Bezirk Dietikon
Zurzeit sind im Bezirk Dietikon noch 106 Lehrstellen unbesetzt

Die Lehrstellensituation hat sich gegenüber der letzten Jahre entspannt. Jugendliche, die bis jetzt keine Lehrstelle gefunden haben, sollten daher den Mut nicht verlieren. Im Bezirk Dietikon sind zurzeit noch 106 Stellen zu besetzen.

Ladina Trachsel
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Automobilassistent – ein Beruf, der Lernenden einiges abfordert.

Automobilassistent – ein Beruf, der Lernenden einiges abfordert.

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Das sind immerhin noch 19 Prozent der insgesamt 580 Lehrstellen, die dieses Jahr vergeben werden können. Genau vor einem Jahr waren per Ende Juni noch 80 Lehrstellen offen. Das ergibt eine Zunahme von 26 offenen Lehrstellen gegenüber dem letzten Jahr. Die Daten stammen vom Lehrstellennachweis (Lena), wie die Bildungsdirektion des Kanton Zürichs auf Anfrage verlauten lässt.

Elektroinstallateure gesucht

Am meisten unbesetzte Lehrstellen sind gemäss Christine Viljehr, Leiterin des Berufsinformationszentrums Urdorf, in den Bereichen Elektroinstallateur (neun offene Stellen), Carosserie-Spengler (sechs) sowie Coiffeur (fünf), zu finden. Diese Berufe seien aber nicht etwa die unbeliebten Lehrstellen, sagt sie. In den genannten Berufen hätten mehr Betriebe als üblich Stellen ausgeschrieben, daher sei es nicht verwunderlich, dass noch welche zu vergeben seien, sagt sie.

In der Stadt Zürich sieht die Lage ähnlich aus. Hier sind momentan 303 Lehrstellen offen. Dies macht einen Anteil von sieben Prozent an den insgesamt 4387 Lehrstellen aus, sagt Bert Höhn vom Laufbahnzentrum Zürich. Es können noch 64 Stellen als Coiffeure, 22 als Elektroninstallateure und 20 als Restaurationsfachperson vergeben werden.

Stellenmarkt in guter Verfassung

Der Lehrstellenmarkt im Kanton Zürich sei in einer guten Verfassung und stabil, erklärt Marc Kummer, der Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes des Kantons Zürich. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei nach wie vor hoch und die Anzahl Lehrverträge, angebotener und offener Lehrstellen liege derzeit höher als in den Vormonaten, sagt er.

Die Lehrstellensituation habe sich in den letzten Jahren etwas entspannt, sagt Viljehr. «Im grossen und ganzen ist das Lehrstellenangebot vielseitig. Die Jugendlichen, insbesondere die mit guten Voraussetzungen, können in den meisten Fällen sogar auswählen», so Viljehr. Wichtig bei der Lehrstellensuche sei die Unterstützung der Eltern, zudem sollte das Berufsinteresse mit den Schulleistungen übereinstimmen, sagt sie. Oft schrecken schlechte Noten einen Arbeitgeber schon im Voraus ab, sodass es nicht einmal zu einem Bewerbungsgespräch reicht. «Immer mehr Arbeitgeber achten besonders darauf, was im Zeugnis bei Verhalten und Betragen steht, denn diese Punkte sagen viel über die Zuverlässigkeit aus», so Viljehr.

Diese Meinung teilt auch Gregor Biffiger, der Präsident des Gewerbeverbands Limmattal (GVL). Oft fehle es den Lehrlingen an Motivation und Zuverlässigkeit. Deshalb gäbe es vermehrt Arbeitgeber, die potenziellen Lehrlinge vor einer Anstellung ganz genau unter die Lupe nähmen. Nicht selten komme es sogar vor, dass die Bewerber einen Test mit Mathe- und sonstigen Fragen bestehen müssen, sagt Biffiger.

«Der Prozentsatz von Lehrabbrüchen sollte so tief wie möglich sein», sagt er. Zudem ist für eine erfolgreiche Stellensuche, eine adäquate Bewerbungsmappe von Vorteil, die auf den Beruf zugeschnitten ist, sagt Viljehr. Diejenigen, die jetzt noch keine Lehrstelle hätten, sollten auf jeden Fall dranbleiben und nicht aufgeben, sagt Viljehr. Wichtig sei, dass man die Gründe kenne, warum man noch nichts gefunden habe. Wenn man diese nicht kenne, sollte man auf jeden Fall ins Berufsinformationszentrum (BiZ) in Urdorf kommen. Da könne man dann mit einem Berufsberater zusammen die Bewerbungsmappe verbessern und die weiteren Optionen anschauen, rät Viljehr.

Jugendliche, die bis Ende Sommer keine Lehrstelle gefunden haben, sollten Alternativlösungen, wie beispielsweise ein zehntes Schuljahr oder ein Praktikum, in Betracht ziehen.

Berufsbildungszentrum (BiZ) Urdorf, In der Luberzen 42, Urdorf, Tel. 043 259 91 80; biz.urdorf@ajb.zh.ch, http://www.berufsberatung.zh.ch