Dietikon
Zum Geburtstag gibt es eine renovierte Schule

Die Heilpädagogische Schule Limmattal feiert ihr 30-Jahr-Jubiläum. Gefeiert wird in den für rund 2,5 Millionen Franken frisch renovierten Raäumlichkeiten in Dietikon

Flavio Fuoli
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«Der Bau ist hell und farbig geworden, das ist toll für die Kinder», so Schulleiterin Susanne Bamert. fuo

«Der Bau ist hell und farbig geworden, das ist toll für die Kinder», so Schulleiterin Susanne Bamert. fuo

Limmattaler Zeitung

Mit sichtlicher Freude, ja, mit einigem Stolz führen Schulleiterin Susanne Bamert und Martin Ritter, Geschäftsführer der Stiftung Solvita, welcher die Schule gehört, durch die frisch renovierten Räumlichkeiten der Heilpädagogischen Schule (HPS). Hier in der Dietiker Vogelau wurden in den vergangenen Monaten 2,54 Millionen Franken verbaut. Herausgekommen ist ein Schulgebäude, das für die vielfältigen Angebote der HPS bestens gerüstet ist. Viele neue Räume sind entstanden, das Schulhaus wirkt frischer, bunter. Die Bedürfnisse der Schule sind mit dem Bau praktisch komplett abgedeckt.

Zum Jubiläum ein Umbau

Die Renovation ist wie eine Art Jubiläumsgeschenk für die Behinderteninstitution. 1979 und 1980 erbaut, wurde sie 1981 in Betrieb genommen. «Vor 30 Jahren waren die diversen heilpädagogischen Klassen auf verschiedene Schulhäuser in Dietikon verteilt», blickt Susanne Bamert zurück.

Anders als bei den übrigen Einrichtungen der Stiftung Solvita sei die HPS nur für die Kinder aus Limmattaler Gemeinden zuständig. Die Gemeinden aus dem Amt, die ebenfalls Trägerinnen von Solvita sind, führten in Affoltern am Albis eine eigene heilpädagogische Schule, erklärt Martin Ritter weiter.

Die Schule hat sich in den 30 Jahren enorm entwickelt, einerseits von den Schülerzahlen, andererseits vor allem vom Angebot her. Konzipiert war sie einst für 42 Kinder, heute werden 51 unterrichtet. Das ist keine überaus grosse Steigerung, aber das Angebot hat sich vervielfacht, wie die Schulleiterin darlegt: «Beispielsweise führen wir heute Deutsch als Zweitsprache, wir haben eine Psychotherapeutin hier oder bieten Einzel- oder Kleingruppenförderung an. Die entsprechenden Räumlichkeiten hatten gefehlt, bis zum Umbau.»

Zahl der Mitarbeiter vervielfacht

Einen grossen Aufschwung erlebte die Schule durch die integrierte Sonderschulung. Das bedingte mehr Personal, so Bamert. Deshalb waren Lehrer- und Vorbereitungszimmer bis zum Umbau zu klein geworden. Zwei Zahlen verdeutlichen den enormen Aufschwung der Sonderschulung. Ritter: «Vor fünf Jahren begleiteten wir drei Kinder in die Integrierte Sonderschulung. Im nächsten Schuljahr werden es 58 sein!» Dadurch habe sich die Mitarbeiterzahl vervielfacht. Heute teilen sich 80 Mitarbeiter rund 48 Vollzeitstellen.

Partizipieren an der Gesellschaft

«Vom Menschenbild her hat sich nichts verändert zu früher», spricht Susanne Bamert über die Schwerpunkte heilpädagogischer Erziehung. Das Lernziel sei Autonomie, den Alltag meistern, sich in Gesellschaft bewegen zu können und sich je nach Kompetenz einer Arbeit oder einer Beschäftigung nachgehen. Auch bei einem mehrfachbehinderten Kind ist es das Ziel, dass es an der Gesellschaft partizipieren kann.

Aus der Sicht von Geschäftsführer Martin Ritter bedeutet die HPS eine Ergänzung zu den übrigen Angeboten der Stiftung. «Heute besteht für die älteren Kinder die Möglichkeit, in der Stiftung eine Anschlusslösung zu finden. Das gehe zum Teil durch Schnupper- oder Probearbeiten in den Werkstätten der Stiftung. «Vielfach wünschen Eltern eine Anschlusslösung innerhalb der Stiftung», bestätigt Susanne Bamert.

Sogar Regelschule möglich

Wer geht in der HPS zur Schule? «Es ist eine sehr breite Palette. Wir bieten Plätze an für Kinder mit schwerer Mehrfachbehinderung, mit geistiger Behinderung oder solche, die im Übergang von einer geistigen Behinderung zu einer Lernbehinderung stehen», erklärt die Schulleiterin. Durch die verschiedene Arten von Sonderschulung könne ein Kind von der separierten in die integrierte Sonderschulung wechseln, das heisst, in einer Regelklasse Einsitz nehmen. Es käme sogar vor, dass Schüler der HPS später gänzlich in die Regelschule wechseln und den Status des Sonderschülers verlieren würden.

Dieser Durchfluss der Kinder durch die verschiedenen Arten der Schulung wird im Konsens mit den Eltern, der Schulpflege und der Schule gehandhabt. Dies bedinge für alle einen grossen Aufwand und viel Beobachtung, denkt Martin Ritter.

Am Ende ihres Rundgangs schauen sie Bamert und Ritter die drei farbigen Markierungen an der Fassade der HPS an. Sie sind zum neuen Markenzeichen geworden. Sie symbolisieren die Farbe auf den jeweiligen Stockwerken. «Der Bau ist hell und farbig geworden, das ist toll für die Kinder. Das ist das Zentrale», freut sich Susanne Bamert.

Einweihungsfest: Tag der offenen Tür, Samstag, 28.Mai, 11 bis 16 Uhr. Festwirtschaft, Musik, Attraktionen für Gross und Klein, Führungen, Cafeteria durch Elternforum geführt. HPS, Vogelaustrasse 30, Dietikon.