Was für eine Überraschung: Als der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug am Mittwochabend zum Ende der Versammlung des Weininger Friedhofsverbands fragte, ob jemand Einwände gegen die Versammlungsführung geltend machen wolle, erhob sich der Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos).

Aber Deplazes gab sofort Entwarnung. Es ging ihm nicht um einen Einwand, sondern um eine Laudatio auf die zurücktretenden Mitglieder der Friedhofskommission. Neben Präsident Haug sind das der Oetwiler Gemeindepräsident Paul Studer und der Unterengstringer Gemeindepräsident René Rey. «Stellvertretend für die Stimmbürger möchte ich euch Danke sagen für den Einsatz. Schaut gut zu euch und euren Herzdamen», sagte Deplazes den drei Gemeindepräsidenten zum Schluss der nicht einmal sechs Minuten dauernden Versammlung. Dann wurden sie mit Limmattaler Weidlingen beschenkt, den Holzschiffchen, die mit Limmattaler Köstlichkeiten beladen sind.

Michael Deplazes, Gemeindepräsident Geroldswil

«Stellvertretend für die Stimmbürger möchte ich Euch Danke sagen für den Einsatz.»

Michael Deplazes, Gemeindepräsident Geroldswil

«Ich finde das ein ganz schönes Geschenk», sagte Haug, ehe er seine Laufbahn als Friedhofsverbandspräsident mit Statistik rekapitulierte. 24 Versammlungen habe er geleitet. Aus den Protokollen dazu ergibt sich, dass die Friedhofsverbandsversammlung durchschnittlich 10,6 Minuten dauerte. «Aber einmal mussten wir über die Friedhofsordnung abstimmen, damals ging die Versammlung 30 Minuten», erklärte Haug. «Lässt man die damalige Versammlung ausser Acht, beträgt der Durchschnitt noch 9,6 Minuten.» Zudem wurden an den Versammlungen in all den Jahren total zwei Fragen gestellt. «Sie waren nicht sehr kritisch. Wir sind sehr zufrieden gewesen mit Ihnen», sagte Haug zu den anwesenden 65 Bürgern aus den vier Gemeinden, die die Jahresrechnung einstimmig annahmen. Ebenso sagten sie Ja dazu, dass die nächsten vier Jahre die Rechnungsprüfungskommission (RPK) Unterengstringen die Friedhofsrechnung prüfen wird. Sie löst damit die RPK Oetwil ab.

Nach der letzten Friedhofsverbandsversammlung unter der Leitung von Haug kam es dann zur letzten Oberstufenschulgemeindeversammlung unter der Leitung von Präsidentin Ingrid Donatsch, die ebenfalls per Ende Juni abtritt. Wichtigstes Geschäft war der Projektierungskredit in der Höhe von 250 000 Franken für einen Ergänzungsbau des Oberstufenschulhauses. Dieser wird nötig, da die Schülerzahl von heute 339 bis zum Schuljahr 2024/2025 auf 415 steigen wird. Der Kredit kam problemlos durch, ebenso wie die Bauabrechnungen zur Sanierung und Neugestaltung der Spielwiese und zur Sanierung der Toilettenanlagen im Nordtrakt. Ebenso wurde genehmigt, dass turnusgemäss die RPK Geroldswil und nicht mehr die RPK Weiningen die Rechnung prüft. Ein Ja gab es auch zur Jahresrechnung 2017, die mit einem Plus von rund 60 000 Franken schloss.

Nein zur Vermögensaufwertung

Diskussionen gab es darüber, ob mit der Einführung des neuen Rechnungsmodells HRM2 das Verwaltungsvermögen aufgewertet werden soll. Die Schulpflege war dafür, die RPK Weiningen dagegen. An der Versammlung sprachen sich zudem der Oetwiler Gemeindepräsident Studer dafür und die Weininger Gemeinderäte Reto Beutler und Rolf Bärenbold dagegen aus. Am Schluss wurde eine Aufwertung des Verwaltungsvermögens mit 33 zu 25 Stimmen verworfen.

Danach starteten der Apéro und die Versammlung der reformierten Kirchengemeinde. Die Rechnung mit einem Plus von 400 00 Franken wurde angenommen, ebenso die neue Kirchgemeindeordnung und die Wahl der Kirchen-RPK. Neu ist Manfred Kind aus Dietikon dabei. Er ersetzt Roland Hagenbucher, der im April als Oetwiler Gemeinderat gewählt wurde. Die Abstimmung über den Projektierungskredit in der Höhe von 180 000 Franken für die Neuüberbauung einer Liegenschaft in Unterengstringen wurde schon vor der Versammlung verschoben.