Hans Streuli, Co-Präsident der Wirtschaftskammer Schlieren, wählt deutliche Worte: Die Schweiz sei weltweite Spitze, was ihre Innovationskraft anbelangt, die Arbeitslosigkeit sei tief. Es gehe der Schweiz gut, aber sie sei in Gefahr. Der Grund für Streulis Warnung liegt in der zur Debatte stehenden «1:12»-Initiative. Diese will die oberste Lohnkategorie einer Firma an die unterste knüpfen, und zwar im Verhältnis zwölf zu eins.

Doch das war nicht alles, was Streuli anmahnte. Einführung einer Erbschaftssteuer, nachlassende Rechtssicherheit durch rückwirkend in Kraft gesetzte Gesetze, nachlassende Investitionsbereitschaft in die Infrastruktur des Landes und etwas mehr schob er nach.

Nationale wie regionale Themen

Genau das ist die Rolle der Wirtschaftskammer Schlieren: Die Interessen seiner Mitglieder wahrnehmen und gegenüber der Politik vertreten. Sie tut dies heuer seit genau 20 Jahren. Dabei sind ihr nicht nur nationale Themen ein Anliegen, sondern auch lokale wie Limmattalbahn, Stadtplatz oder Verkehr.

Rund 90 Mitglieder zählt der Wirtschaftsverein neu, das sind 10 mehr als im letzten Vereinsjahr. Rekord. Und weil die Wirtschaftskammer so viele Firmen und Mitarbeitende repräsentiert, ist Ehrenpräsident und Gründungsmitglied Hans Geistlich überzeugt: «Unsere Wünsche muss man berücksichtigen.»

Begangen wurde die Jubiläumsversammlung am Donnerstagabend im Belltree-Tower, einem Festsaal im Gaswerkareal. Geladen war - neben Vertreterinnen und Vertretern anderer Verbände, der Politik und der Stadt Schlieren - ein Gast, der mit seiner farbigen Irokesenfrisur auf den ersten Blick nicht zum Businesslook der Gäste und als Festredner passen wollte: der Satiriker Andreas Thiel. Sein bissiger Vortrag und seine entlarvenden Gedankenspiele kamen jedoch sehr gut an.