Gateway
Zürcher Regierungsrat will Gateway nicht stoppen

Der Standort sei sinnvoll und es seien keine volkswirtschaftlichen Schäden zu erwarten. Damit gibt der Regierungsrat den Dietiker Kantonsäten, welche Alternativlösungen forderten, einen Korb.

Sarah Serafini und Bettina Hamilton-Irvine
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Es sei sinnvoll, dass das Container-Umschlagterminal Gateway beim Rangierbahnhof Limmattal geplant werde, findet der Regierungsrat.Keystone

Es sei sinnvoll, dass das Container-Umschlagterminal Gateway beim Rangierbahnhof Limmattal geplant werde, findet der Regierungsrat.Keystone

Der Zürcher Regierungsrat erachtet es als sinnvoll, dass das geplante Container-Umschlagterminal Gateway beim Rangierbahnhof Limmattal geplant wird – trotz der «teilweisen Interessensgegensätzen und der bestehenden verkehrlichen Vorbelastung». Die Prüfung von alternativen Standorten sei Sache der SBB, schreibt er in der Antwort auf eine kantonsrätliche Anfrage.

Vorgaben müssen erfüllt sein

Damit erteilt er den Dietiker Kantonsräten Josef Wiederkehr (CVP), Rochus Burtscher (SVP) und Rosmarie Joss (SP) einen Korb. Sie hatten den Regierungsrat angefragt, ob er bereit sei, sich beim Bund für Alternativprojekte einzusetzen. Die Limmattaler Politiker befürchten, dass der Bau des Gateways negative Folgen für die Raumplanung im Niderfeld haben könnte. SBB Cargo plane ein Projekt, das inmitten eines Zentrumsgebiets von kantonaler Bedeutung, welches durch die Limmattalbahn erschlossen wird, zu liegen käme. Der geplante hochwertige Wohnraum werde durch den Lärm, den der Gateway Tag und Nacht verursache, gefährdet.

Das sieht der Regierungsrat aber nicht so. Volkswirtschaftliche Schäden wegen übermässiger Lärmbelastung seien «nicht zu erwarten», schreibt er. Der Bund prüfe im Rahmen des Bewilligungsverfahrens die Einhaltung der Vorschriften und ordne mit der Plangenehmigung entsprechende Auflagen an.

Erschliessung der Güterstrasse als Übergangslösung

Die Dietiker Kantonsräte machen sich zudem Sorgen über die Erschliessung des Gateways und wollen wissen, ob der Regierungsrat die Option Güterstrasse gänzlich ausschliessen würde. Das tut er aber nicht: «Der Erschliessung über die Güterstrasse kann als Übergangslösung zugestimmt werden», schreibt er.

Eine definitive Erschliessung mit Anschluss an die Mutschellenstrasse sei aber unter Federführung des Kantons in Bearbeitung. Diese werde eine kurze Zufahrt zum Autobahnanschluss Dietikon ermöglichen und damit «eine Entlastung des Siedlungsgebiets mit sich bringen».

Fragen zur Streckenbelastung

Aufgefallen ist dem Regierungsrat zudem eine Unstimmigkeit im Zusammenhang mit den Grundlagen, die zur Erstellung des Umweltverträglichkeitsberichts beigezogen wurden. Die von den SBB verwendeten Streckenbelastungswerte für den motorisierten Individualverkehr würden zum Teil «deutliche Abweichungen» zu den Werten aufweisen, die mit dem kantonalen Gesamtverkehrsmodell berechnet worden seien.

Inwiefern diese Abweichungen die Einschätzungen im Umweltverträglichkeitsbericht beeinflusst haben, kann der Regierungsrat nicht sagen. Er werde aber auf diesen Umstand hinweisen und eine Neubeurteilung verlangen.