühlen», sagt Zipperlen. Auf alle Fälle sei es besser etwas zu machen, als die Wiese dem Zufall zu überlassen.

Nebst den Umgestaltungsarbeiten auf dem Terrain wird auch die Pflanzenwelt erneuert. «Wir wollen eine Vielfalt in die Blumenwiesen bringen», sagt Zipperlen. Dies sei ein schwieriges Unterfangen, da nährstoffreiche Böden wie derjenige der Schäfliwiese automatisch eine geringere Pflanzenvielfalt hervorbringen. «Eine Erklärung dafür wäre, dass sich in solchen Böden starke Arten sehr dominant durchsetzen und andere Pflanzen verdrängen», so Zipperlen.

Bei der Umgestaltung der Schäfliwiese wird sich die Gemeinde Urdorf um die Abbrucharbeiten kümmern und der NVU um die Neugestaltung des Areals. Ziel ist, dass im April, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, das Projekt an der Schäfliwiese abgeschlossen ist.

Die Erneuerung der Schäfliwiese soll zwischen 15 000 und 20 000 Franken kosten, diesen Betrag übernimmt der NVU, wie der Präsident bestätigt.