Oberengstringen
Zum Abschied stand er im Mittelpunkt: Heinz Schröder seit 30 Jahren als Limmattaler Regionalplaner

Seit 1991 hat Heinz Schröder als Fachplaner der Zürcher Planungsgruppe Limmattal die Entwicklung der Region massgeblich mitgestaltet.

Florian Schmitz
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Regionalplaner Heinz Schröder (2.v.l.) wurde von allen ZPL-Präsidenten verabschiedet, mit denen er in fast 30 Jahren zusammengearbeitet hat: Otto Müller (v.l.), Roger Bachmann und Willy Haderer.

Regionalplaner Heinz Schröder (2.v.l.) wurde von allen ZPL-Präsidenten verabschiedet, mit denen er in fast 30 Jahren zusammengearbeitet hat: Otto Müller (v.l.), Roger Bachmann und Willy Haderer.

Zur Verfügung gestellt

In seinen fast 30 Jahren als Limmattaler Regionalplaner hat Heinz Schröder in der Region im Hintergrund viel bewegt. Per Juli übergab er die operative Spitze der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) an seinen Nachfolger Kaspar Fischer. Am Mittwochabend wurde Schröder, der das Mandat 1991 übernommen hatte, an der Delegiertenversammlung der ZPL in Oberengstringen (siehe Zweittext) gebührend verabschiedet.

In der kurzen gemeinsamen Zeit habe er Schröder immer als absolut zuverlässigen und sehr kompetenten Fachmann erlebt, sagte der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), der erst seit letztem Jahr als ZPL-Präsident amtet. Deshalb rief er für eine Laudatio seinen Vorgänger Otto Müller (FDP) auf die Bühne des Gemeindesaals.

Delegierte genehmigen Vereinbarung mit Limmatstadt AG

An der Versammlung der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) genehmigten die anwesenden Delegierten eine Leistungsvereinbarung mit der Limmatstadt AG. Die Standortförderungsorganisation hat bereits separate Vereinbarungen mit sieben Gemeinden des Bezirks Dietikon sowie mit Bergdietikon abgeschlossen. Neu wird die Limmatstadt AG dank der Kooperation mit der ZPL den ganzen Bezirk vertreten. Ab 2020 wird das Grundangebot der Limmatstadt AG über die ZPL abgewickelt. Darüber hinaus können Gemeinden für zusätzliche Angebote separate Leistungsvereinbarungen mit der Limmatstadt AG abschliessen. Das Geschäft wurde an der Versammlung ohne Diskussionen und Gegenstimme angenommen. Man habe bereits im Vorfeld alle Bedenken aus den Gemeinden aufgenommen und in der Vereinbarung berücksichtigt, erklärte ZPL-Präsident Roger Bachmann (SVP).
An der Versammlung bewilligten die Delegierten zudem das Arbeitsprogramm der ZPL für kommendes Jahr sowie das Budget 2020 ohne Gegenstimme. Dieses sieht einen Aufwand von knapp 403 000 Franken vor. Die Kosten werden von den elf Gemeinden des Bezirks Dietikon getragen. Dabei kommt erstmals ein neuer Verteilschlüssel zum Einsatz. Neu wird auch die Gemeindefläche zu 20 Prozent berücksichtigt, die Anzahl Bewohner und die Anzahl Vollzeitbeschäftigte fliessen deshalb nur noch zu je 40 statt 50 Prozent in die Berechnung der Kosten ein. Zum Schluss der Versammlung präsentierte Arnim Wagner, Leiter Verkehrsgrundlagen beim kantonalen Amt für Verkehr, in einem Vortrag erste Erkenntnisse zum «Verkehrsmonitoring Limmattal». Damit untersucht der Kanton die Entwicklung des Verkehrsaufkommens in der Region sowie die Zufriedenheit der Einwohner. (flo)

S-Bahn in Glanzenberg und Aufwertung der Limmat

«Du hast diese so wichtige Entwicklungsphase im Limmattal massgeblich mitgestaltet», sagte Müller. Von seinem Einsatz für die S-Bahn-Station Glanzenberg Anfang der 1990er-Jahre über Grundlagenarbeit, die zum Bau der Limmattalbahn führte bis zum Renaturierungsprojekt Agglomerationspark Limmattal. Auch bei der Gesamtrevision des regionalen Richtplans habe er eine wichtige Rolle gespielt und insgesamt über die Jahre unzählige Stellungnahmen zu Planungen verfasst. «Zum Schluss bist du auch noch zum Chronisten geworden», sagte Müller zu Schröder, der im Sommer 2018 zum 60-Jahr-Jubiläum der ZPL eine umfassende Chronik schrieb.

Müller strich Schröders hohe Leistungsbereitschaft heraus und attestierte ihm viel Gespür für die Anliegen der Region. Er habe schnell gemerkt, wie der ZPL-Vorstand tickt, und habe diesen immer sehr gut unterstützt. Weil er die Bedürfnisse der Region auf Gemeindeebene gut koordiniert habe, sei das Limmattal bei Kanton und Bund fast immer als eine Stimme aufgetreten – etwa im Kampf gegen das Gateway Limmattal, betonte Müller beispielhaft. Auch für Schröders Kommunikation fand der ehemalige ZPL-Präsident lobende Worte: «Du hast die Fähigkeit, Kompliziertes einfach und verständlich zu vermitteln.» Müllers Vorgänger Willy Haderer (SVP), der von 1990 bis 2010 als ZPL-Präsident amtete, war ebenfalls zu Schröders Abschied gekommen. In seinem Namen sagte Müller in der Laudatio, dass Schröder als Person nie in den Vordergrund gedrängt, sondern immer bescheiden geblieben sei. Als Dank überreichte Roger Bachmann Schröder anschliessend Reisegutscheine und Wein aus der Region.

«Du hast die Fähigkeit, Kompliziertes einfach und verständlich zu vermitteln.»

(Quelle: Otto Müller, ZPL-Präsident von 2010 bis 2018)

Immer mit Freude für die Region gearbeitet

Dann richtete Schröder, der als Planer im Limmattal meist Taten sprechen liess, einige Worte an die Delegierten. Er könne fast nicht glauben, dass einige ehemalige Vorstandsmitglieder extra für ihn zur Versammlung erschienen seien, sagte er. «Auch wenn es nicht immer einfach war, habe ich mich immer gefreut, für die Region zu arbeiten.» So habe es auch Zeiten gegeben, als viele Politiker dachten, es brauche gar keine Regionalplanung, und die ZPL sich gegen ihre Abschaffung wehren musste. «Ich bin überzeugt, dass es dem Limmattal in Zukunft gut gehen wird», so Schröder. Er freue sich, nun mehr Zeit für seine Familie und fürs Reisen zu haben, genauso wie für seine grosse Leidenschaft: das Velofahren. Dieses Jahr habe er eine Tour vom Bodensee nach Prag absolviert, erzählte er später beim Apéro.

Seit ihrer Gründung zählte die ZPL erst zwei Regionalplaner. Vor Schröder hatte Robert Sennhauser das Mandat während 33 Jahren inne. Schröders Nachfolger Kaspar Fischer tritt also in grosse Fussstapfen. Wie Bachmann erklärte, sei einer der Schwerpunkte im kommenden Jahr, dass das neue Planerteam alle Gemeinden besuchen und sich in die Region einarbeiten kann.